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Peru: Viel Export – wenig Eigenkonsum

Bio-Produkte in Peru mit Standortvorteil durch Gentechnik-Verbot

Peru gehört zu den lateinamerikanischen Ländern mit einer eigenen Bio-Gesetzgebung. Obwohl das Land zu den derzeit zehn wichtigsten Bio-Exportmärkten gehört, spielt ökologischer Landbau auf politischer Ebene kaum eine Rolle. Während hauptsächlich Kaffee, Bananen und Kakao für den Export produziert werden, wird eine große Gemüsevielfalt für den internen Mark angeboten und auf dem wöchentlichen Bio-Markt der BioFeria verkauft.

Peru hat 2006 seine eigene nationale Gesetzgebung für Bio-Produkte verabschiedet. Sie wird überwacht durch die lokale Kontrollbehörde SENASA.

Obwohl Umweltminister Brack einen eigenen Bio-Betrieb bewirtschaftet, gibt es keine spezielle staatliche Unterstützung für den Bio-Anbau, zum Beispiel während der Umstellungszeit. Die staatlichen Exportprogramme richten sich überwiegend an die Großgrundbesitzer und konventionellen Produktionssysteme, so dass derzeit der Öko-Landbau nur von internationalen Entwicklungsorganisationen verschiedener Länder und NGO gefördert wird.

Der Anbau von Gentechnik-Pflanzen ist verboten

Ein Pluspunkt für Peru ist, dass in diesem Jahr das Gentechnikverbot, zunächst bis 2014, aufrechterhalten worden ist. Damit wird der Standort für Bio-Produkte deutlich gestärkt. Dennoch ist auch hier die Gentechnikindustrie auf dem Vormarsch und Untersuchungen der Universität „La Molina“ haben gezeigt, dass es bei einigen Produkten wie konventionellem Mais durchaus Verunreinigungen gibt.

Eine große Gefahr für den Bio-Anbau, wie in vielen anderen Regionen Lateinamerikas, Afrikas oder auch Asiens, ist der Abbau von Rohstoffvorkommen wie Gold und Kupfer, der eine schadstofffreie Produktion verhindert. Insbesondere Wasser ist hier häufig belastet. In solchen Gebieten kann oft kein Bio-Anbau mehr gewährleistet und zertifiziert werden. Daher haben sich 2007 im nördlichen Piura Biobauern und ihre konventionellen Kollegen gegen das Kupferabbauvorhaben „Majaz“ ausgesprochen. Der Abbau von Kupfer hätte in dieser Region womöglich dem Bio-Anbau einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Was für die Entwicklung des Bio-Marktes fehlt, ist ein starkes Bio-Beratungssystem durch Bio-Verbände und Landwirtschaftskammern, die gleichzeitig wichtige Interessensvertreter für den Bio-Landbau sind.

Ein Drittel der Agrarexporte sind Bio

Derzeit werden in Peru rund 273.750 Hektar von 35.000 Produzenten ökologisch bewirtschaftet. Während der Exportmarkt schnell wächst, entwickelt sich der interne Markt nur sehr langsam. Über 95 Prozent der zertifizierten Produkte sind für den Export bestimmt. Das Exportvolumen ist von 6,1 Millionen Dollar im Jahr 1999 auf 240 Millionen Dollar im Jahr 2009 gestiegen.

Die Hauptexportmärkte sind Europa (60,5 Prozent), America (35,5) und Asien (3,0). Hauptsächlich werden unverarbeitete Produkte wie Kaffee (58,5 Prozent), Bananen (21,5) Kakao (9,5), Baumwolle (4) und Mangos (1,5) exportiert. Weitere Export-Produkte sind die Andengetreide Quinoa und Amaranth, die in Deutschland derzeit in Mode sind. Verarbeitete Produkte werden nur sehr wenig exportiert.

Das Bio-Angebot für peruanische Konsumenten ist in ganz Peru hauptsächlich auf die am Meer liegende elf Millionen Metropole Lima beschränkt. Im Landesinneren werden kaum zertifizierte Bio-Produkte angeboten. Eine starke Bio-Bewegung wie wir sie aus den 70er und 80er Jahren aus Deutschland kennen gibt es nicht. So ist es eine kleine Gruppe Alternativer, Studenten und Ausländern, die den internen Markt ankurbeln.

Im Allgemeinen ist der Begriff  bio zwar geschützt, aber die Konsumenten setzen den Begriff gerne gleich mit naturbelassen. Dass Bio-Produkte kontrolliert werden und mehr bedeuten als den Verzicht auf chemisch-synthetische Spritzmittel ist den wenigsten geläufig. Weit verbreitet ist hingegen der Gedanke, dass hier ohnehin alles Bio ist, weil die Bauern kein Geld für Spritzmittel haben. Das ist in vielen Regionen sicherlich richtig. Doch die meistens nicht zu übersehenden Pflanzenschutz- und Düngemittelläden in jeder Agrarregion lassen anderes vermuten. Von Verbraucherskandalen hört man in Peru nichts, weil einfach keine Pestizidbelastungen analysiert werden. Staatlich sind Rückstandsuntersuchungen nicht gewollt, nur ein implementiertes HACCP-System ist inzwischen gesetzlich vorgeschrieben.

LEH behandelt Bio stiefmütterlich

In Peru gibt es fünf big Player des LEH: Metro, Vivanda, Santa Isabell, Totos und WONG. Dank der Vermarktungsorganisation Ecológica werden in allen auch Bio-Produkte verkauft. Die meisten dieser Ketten haben nur Zweigstellen in Lima. Nur wenige sind inzwischen in die größeren Städte wie Trujillo oder Arequipa vorgedrungen.

Eine Erhebung im Supermarkt Vivanda ergab folgendes Bild vom biologischen Gemüse- und Obstsortiment: Bananen, Bohnen, Cherry Tomaten, Lauch, Lauchzwiebeln, Mangold, Gurken, Mais, Radieschen, Ruccula, Salat, Staudensellerie, Sprossen, Salat, Zwiebeln. Bio-Milch oder Bio-Fleisch­produkte fehlen im Supermarkt komplett. Die Preise sind nach einer Studie zwanzig Prozent teurer, die Bio-Bananen sind allerdings auch schon mal billiger als die konventionellen.
Bio ist ein kleines Sortiment, das noch stiefmütterlich behandelt wird. Bisher gibt es in keinem Supermarkt eine einheitliche Präsentationsform wie ein Kundenleitsystem oder spezielle Regale nur mit Bio-Produkten. Die Produkte sind vermischt mit den konventionellen und schwer erkennbar. Und in einigen wenigen Fällen ist auch nicht „bio drin, wo bio drauf steht“.

Manche Supermärkte bieten manchmal einen Bio-Kaffee oder das peruanisches Nationalgetränk Pis­co, eine Art Grapa, in Bioqualität an. Exotische Produkte wie Maca-Mehl (Maca ist eine Wurzel, der viele heilende Kräfte zugesprochen werden) kann man „versteckt“ zwischen anderen Spezialmehlsorten finden. Also hier heißt es Lupe mitnehmen und Ausdauer haben!

Auf Fragen an das Personal kommen unterschiedliche Antworten. Einige wissen immerhin, dass keine chemisch-synthetischen Spritzmittel eingesetzt werden dürfen, andere verwechseln dann aber auch gleich die Marke Linea Verde (Grüne Linie) mit der Linea Orgánica. Hier ist also noch viel Aufklärungsarbeit und Schulungsbedarf nötig.

Bio-Läden fehlen

Es gibt derzeit nur einen Bio-Laden in Lima, der ausschließlich Bio-Produkte seiner eigenen Linie „Bio-Anden“ verkauft. Er bietet 15 Produkte aus Müsliriegeln, Trockenfrüchten, Honig und Apfelsaft an. Seine Produkte verkauft Ephraim Valdivia zusätzlich sowohl auf der BioFeria wie im Supermarkt. Den größten Umsatz erzielt er auf dem Biomarkt.

Auch in verschiedenen kleineren konventionellen Läden werden Bio-Produkte angeboten aber ein Bio-Laden mit einem Vollsortiment und vor allem mit frischen Produkten fehlt. Derzeit stehen nicht genug Produkte in ausreichender Menge für den lokalen Biomarkt zur Verfügung und das, obwohl ein Drittel der peruanischen Agrarexporte bio-zertifiziert ist. Der Vergleich der Produktpalette der Exportwaren und des lokalen Marktes zeigt, dass in Peru hauptsächlich Kaffee exportiert und auf dem lokalen Markt meistens Frisches wie Gemüse angeboten wird.

Hervorzuheben ist der für Lateinamerika einzigartige, jeden Samstag stattfindende Biomarkt im reichen Stadtviertel Miraflores. Der Markt existiert seit 1999 und wurde unter anderem mit Hilfe des deutschen Entwicklungsdienstes (DED) ins Leben gerufen. Ein nachhaltiges, noch heute früchtetragendes Projekt.

Viel hat sich seit den Anfängen verändert. Begonnen hat die BioFeria mit acht Ständen und 30 Produkten einmal monatlich, heute sind es 46 Stände mit mehreren hundert Produkten und einem geschätzten Umsatz von mehr als 7.500 Euro jeden Samstag. Ein zweiter Bio-Markt wurde im benachbarten Stadtviertel Surco eingerichtet.
Die Produktpalette reicht von Obst und Gemüse über Brotwaren bis hin zu Milchprodukten. Den stärksten Anteil hat Gemüse; das Obst-Angebot ist leider sehr klein und auch verarbeitete Produkte gibt es nur wenig; dazu gehören zum Beispiel Brot, Müsli, Marmeladen oder Tomatensauce. Fleischprodukte fehlen noch komplett im Sortiment. Darüber hinaus werden andere Produkte wie Holzsspielzeuge, Weleda-Kosmetik und T-Shirts aus Bio-Baumwolle angeboten. Längst hat sich der Biomarkt auch zu einem sozialen Treffpunkt entwickelt.

Henry Vera und seine Frau Mariella Matos gehören zu den Gründern der Bio-Bewegung in Peru. Ausgangspunkt war die Suche nach gesunden Nahrungsmitteln. Es begann mit einer Konferenz über bio-dynamische Landwirtschaft an der deutschen Humboldt-Schule. Die erste BioFeria ging jedoch erst rund 20 Jahre später an den Start. Die beiden erinnern sich noch lebhaft an die Anfänge der BioFeria. Damals war noch viel Aufklärungsarbeit nötig. Es wurde oft mehr geredet und erklärt als verkauft. Heute sei das anders, sagt Mariella: „Die Menschen kommen und kaufen, ohne dass wir noch viel Überzeugungsarbeit leisten müssen“.

Bei dem Anblick der vielen Menschen, die sich jeden Samstag auf dem Markt tummeln, scheint fast vergessen, dass die BioFeria schon einmal kurz vor dem Aus stand. Ein ehemaliger Bürgermeister von Miraflores hatte den Beschluss gefasst, der BioFeria seine Lizenz zu entziehen. Die Bio-Szene war verzweifelt, aber in letzter Sekunde wurde der Bürgermeister wegen „Unregelmäßigkeiten“ ins Gefängnis gesteckt und die Bio-Szene atmete auf.

Henry, der am gleichen Standort Brot und Kuchen verkauft wie vor vielen Jahren seine Oma, als sie für die gegenüberliegende Schule Geld sammelte, weiß noch eine andere Anekdote zum Bürgermeister zu erzählen. Als dieser bereits im Gefängnis saß, haben seine Kinder für ihren eingesperrten Vater eine Bio-Lasagne bei ihm bestellt. Dass diese für den ehemaligen Gegner der BioFeria war hat Henry nur durch Zufall erfahren. Ob dieser seinen Beschluss vielleicht doch bereut hat? Auch hier haben sich die Zeiten geändert. Zum zehnjährigen Jubiliäum der BioFeria hat der derzeitige Bürgermeister Manuel Masías die BioFeria gelobt: „Die BioFeria verkauft nicht nur gesunde Produkte, sondern klärt die Konsumenten auch in Umweltfragen und deren Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit auf“.


Das erste Bio-Restaurant in Lima

In diesem Jahr haben Henry und Mariella das erste vegetarische Bio-Restaurant in Lima eröffnet. Sofort beim Eintreten in das Restaurant fühlt man sich wohl. Das mag an den vielen Details liegen, mit denen dieses Restaurant eingerichtet ist. Besonders stechen großformatige Bilder des Künstlers Gum Klutier mit seinen warmen gelben Farben und phantasievollen Figuren hervor.  Für das Ehepaar ist bio eine Lebensanschauung; hier wird auf Qualität statt Quantität gesetzt. Ebenso ist ihnen die soziale Komponente wichtig. So können sie den Produzenten der BioFeria auch einen größeren Absatz bereiten und damit die Lebensbedingungen der Produzenten verbessern. Auch wenn die peruanische Gesetzgebung eine Bio-Zertifizierung der  Gastronomie nicht vorsieht, kann man bei den beiden sein echtes Bio-Menü sicher genießen. Anderswo in Lima sind die Bio-Speisekarten nicht immer so zuverlässig!

Der peruanische Markt bleibt interessant. Sowohl der Export- als auch der heimische Markt bieten in den kommenden Jahren noch viel Wachstumspotenzial.

Jutta Krawinkel

 


 

Die neuen EU-Importregelungen

Die erste Frist für Kontrollstellen, die die EU-Verordnung gleichwertig umsetzen, zur Aufnahme in das EU-Verzeichnis ist abgelaufen. 72 Kontrollstellen haben sich beworben. Vermarktungsermächtigungen wird es bald nicht mehr geben.

Seit dem 01.01.2009 ist die EG-Öko-Verordnung 2092/ 91 durch die Verordnungen (EG) Nr. 834/2007 und Nr. 889/2008 abgelöst worden. Die Durchführungsvorschriften für die Einfuhren aus Drittländern (Verordnung (EG) Nr. 1235/2008) sehen vor, dass das Verfahren zur Vermarktungsermächtigung abgelöst wird und die EU folgende Listen erstellt:
(1) Liste der Kontrollstellen, die die EU-Verordnung gleichwertig  an­wenden (Artikel 33,1, Verordnung (EG) Nr. 834/ 2007). 72 Anträge sind bis zum 31.Oktober 2009 bei der Europäischen Union eingereicht worden und werden derzeit geprüft. Einmal jährlich können Anträge bei der EU gestellt werden. Kontrollstellen, die in Deutschland und einem oder mehreren Drittländern arbeiten, müssen sich in ihrem Antrag für jedes Land außerhalb der EU bewerben.
In ihrem EU-Antrag mussten Kontrollstellen unter anderem mit einem externen unabhängigen Gutachten nach­weisen, dass ihre Produktionsvorschriften und Kontrollmaßnamen gleichwertig mit denen der EG-Öko-Verordnung sind. Die Anträge werden nun auf die verschiedenen Kontrollbehörden der EU-Mitgliedsstaaten verteilt und beurteilt. Es wird damit gerechnet, dass die europäische Union mindestens ein Jahr benötigt, um diese Liste zu erstellen. Die Ergebnisse der Überprüfung aller Kontrollstellen, die ihren Antrag rechtzeitig und vollständig eingereicht haben, werden gleichzeitig ver­öffentlicht.
(2) Liste der Drittländer und deren anerkannte Kontrollstellen, die die EU-Verordnung gleichwertig anwenden (Artikel 33,3, Verordnung (EG) Nr.  834/2007). Die Liste der bereits bestehenden anerkannten Drittländer: Argentinien, Australien, Costa Rica, Indien, Israel, Neuseeland, Schweiz wird unverändert fortgeführt.
(3) Liste der Kontrollstellen, die die EG Öko-Verordnung konform anwenden  (Artikel 32,1 - Verordnung (EG) Nr.  834/ 2007). Die Kommission erstellt eine Liste mit Kontrollstellen die die EG-Öko-Verord- nung 1:1 anwenden. Auf dieser Liste können sich Kontrollstellen erst bewerben, wenn die Liste der gleichwertigen Kontrollstellen veröffentlicht wurde. Diese Liste soll besonders sorgfältig geprüft werden, um Wettbewerbsverzerrungen zugunsten europäischer Bio-Bauern zu vermeiden und den Verbraucherschutz sicherzustellen. Die entsprechende Liste „konformer“ Zertifizierungsstellen wird nicht vor Mitte bis Ende des Jahres 2012 erwartet.

Gleichwertig versus konform

Gleichwertig heißt 100 Prozent Erfüllung der Regelungen, aber standortangepasst. Im Vorfeld der Importregelungen gab es viel Diskussion, insbesondere um die Frage der „gleichwertigen“ Anwendung der EG-Öko-Verordnung in nicht EU-Ländern. Für lokale Kontrollstellen in Drittländern ist dies jedoch nichts Neues. Diese wenden schon immer ihre eigenen oder die des Landes gleichwertigen Produktionsvorschriften und Kontrollmaßnahmen an. Neu ist, dass nun auch die internationalen Kontrollstellen in EU-Ländern die Verordnung nach eigenen Produktionsvorschriften standortgerecht anwenden müssen.

Hintergrund dazu ist, das Landwirtschaft in Deutschland, Kenia oder Peru auf Grund von Klima, Geographie und Kultur sehr unterschiedlich ist. Daher ist es sinnvoll,  die Landwirtschaft und seine Produktionsbedingungen an den jeweiligen Standort anzupassen.

Ein Beispiel dafür ist die so genannte Gruppenzertifizierung, die in Drittländern häufig Anwendung findet. Hier wird jeder Bauer zunächst von internen Kontrolleuren seiner Kooperative kontrolliert. Die Inspektoren der externen Kontrollstelle besuchen dafür nicht jede, oft sehr kleine Produktionseinheit, sondern bewerten zunächst die Effektivität des internen Kontrollsystems und führen dann eine repräsentative Stichprobenkontrolle bei den Bauern durch. In Europa ist diese Art der Zertifizierung nicht notwendig, in Drittländern hingegen ist die Methode bei richtiger Durchführung hocheffizient.  Bauern zum Beispiel im Kaffeeanbau verfügen über sehr kleine Produktionseinheiten (kleiner als ein Hektar) und schließen sich zu einer Kooperative von 600 oder mehr Bauern zusammen. Die Überprüfung von 600 Kleinbauern ohne ein internes Kontrollsystem würde den Papieraufwand und die Kosten der Zertifizierung unverhältnismäßig in die Höhe treiben, die Sicherheit einer solchen Zertifizierung jedoch deutlich senken. Das ist ein klassisches Beispiel für die Sinnhaftigkeit gleichwertiger und standortspezifischer Anwendung der EG-Öko-Verordnung.

Im Leitfaden für „Importe aus nicht europäischen Ländern“ wird explizit darauf verwiesen, dass Gruppenzertifizierung von Kleinbauern als gleichwertig, jedoch nicht als konform anerkannt wird.

Vermarktungs­ermächtigungen wird es bald nicht mehr geben

Bis zur Veröffentlichung der ersten Liste von in Drittländern (voraussichtlich Ende 2010) tätigen Kontrollstellen durch die EU-Kommission bleibt die Beantragung der Vermarktungsermächtigung bestehen. Ist die erste Liste der gleichwertigen Kontrollstellen veröffentlicht, dürfen die Mitgliedsstaaten die Genehmigungen nur noch zwölf Monate erteilen und diese nicht länger als 24 Monate nach der Veröffentlichung des Verzeichnisses gültig sein.

Sobald das Verzeichnis veröffentlicht ist, wird sich der Aufwand für die Importeure reduzieren, da keine Vermarktungsermächtigung beantragt werden muss. Somit wird das Risiko ausgeschlossen, dass die Genehmigung verzögert oder nicht gewährt wird. Der bürokratische Aufwand wird sich auf die Forderung nach Kontrollbescheinigungen reduzieren, die jede Lieferung von „gleichwertigen“ Produkten begleiten müssen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Händler schnell überprüfen können, ob das Zertifikat von einer anerkannten Kontrollstelle stammt, die auf der von der Kommission veröffentlichen Liste steht. Rundum also eine Verbesserung sowohl für Kontrollstellen als auch für Händler.

Jutta Krawinkel


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