Bio-Feingebäck

Genuss für gemütliche Stunden

Noch ist Bio-Feingebäck im Regal des Lebensmitteleinzelhandels eher rar.  Kaufleute können also einen Vorsprung vor den Mitbewerbern erzielen, wenn sie Produkte ordern. Denn neben dem Vorteil Bio – wenig belastete Lebensmittel, keine künstlichen Zusatzstoffe – ist auch der Geschmack ein Plus, weil die Produkte oft handwerklich und nach traditionellen Rezepten gefertigt werden.

„Unsere derzeitigen Bio-‚Erfolge’ haben wir ausschließlich im Fachhandel. Dennoch ist uns bewusst, dass auf Dauer das größere Potenzial im LEH liegt“, erklärt Frank Szeleschus von der Grabower Süßwaren GmbH, Werther. Er sieht daher für die Bio-Produkte gute Möglichkeiten in allen Verkaufstellen, die Bio aktiv verkaufen wollen. Grabower möchte mit ihnen partnerschaftlich neue Produkte entwickeln und gemeinsam vermarkten. „Wir sind der festen Überzeugung, dass durch unsere Bio-Produkte dem Handel noch zahlreiche Impulse gegeben werden können und freuen uns auf die Zusammenarbeit.“

Optimistisch ist Szeleschus auch deswegen, weil das Unternehmen 2006 einen kompletten Relaunch seiner Bio-Range vorstellen wird und Schokoladen- und Gebäckspezialitäten (Waffelblätter in Vollmilch- oder in Zartbitterschokolade, feine Waffelröllchen mit Nougatcreme oder Milchcreme gefüllt, Mini-Cookies, Stracciatella- oder Amaretto-Mandel-Gebäckrollen) anbietet. Erste Testaktionen wurden bei Tegut begonnen. „Bekanntlich sind manche Bio-Rohstoffe nicht jederzeit in den gewünschten Qualitäten verfügbar. Als neuerer Bio-Hersteller sind wir aber auf dem besten Weg, hier in Zusammenarbeit mit neuen, kompetenten Lieferanten bessere Standards zu erreichen, um unsere gehobenen Ansprüche an Qualitätsprodukte vonseiten der Rohstoffzulieferer erfüllt zu wissen“, so Szeleschus weiter.

Da weiß man, was man isst

In handwerklicher Fertigung nach traditionellen Rezepturen und ohne Zusatzstoffe: So beschreibt Viola Kollmann, Assistentin der Geschäftsleitung, die Produktion der herzberger Bäckerei, Fulda, nach eigenen Angaben eine der führenden Bio-Bäckereien in Europa. Im Programm sind Bio-Stollen (1.000 Gramm, 750 Gramm und 250 Gramm), Bio-Stollenkonfekt (mit 100 Prozent Dinkelmehl), verschiedene Bio-Plätzchen mit Bio-Dinkel- oder Bio-Einkornmehl sowie als Neuheiten gefüllte Bio-Plätzchen und verschiedene Bio-Früchtekuchen mit einer Mindesthaltbarkeit von einem halben Jahr. Die Muttergesellschaft tegut, Tengelmann, Globus und Delhaize haben die Artikel in die Listung aufgenommen.

Die Fuldaer nennen neben dem Genusswert als Produktvorteile, dass die Rohstoffe aus ökologischer Erzeugung stammen, keine künstlichen Hilfsstoffe, Aromen oder Haltbarmacher eingesetzt werden und in der Produktion Verantwortung für Mensch und Umwelt (unter anderem Umweltaudit nach EMAS) übernommen wird. Das jährliche Wachstum betrage zehn Prozent, erklärt Kollmann, und das Unternehmen sehe weiterhin gute Möglichkeiten, insbesondere im Export.

Mit den Feingebäcksorten Hafer-Nuss-Kekse, Haselnuss-Waffeln und Honig-Waffeln ist die EP Naturprodukte AG aus dem österreichischen Itter im deutschen, österreichischen, italienischen, griechischen und luxemburgischen LEH vertreten. Die Produkte sind mit Vollkornmehl und Zucker hergestellt.

Die Pural Vertriebs GmbH, Baden-Baden, liefert unter dem Namen „Bio bis“ Doppelkekse, die nicht nur Bio-Konsumenten, sondern auch Verbraucher mit weiteren Ansprüchen erfreuen dürften. „Bio bis Chocolat“ (300-Gramm-Packung) ist ohne Milch und ohne Ei hergestellt, entspricht also einer veganen Ernährung. Das gilt auch für „Bio bis Choc Dinkel“ (300 Gramm), „Bio bis Vanille“ (300 Gramm) und „Bio bis pocket“, die Kleinen in der 40-Gramm-Packung. Die Sorte „Bio bis Butterkekse“ enthalten ebenfalls kein Ei.

Zulieferer für die Herstellung

Die Kessko Kessler & Comp. GmbH & Co KG, Bonn, ist Zulieferer für das Handwerk und die Industrie und hat diverse Bio-Produkte (mit Bio-Roh-Rohrzucker und -Vollrohrzucker) im Programm: Der „Bio-Crispy Florentinermix“ ist eine leicht nach Honig schmeckende Vormischung und für Florentiner, Bienenstichdecken, Nussecken, Müslischnitten, Dauergebäcke etc. geeignet. Die Mischung ist, so der Hersteller, nicht hygroskopisch (Wasser ziehend, klebend), das Gebäck bleibe deshalb länger frisch. Die Vormischung „Fixfertig für Bio-Muffins“ eignet sich zur Herstellung einer Rührmasse für Muffins und verschiedene Bio-Kuchen. Für Füllungen, Aufdressieren, Einstreichen und Garnieren steht die Bio-Nussnugatcrème hell zur Verfügung. Die Bio-Schoko-Nugatcrème mit geschmeidiger Konsistenz ist backfest und zum Füllen, Aufdressieren, Einstreichen und Garnieren einsetzbar.

Kessko liefert auch fertig verpacktes Buttergebäck in den Sorten „Bio-Butter-Mandel-Knacker“, „Bio-Butter-Herzen“, „Bio-Butter-Schokostäbchen“ und „Bio-Butter-Haselnusstaler“. Sie sind sortenrein à 175 Gramm und  in einer gemischten Verkaufspackung à 400 Gramm zu beziehen. „Durch die fertige Verpackung kann auch ein Nicht-Bio-Betrieb diese Plätzchen anbieten, da kein zusätzliches Bio-Zertifikat notwendig ist“, so das Unternehmen. Alle Bio-Plätzchen stehen zudem als lose Ware im Zwei-Kilo-Karton zur Verfügung.

Zulieferer ist auch die Edwin Lorenz GmbH & Co. KG, Norderstadt/Hamburg. Das Unternehmen hat zum Beispiel Walnusskernhälften im Programm, die biozertifiziert und besonders klein sind. Damit eignen sie sich gut für die Produktion von Feingebäck und Konfiserie-Artikel. Da die Ware Laser gescannt sei, so Geschäftsführer Oliver Knospe, habe sie eine einheitliche Farbe und sei garantiert frei von in Frage kommenden Fremdstoffen. Zudem habe sie sehr geringe mikrobiologische Werte und durch die Vakuum-Verpackung eine lange Haltbarkeit. „Walnüsse erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, da gerade in letzter Zeit immer wieder durch Untersuchungen belegt wird, wie hoch der Gesundheits- und Nährwert für den menschlichen Organismus ist“, erklärt Knospe (siehe Kasten „Warenkunde Walnuss).

Ilse Raetsch


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