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Kaufland mit Bio-Offensive

Mehrseitiges Prospekt propagiert Eigenmarke

Der Großflächenbetreiber Kaufland bewirbt in dieser Woche seine Eigenmarke K-Bio mit rund 100 Artikeln. Ein 16-seitiger Prospekt wurde an die Haushalte verteilt. „Natürlich mit gutem Gewissen“ lautet die Werbebotschaft. Die Bio-Handelsmarke des SB-Warenhauses läuft unter dem Storebrand wie die konventionelle Handelsmarke mit dem roten K-Logo. Schon andere Handelsketten haben das vorgemacht: Bio-Wertkost wurde zu Edeka-Bio-Wertkost und Füllhorn zu Rewe Bio. Die Handelsriesen rücken immer näher an Bio heran und identifizieren sich damit. Ein Image, das sie sich vor zehn Jahren sicher nicht gegeben hätten. Inzwischen werden die Bio-Werte allgemein anerkannt und sind prestigeträchtig.

Mit Qualität und Preis wird der Kunde gelockt. Dabei verweisen das Unternehmen auf die EU-Ökoverordnung und das staatliche Bio-Siegel. Infos zu den Prinzipien der biologischen Lebensmittelwirtschaft wie Chemiefreiheit, GMO-Freiheit, artgerecht Tierhaltung und Verzicht auf Zusatzstoffe werden geboten. Außerdem lehrt das Prospekt Warenkunde zu Dinkel. Die DLG-Preismünzen, zum Beispiel bei den Müslis, werden abgedruckt, um Qualität zu beweisen.

Dem Käufer wird via Prospekt auch der Weg zum Regalplatz gewiesen. Dort ist ein Stopper mit dem Bio-Siegel angebracht. Das SB-Warenhaus arbeitet mit Sortimentsplatzierung. Fast geschenkt sollen die Natur-Produkte sein. Preiswerbung gehört für den Filialisten dazu. Die Bio-Eigenmarke ist im Preiseinstieg angesiedelt.

Frühstück Mittag und Abendessen soll K-Bio abdecken. Dazu werden stellvertretend Kiwi, Joghurt, Gemüsesaft und Emmentaler gezeigt. Rezept-Tipps werden auch gegeben. Zum Frühstück empfiehlt das Kaufland seinen Kunden Käserührei, zum Mittagstisch Vollkornspaghetti mit Spinat-Tomatensoße und zum Abendessen Gemüse mit Kräuterquark. Alles natürlich in Bio.

Die Eigenmarke ist nur ein kleiner Teil des Bio-Sortiments. 100 Schnelldreher zählt sie. Insgesamt werden nach Kaufland-Angaben 1.000 Bio-Produkte vermarktet. Da kommen also nochmals 900 Markenartikel dazu, denn Bio braucht Marke und die Marken brauchen Bio. Hier wird dann  nicht mehr der Pfennigfuchser angesprochen, sondern der Genießer. Altdorfer Bio-Fleisch soll er kaufen, Wagner Bio-Steinofen-Pizza, Gut & Gerne Frucht-Bärchen und Ritter Sport Bio-Schokolade, so ganz ohne Preisvorteil. Das kleine Täfelchen geht für 99 Cent über die Kasse.

Ganz zum Schluss gibt es eine Reise zu gewinnen: Natürlich mit gutem Gewissen auf dem Bio-Bauernhof. 

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