Bio-Feinkost

Von allem nur das Beste!

Der Umsatz mit Premiumprodukten und Feinkost wächst. Verbraucher folgen eben nicht (nur) der „Geiz-ist-Geil“-Botschaft, sondern schenken (auch) dem anderen Werbeslogan Gehör: „Ich bin doch nicht blöd.“ Der kluge Kaufmann hält deswegen das gewisse Extra in jeder Warengruppe bereit, und zwar auch oder ausschließlich in Bio-Qualität. Unser Beitrag bietet einige Ideen – Beispiele aus einer Auswahl von Produkten, die auch der konventionelle Handel führen kann.

„Mit dem guten Geschmack ist es ganz einfach. Man nehme von allem nur das Beste.“ Wer den Gammelfleisch-Skandal von Ende 2005 und anderes mehr in Erinnerung hat, wird dem Zitat von Oscar Wilde aus ganzem Herzen zustimmen. Und man darf vermuten, dass der irische Schriftsteller, der 1900 im Alter von 46 Jahren starb, in der heutigen Zeit ein Bio-Fan wäre.

Guter Geschmack meint im deutschen Sprachgebrauch zweierlei. Da ist zum einen das sensorische Erleben. „Bio ist der bessere Geschmack“ titelte bioPress (damals noch unter dem Namen „bioFach“) bereits in der Ausgabe April 1997. Erläuternd hieß es im Nachbericht zur Messe: „Auf der Talk-Bühne konnten die Teilnehmer in Blindversuchen überrascht feststellen, wie viele unterschiedliche Geschmacksrichtungen es eigentlich gibt und wie wenig davon – im Gegensatz zu Bio-Produkten – beim Einheits-Industriefood noch übrig bleibt.“ Damit bestätigte sich, was zuvor schon die Messeausgabe versprach: „Lust auf Genuss“. Diese Aussage war freilich zur damaligen Zeit eine Provokation, hatte man doch „die Müslis“ als Idealisten und Utopisten sehen wollen, die mit sinnlicher Lust beim Essen nicht unbedingt etwas am Hut haben. Das hat noch nie gestimmt, und heute ist der Genuss unbestritten ein wesentlicher Aspekt ökologisch erzeugter Produkte und eines der wichtigsten Verlaufsargumente.

Rohstofferzeuger und moderne Bio-Verarbeiter, die die Kunst des Handwerks mit modernster Technik zu kombinieren verstehen und auf geschmacksverstärkende und -verändernde Chemie verzichten können, eröffnen oftmals völlig neue Geschmackswelten. Denn die Rohstoffe wachsen bei der Öko-Bewirtschaftung langsamer und haben die Zeit, Inhaltsstoffe voll auszuprägen – auch die, die für die Gaumenfreude zuständig sind. Arzneimittel und Chemie dürfen gar nicht oder nur in sehr speziellen Fällen eingesetzt werden, zudem sind Bio-Tiere und -Pflanzen oft altbewährte, robuste Arten – beides wiederum ein Plus für die Geschmacksvielfalt und den gesundheitlichen Nutzen. Und wenn die Ware aus der Region kommt, dann gesellen sich zu den positiven Faktoren oft noch Frische und volle Reife, die sogar eine wenig sensible Zunge zu schmecken vermag.

Erzeugung ist oft „geschmacklos“

Die zweite Bedeutung von „Geschmack“ führt weiter und ist am besten über den negativen Begriff „geschmacklos“ zu verstehen ist. Er umschreibt höflich etwas Unanständiges, und nicht anders kann man es nennen, was heute in vielen Ställen und auf vielen Feldern konventioneller Landwirtschaft gang und gäbe ist. Die vielfach zu beobachtende Rücksichts- und Gedankenlosigkeit gegenüber Tier, Umwelt und Konsumenten – vor allem der nächsten Generation – verdirbt vielen Menschen heute nachhaltig den Geschmack. Und mit „einfach“ hat die Erzeugung oft schon gar nichts mehr zu tun: Der moderne Mensch isst nicht mehr das, was ihm die Natur zur Verfügung stellt, sondern mischt sich, beispielsweise mit der „Grünen Gentechnik“, in hochkomplexe Vorgänge ein – völlig ohne Respekt und sehenden Auges, dass der böse Geist nie wieder in die Flasche zurückkehren kann, selbst wenn er Unheil anrichtet.

Die Wilde-Empfehlung „Man nehme von allem nur das Beste“ ist Leitmotiv von Spitzenköchen. Und da diese wiederum Vorbilder für viele Hausfrauen und -männer sind, tut jeder Lebensmittelkaufmann gut daran, sein Sortiment mit Premium, mit Feinkost, mit dem gewissen Extra zu ergänzen. Dieses Segment ist auch in den vergangenen Jahren gewachsen – weil Verbraucher eben nicht (nur) der „Geiz-ist-Geil“-Botschaft folgen, sondern (auch) dem anderen Werbeslogan Gehör schenken: „Ich bin doch nicht blöd.“

Mit Fisch kann sich Handel profilieren

Fisch war für Binnenländer schon immer etwas Besonderes, aber mittlerweile müssen auch die Küstenbewohner lernen, dass das Meer mit seinem Reichtum nicht unerschöpflich ist. Bio bedeutet auch in diesem Bereich Nachhaltigkeit und ein anderer Umgang mit den Lebewesen.

Die Deutsche See GmbH & Co. KG, Bremerhaven, führt derzeit vor allem Bio-Räucherfisch, darunter Bio-Räucherlachs und Bio-Bachforelle, im Programm und kündigt zur BioFach Bio-Fisch und Bio-Meeresfrüchte an. „Wir glauben fest an Bio“, bekennt Andreas Lippmann, Category-Manager Bio, und kündigt Bio-Frischfisch-Convenience sowie unter der Marke „Beeck“ Bio-Feinkostsalate für die Bedientheke an.

Lippmann sieht viele Vorteile: „Mit den Bio-Produkten bieten wir dem Handel die Möglichkeit, Fisch und Meeresfrüchte sowie Feinkost unserer Marke Beeck in Bio-Qualität zu verkaufen. Damit kann sich der Handel profilieren und gegenüber anderen Wettbewerbern differenzieren. Dem Verbraucher gegenüber vermitteln wir in erster Linie die ökologischen und geschmacklichen Vorteile von Bio-Produkten.“ Einfach ist es für einen Hersteller, der auch Konventionelles anbietet, nicht: „Die Herstellung und Verarbeitung von Bio-Produkten erfordert separate Arbeitsschritte und die vollständige Trennung von der konventionellen Ware“, erklärt Lippmann. „Die Verarbeitung von Bio-Fisch und Meeresfrüchten erfordert daher eine ausgeklügelte Logistik und findet vor der Verarbeitung der konventionellen Ware am Beginn einer Arbeitsschicht statt.“ Für die Bio-Feinkostsalate stehen eigene Produktionsräume für die Bio-Produktion und Lagerung zur Verfügung.

Mit den Bio-Räucherfischen ist Deutsche See bereits im konventionellen Handel, z. B. bei Edeka, Real, Toom, Kaufhof oder Karstadt, gelistet. Den Kunden ermöglicht das Unternehmen Schulungen für die Mitarbeiter und zeigt dabei die Grundregeln des ökologischen Landbaus genauso auf wie die Produktion von Fisch und Meeresfrüchten aus ökologischer Aquakultur. Auch gibt es impulsstarke Werbemittel für den POS.

Deutsche See bietet Bio-Räucherlachs, geschnitten und ungeschnitten (aus ökologischer Aquakultur in Schottland, im Reiberauch mit Hickory-Holz geräuchert), ganze Bio-Bachforelle (aus ökologischer Aquakultur in Deutschland, mild geräuchert), Bio-Bachforellenfilet mit Haut (aus ökologischer Aquakultur in Deutschland, mild geräucherte Einzelfilets aus Hickory-Reiberauch), Bio-Graved-Lachs, geschnitten und ungeschnitten (aus ökologischer Aquakultur in Schottland, nach alter Rezeptur mit 100 Prozent Zutaten aus ökologischer Landwirtschaft) und – spätestens ab der BioFach – folgende Convenience-Gerichte an (alle Zutaten aus ökologischer Aquakultur und ökologischer Landwirtschaft): Bio-Pangasiusfilet „Curry“ (in einer Marinade aus Bio-Sonnenblumenöl Curry, Ingwer und Curcuma), Bio-Lachsfilet „India“ (Lachsfilet ohne Haut in einer Marinade feiner Gewürze), Bio-Lachsfilet „Toskana“ (Bio-Lachsfilet mit feinen Kräutern in Bio-Sonnenblumenöl), Bio-Garnelenpfanne „provencale“ (Bio-Garnelen ohne Schale mit provenzalischen Kräutern in Bio-Sonnenblumenöl fertig mariniert) und Bio-Garnelenpfanne „Pesto“ (Bio-Garnelen ohne Schale mit Pesto mariniert).

Unter Beecks gibt es spätestens mit der BioFach „Bio-Garnelensalat mit Fenchel“ (in klarem Dressing mit Fenchel, gelben und roten Bio-Paprika), „Bio-Garnelensalat mit dreierlei Linsen“ (in klarem Dressing mit roten, grünen und schwarzen Linsen), „Bio-Kartoffelsalat“ (gewürfelte Bio-Kartoffeln mit Schale in einem Dressing aus sauerer Sahne und Schnittlauch) und „Bio-Pennesalat“ (pikanter Nudelsalat in mediterranem klarem Dressing mit Paprika, Zucchini, Mais und Oliven). Auch bei diesen Feinkostsalaten stammen alle Zutaten aus ökologischer Landwirtschaft und ökologischer Aquakultur.

Neue Bio-Markefür den LEH

Mit einer neuen Marke für den konventionellen LEH wird die Dunns of Dublin GmbH, Schlüchtern, voraussichtlich im ersten Quartal dieses Jahres auf den Markt kommen. Angeboten werden Bio-Räucherlachs (100 Gramm, SB) sowie Bio-Lachsfilets aus Irland und Shetland. Reinhard Ruppel erklärt zu der Bio-Produktion des Lachses von den Shetland-Inseln: „Die Besonderheit ist, dass das Futter keine Phaffia-Hefe enthalten darf. Die Rotfärbung des Lachsfleisches entsteht einzig und allein durch Verwendung von Shrimpsmehl. Dieses wird aus den Schalen von Scampis und Langustinen hergestellt. Somit entsteht eine natürliche Rotfärbung des Lachsfleisches wie bei Wildlachsen in der freien Natur, die sich ebenfalls von Krebsen und Garnelen ernähren. Das Fleisch der Biolachse von den Shetlandinseln hat dadurch einen ähnlichen Geschmack wie atlantischer Wildlachs.“ Unter dem Label „Dunns of Dublin – Bio-Premium-Qualität“ beliefert das Unternehmen bisher den Bio-Großhandel und -Fachhandel mit Lachsfilet, Räucherlachs und Wildlachsfilets. Der Erfolg sei „überragend“, so Ruppel. Die Produkte von Dunns of Dublin können über Ökofrost bezogen werden.

Seit Dezember 2005 liefert die Ökofrost GmbH, Spezialgroßhändler für Tiefkühlkost in Berlin, auch die Marke „Biopolar“, unter der drei TK-Garnelen-Produkte aus Naturland zertifizierter Aquakultur in Ecuador geführt werden und die von Ökofrost entwickelt wurde. „Das Sortiment von Biopolar befindet sich im Aufbau. Weitere Produkte werden bald folgen“, erklärt Annette Mörler, Sprecherin von Ökofrost. „Die ersten Produkte kommen aus dem stark nachgefragten Bereich Fisch und Meeresfrüchte. Biopolar bietet drei Varianten an: rohe und gekochte Garnelen sowie Riesengarnelen.“ Auf den Produktverpackungen und auf der Website www.biopolar.de erhält der Verbraucher Auskunft darüber, unter welchen Bedingungen für Mensch und Umwelt die Erzeugnisse entstehen.

„Bio-TK wirdweiter wachsen“

Über Ökofrost kann ein Einzelhändler für sein Feinkostangebot folgende Bio-Produkte beziehen: Flammkuchen Käse-Lauch und Flammkuchen Elsässer Art (Wagner), Pizza mit Ziegenkäse aus Frankreich (Sole Mio) sowie zwei Sorten original italienische Tartufi von NaturICE. Ökofrost beliefert bereits selbstständige Edeka- und Rewe-Einzelhändler, Reformhäuser und Drogerien (eine dm-Filiale in Duisburg, zwei Filialen von Budnikowsky in Hamburg). „Geschäfte, die nicht der Naturkostbranche angehören, beraten wir sehr intensiv, da hier ein Know-how-Transfer in Sachen Bio-Lebensmittel besonders wichtig ist“, erklärt Annette Mörler. Weitere Angebote sind Vorschläge für eine effektive Layout-Gestaltung der Bio-TK-Produkte, Kompetenzvermittlung für Bio-Tiefkühlkost, monatliche Verkaufsaktionen, Vermittlung von Verkostungsaktionen, Werbematerial und Infoflyern für den Endverbraucher, datenbankgestützte Sortimentsoptimierungen, individuelle, auch auf die Kundschaft des Geschäftes zugeschnittene Sortimentszusammenstellungen sowie ein Produktportal auf der Homepage.

Der Großhändler, der sich vom LEH eine flexiblere Listungspolitik wünscht, sieht die eigene Situation positiv: „In den letzten Jahren konnten wir zweistellige Umsatzzuwächse verzeichnen“, so Annette Mörler. „Das Sortiment konnte weiter ausgebaut werden und wir freuen uns über einen stetig wachsenden Kundenstamm.“

Verkaufsargument Tierschutz

Die Thönes Großschlachterei, Wachtendonk, hilft mit seinen Bio-Fleisch- und Wurstprodukten, Höhepunkte im Sortiment zu setzen. Geschäftsführer Bruno Jöbkes nennt dabei als Beispiele Salamis wie Thönes-Klassik (Edelsalami Mailänder Art), Schinkenplockwurst, Cervelatwurst und Rindersalami sowie unterschiedliche Schinkensorten, teils geräuchert, teils luftgetrocknet (geräucherter Kernschinken Eifler Art, luftgetrockneter Kernschinken mindestens vier Monate gereift, Rauchfleisch vom Rind, Jahresschinken mindestens ein Jahr unter Lufttrocknung gereift, Kochschinken in handwerklicher Qualität). Zudem liefert das Unternehmen verarbeitete Artikel wie Frikadellen aus Schwein, Rind oder Geflügel (jeweils 100 Prozent) sowie marinierte und gewürzte Artikel für die Grillzeit, Kassler und drei Bio-Fonds zur Verfeinerung von Suppen und Saucen (vom Rind, Kalb und Geflügel, jeweils 330 Milliliter im Glas mit wiederverschließbarem Deckel). Demnächst wird es eine „mediterrane Salamilinie“ mit luftgetrockneten Salamis in den Geschmacksrichtungen Fenchel, Pfeffer und Paprika geben.

Mit Produkten in SB-Verpackung ist Thönes bei Rewe und bei Einzelhändlern der Edeka vertreten, sowie an der Bedienungstheke in Karstadt-Filialen. Die Vermarktung wird beispielsweise mit klassischen VKF-Mittel, Spezialmonitoren mit Hintergrundfilm, Einladung zur Organisation von Bauernhofbesuchen, Verkostungsaktionen und der Beteiligung an der Thekenausstattung unterstützt. Jöbkes zählt als Besonderheiten der Bio-Produkte auf: „Die nachgewiesenermaßen äußerst tierschutzgerechte Schlachtung, die Bearbeitung durch fest angestellte Facharbeitskräfte und die handwerkliche Verarbeitung mit viel Zeit, Geschick und Freude an der Entwicklung neuer Produkte.“ Gegenüber Handel und Verbraucher kommuniziert die Thönes Großschlachterei vor allem den Tier- und den Naturschutz in der landwirtschaftlichen Produktion, den Wegfall der in der Diskussion stehenden allergenen Zutaten in Gewürz- und Zutatenmischungen, die Transparenz und die Nähe vom Verbraucher zur Erzeugung.

Sogar Entensalami in Bio-Qualität

Nicht weniger als 33 Fleisch- und Wurstwaren nennt die kff kurhessische fleischwaren GmbH, Fulda, auf die Frage nach Bio-Produkten für den LEH. Eine Besonderheit stellt „Rhöngut“, die Marke für Rohschinken und Rohwurst dar, für die das Unternehmen 2003 den Innovationspreis Bio-Lebensmittelverarbeitung bekam: Die Produkte werden ohne Nitritpökelsalz oder Salpeter und nur mit Meersalz, Rohrzucker und Bio-Gewürzen hergestellt. Als weitere Besonderheit erklärt Sabine Brähler, Assistenz der Geschäftsleitung, dass für die Produkte „Rhöngut Bio Feldkieker”, „Rhöngut Bio Cervelatwurst luftgetrocknet“ und „geräuchert“ so genannte „Jahresschweine“ verarbeitet werden, also Tiere, die mindestens ein Jahr alt sind. Drei „Rhöngut”-Artikel werden aus Demeter-Rohstoffen hergestellt (Rindersalami, Rinderschinken und Rhönwurz). Neu im Sortiment sind Lamm- und Ziegenfleisch sowie Entensalami und zukünftig gibt es auch Spanferkel, Wildschwein und Lammsalami. Verkauft werden die Wurst- und Fleischwaren beim Mutterunternehmen tegut und über dennree, Alnatura, Metro, Fegro-Selgros und diverse Fachhändler. „Wir haben Interesse, unsere Bio-Marktstellung weiter auszubauen“, erklärt Sabine Brähler. „Dafür ist es notwendig, insbesondere im konventionellen Lebensmittelhandel Partner zu gewinnen.“

Fleisch und Wurst kann der Handel auch von der Chiemgauer Naturfleisch GmbH, Trostberg, beziehen (Bild rechts), wobei bisher nach Auskunft des Unternehmens vor allem die Feinkostschiene beliefert wird. Als Zusatznutzen kann „Qualität – Regionalität – Transparenz“ kommuniziert werden.

Bio-Schinken-Spezialitäten ...

Die Tannenhof Schwarzwälder Fleischwaren GmbH & Co. KG, Niedereschach, ist ein bekannter Schinkenproduzent. Seit November 2005 produziert das im September zertifizierte Unternehmen ein Bio-Schinkensortiment für die Bedientheke und den SB-Bereich. Es wird unter dem eingetragenen Markennamen „Naturess“ vertrieben. „Alle Naturess-Bio-Schinkenspezialitäten werden garantiert ohne Nitritpökelsalz und ohne Konservierungsstoffe hergestellt“, betont Geschäftsleiterin Claudia Schnekenburger-Erban. Tannenhof bietet als Nuss/Hüfte sowie als Viertelstück „Bio Landschinken geräuchert“ (gewürzt mit Meersalz, Wacholderbeeren, Pfefferkörnern, Koriander u. ä., leicht geräuchert und drei Monate gereift) und „Bio Bauernschinken“ (mit einer Salz-Gewürzmischung trocken gepökelt, über Tannenreisig, Wacholder und Tannenholz dunkel geräuchert und drei Monate gereift), als Kernstück der Schweinekeule den „Bio-Schwarzwälder Schinken“ (2,8 Kilo, mit Salz und heimischen Gewürzen von Hand eingerieben und trocken gepökelt, über grünem Tannenreisig, Wacholder und Tannenhölzern geräuchert und in Höhenluft drei Monate gereift) und den „Bio-Landschinken, luftgereift“ (von Hand trocken gesalzen und vier Monate ausschließlich in Höhenluft gereift, 2,8 Kilo und als Viertelstück) sowie die SB-Stücke „Bio-Schinkenspezialitäten“ (Bio-Schwarzwälder-Schinken und Bio-Landschinken geräuchert, jeweils 350 bis 450 Gramm im Stück) und die geschnittenen Bio-Schinkenspezialitäten für SB (Bio-Schwarzwälder-Schinken, Bio-Landschinken geräuchert, Bio-Bauernschinken und Bio-Landschinken luftgereift zu je 100 Gramm) an.

Hören Feinschmecker den Begriff „Serrano-Schinken“, bekommen sie glänzende Augen. Und es gibt ihn nun in Bio-Qualität – geliefert im Direktvertrieb von Alimentación Kahrsan, SL, Paria/Madrid, unter der Marke „Bio Laurita“. Die Spanier bieten „Jamón Serrano“ (ohne Konservierungsstoffe, Phosphat und Nitritpökelsalz, mindestens zwei Jahre gereift) für die Theke und abgepackt mit Etikett in deutscher Sprache an. Das Unternehmen betont, dass alle Schinken vom Bio-Schwein stammen, aber trotzdem kein Produkt dem anderen gleicht, weil es auf das Futter ankommt. Die Tiere ernähren sich ausschließlich von Getreide (Gerste, Weizen, Mais, Soja), Kastanien, Grünfutter und Gemüse aus ökologischer Erzeugung. Ebenfalls von Alimentación Kahrsan ist die bekannte Paprika-Hartwurst „Chorizo“ in Bio-Qualität zu beziehen. Sie wird aus magerem Schweinefleisch, Schweinefett, Knoblauch, Paprikapulver und Oregano (alles aus Öko-Anbau) und Meersalz ohne Konservierungsstoffe, Phosphat und Nitritpökelsalz gefertigt und konnte mindestens drei Monate reifen.  (BioFach Halle 5, Stand 129 “Consejo Regulador de Madrid)

... und Typisches aus Nürnberg

Mit dem Ziel, hochwertige, natürliche Lebensmittel herzustellen und zu vermarkten, startete 1999 in Nürnberg das Unternehmen „Nürnberger Bio Originale“ mit Spezialitäten der Frankenmetropole. Die Original Nürnberger Bio-Rostbratwürste (seit 2003 unter EU-weitem regionalem Herkunftsschutz) bestehen zu 100 Prozent aus Bio-Schweinefleisch, Gewürzen aus ökologischer Erzeugung und sind ohne Zusatz- oder Konservierungsstoffe gefertigt. Ebenfalls regionalen Herkunftsschutz haben die Nürnberger Lebkuchen. Nürnberger Bio Originale liefert Oblaten-Lebkuchen und Elisen-Lebkuchen in Bio-Qualität nach traditionellen Rezepturen und handwerklich gefertigt. Der Nussanteil liegt, so der Hersteller, bei den Oblaten-Lebkuchen mit 18 Prozent und bei den Elisen-Lebkuchen mit 40 Prozent deutlich über dem Wert konventioneller Ware. Die Produkte tragen das Bio-Siegel. Die Distribution erfolgt zu 90 Prozent über Bio-Fachgeschäfte.

Ergänzt wurde das Sortiment inzwischen durch zwei weitere traditionelle fränkische Bratwurstprodukte, zwei nitritfreie Kinder-Wurstartikel (Mini-Wiener und Mini-Käsegriller), Premium-Fischkonserven und ganzjährige Gebäckartikel. Auf der BioFach wird erstmals ein Feinkostprogramm sowie ein Sortiment mit Bio-Cerealien vorgestellt.

Mediterranes weiter im Trend

Mit „Rinatura“ bietet Rila Feinkost-Importe, Stemwede-Levern, dem klassischen Lebensmittelhandel ein umfangreiches Bio-Vollwertkost-Sortiment mit mehr als 150 Produkten an. Feinkost spielt dabei eine wichtige Rolle. Unter der neuen Submarke „Rinatura Culinaria“ geht das Unternehmen jetzt noch stärker auf den seit Jahren anhaltenden Trend zu mediterranen Rezepten ein. In Bio-Qualität zu haben sind Aceto Balsamico di Modena, weiße Knoblauchsauce (Sauce Aioli), Bärlauch Pesto (mit 60 Prozent Bärlauch), Pesto Genovese (klassisches Rezept mit Basilikum), Pesto Rosso aus getrockneten Tomaten, Tomaten-Basilikum-Sauce, Tomaten-Passata sowie grüne Oliven, Kalamata-Oliven und Knoblauch aus der griechischen Küche. Die Erweiterung der Range wird nach Unternehmensangaben sukzessive erfolgen.

Neu bei den klassischen Rinatura-Produkten sind die Soja-Pfanne „Gyros Art“ (Fertigmischung für vegetarische Gerichte), der Falafel-Mix (Fertigmischung für Kichererbsen-Bäll- chen) und der Bärlauch-Bratmix (für die Zubereitung von Bratlingen). Für Fans des trendigen Krauts gibt es jetzt auch Bärlauch-Spätzle, und der Liebhaber der asiatischen Küche bekommt von Rinatura China-Gemüse im Glas. Alle Produkte tragen das Bio-Siegel.
Rila ist bei Coop Kiel, Edeka (Großflächen), Bünting, Bartels-Langness, Globus St. Wendel, Kaufland und Rewe gelistet. Die Vermarktung unterstützt das Unternehmen beispielweise mit Verkostungen, Zweitplatzierungen mit Displays sowie mit Informations- und Rezeptbroschüren.

Pestos für die schnelle Küche

BioGourmet, Legau, bestückt das Feinkostregal im LEH mit Kalamata-Oliven in Öl (Glas mit 330 Gramm), Oliven-Pesto (120 Gramm, aus Italien, ohne Wärmebehandlung), Tomaten-Pesto (120 Gramm, aus getrockneten Tomaten aus Sizilien), Basilikum-Pesto (120 Gramm, mit Basilikum aus Ligurien) und getrocknete Tomaten in Olivenöl (120 Gramm, mit Tomaten aus Sizilien). Die Pestos sind ein Tipp auch für Kunden, die „eine schnelle Küche“ bevorzugen.
Bereits 15 Prozent seines Gesamtumsatzes erzielt die Johann Hörrlein Feinkost GmbH, Adelsdorf, mit Bio-Produkten. Für 2006 strebt das Unternehmen einen Anteil von 22 bis 25 Prozent an. Im Sortiment sind mediterrane Spezialitäten (marinierte Artischocken, grüne Oliven, Kalamata-Oliven, Oliven-Mix und sonnengetrocknete Tomaten), acht Produkte unter der Kategorie „Feinkost“ (Aioli, Zaziki, Meeerrettich-, Mayonnaise- und Knoblauch-Produkte), Dressings und Ketchup, Pestos (Genovese, Rosso und Mixta) sowie diverse Soßen. Hörrlein beliefert derzeit die tegut-Märkte und nutzt einen großen Teil seiner Kapazitäten für die Produktion für Dritte. Um die Vermischung mit konventionellen Rohstoffe zu vermeiden, werden Bio-Produkte nur an ganz bestimmten Tagen verarbeitet.

Fünf Pestosorten im 200-Milliliter-Glas und sieben vegane Brotaufstriche im 125-Gramm-Glas hat die biosanica Naturprodukte GmbH, Lengfurt-Triefenstein, im Programm und ist damit auch bei einigen konventionellen Lebensmittelhändlern vertreten. „Sehr erfolgreich vermarktet tegut unsere Pestos“, sagt Geschäftsführer Georg Thalhammer. Für 2006 hat er sich die Entwicklung weiterer Feinkostartikel vorgenommen, wobei er an Wildkräuterpesto und mediterrane Feinkost auch aus Gemüse denkt. Die Produktion für andere Marken ist möglich.
Senf in Bio-Qualität steuert die Byodo Naturkost GmbH, Mühldorf, zum Feinkost- und Premium-Sortiment bei (bislang in Bio-Fachgeschäften). Den scharfen Senf wählte das österreichische Gourmet-Magazin „A la Carte“ auf Platz eins bei einer Verkostung von 32 Senfsorten aus ganz Europa. „Das zeigt einmal mehr, dass die wahre Kunst oft weniger im großen Aufwand oder komplizierten Verfahren liegt“, kommentiert das Unternehmen. Der Byodo-Senf habe nämlich eine vergleichsweise einfache Rezeptur mit hohem Braunsaaten-Anteil.

Kompetenzbeweis mit guten Ölen

Auch mit guten Ölen kann der Lebensmittelkaufmann seine Kompetenz zeigen. Gerade zu diesem Thema liefern Frauen- und Kochzeitschriften viele Informationen – die Verbraucher haben also eine Ahnung und suchen Auswahl (siehe dazu auch den Beitrag in bioPress 45/November 2005 „Flüssiges Gold für Geschmack und Gesundheit“).
Ein Lieferant für den LEH ist beispielsweise die Teutoburger Ölmühle GmbH & Co. KG, Ibbenbüren. Sie vertreibt deutschlandweit über das Importhaus Wilms „Raps-Kernöl Organic“ (kalt gepresstes natives Rapsöl) und „Sonnenblumen-Kernöl Organic“ (kalt gepresstes natives Sonnenblumenöl). Anders als bei herkömmlichen Verfahren presst die Teutoburger Ölmühle den Raps ohne Schalen. Dadurch gehen keine unerwünschten Schaleninhaltsstoffe in das Öl über und wertvolle Pflanzeninhaltsstoffe wie das fettlösliche Vitamin E bleiben erhalten. Das Unternehmen verzichtet auf eine aufwändige Raffination des Öls und gewinnt es in einem patentierten Verfahren unter aktiver Kühlung; es ist somit eine echte Kaltpressung. Die Mühle nutzt dabei die Prozesswärme sowie regenerative Energieträger (die vor der Pressung abgetrennten Rapsschalen sowie Öle aus zweiten Pressung) und kommt ohne Zufuhr fossiler Brennstoffe aus.

Die Vermarktung unterstützt die Teutoburger Ölmühle mit Verkaufsförderungsaktionen am POS und einer PR-Kampagne in Fach- und Publikumsmedien. Als Spezialaktionen wird ein Doppelpack mit zwei Ölflaschen und einem kostenlosen Kochbuch angeboten. Zudem gibt es alle drei Monate neue Flaschenanhänger mit Rezeptideen und Gewinnspiel. „Alle Verkaufsförderungs- und Kommunikationsmaßnahmen sind auf unseren Aktionsplan abgestimmt, der dem Handel rund ums Jahr vier attraktive Aktionsthemen liefert. Verkostungsaktionen mit Werbedamen sowie Sampling-Aktionen mit Miniölflaschen ergänzen unser Maßnahmenpaket“, heißt es aus dem Unternehmen.

Mit dem seltenen Aragnöl ist die Argand’Or GmbH, Königstein/Taunus, im konventionellen LEH vertreten. Das Öl wird aus gerösteten Arganmandeln und laut Geschäftsführer Rudolf Bresink in traditioneller Handpressung von Berber-Frauen in Marokko hergestellt. Verkauft wird das Öl in ausgewählten Supermärkten (z.B. tegut), Warenhäusern (Galeria Kaufhof), Feinkost- und Delikatessengeschäften und einzelnen Reformhäusern. „Wir sind mit dem bisherigen Erfolg sehr zufrieden“ sagt Bresink und fügt hinzu: „Wir wünschen uns vor allem bei den etablierten großen Handelsunternehmen mehr Mut beim Testen neuer Produkte, auch wenn sie mal nicht in das Preis- oder Sortimentsgefüge passen. Privat geführte Geschäfte sind häufig neugieriger und aufgeschlossener für Innovationen.“ Das Unternehmen unterstützt den Verkauf mit Verkostungen und Probieraktionen, Kochshows mit bekannten TV-Köchen (in ausgewählten Feinkostabteilungen von Galeria Kaufhof) sowie mit Flyern und Broschüren. Als Zusatznutzen erklärt Bresink, dass mit dem Kauf von Argan-Öl die Lebens- und Einkommensbedingungen der Berberfamilien gesichert werden.

Gute Zukunftfür Bio-Käse

Auch im Käse-Sortiment kann der Kaufmann mit Bio-Spezialitäten das Außergewöhnliche anbieten. Zum Beispiel mit Spezialitäten aus Schafs- und Ziegenmilch, die die Bioland-Käserei Anderlbauer aus Frasdorf im Chiemgau liefert. Bei diesen Produkten ist im Vergleich zu Kuhmilch-Produkten der Nährwert höher und die Verdaulichkeit besser, bei Ziegenmilch-Käse kommt noch ein geringeres Allergierisiko hinzu. Das Unternehmen ist beispielsweise in Hit-Märkten und bei Karstadt vertreten und Marketingleiterin Sandra Keil erklärt: „Wir haben Interesse, den Vertrieb im konventionellen Bereich noch zu erweitern, wir wünschen uns mehr Umsatz im konventionellen Bereich.“ Sie bewertet den Geschäfterfolg als gut und fügt hinzu: „In die Zukunft sehen wir positiv und denken, dass es aufwärts gehen wird.“

„Bei uns kann generell auch ein ‚konventioneller’ Laden unsere Bio-Ware kaufen, zum Beispiel ein Käseläden, Metzger usw.“, sagt Birgit Würth vom Großhändler Prima Käse Jürgen Würth, Schwabach. „Wir denken, dass der Geschmack den Kunden überzeugt und sehen sehr zuversichtlich in die Zukunft. Hochwertige Ware ist gefragt, vor allem wenn das Preis-Leistungsverhältnis stimmt, und das ist bei Bio-Käse der Fall.“

Fehlt zum Abschluss noch das Süße: Das ist zum Beispiel von Lanwehr Pralinen & Marzipan GmbH aus Illertissen zu haben, die seit fünf Jahren Bio-Qualität anbietet. Auf der BioFach 2006 stellt das Unternehmen aus und lädt ein, zum Beispiel feinste Trüffel zu verkosten.

Ilse Raetsch


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