BIO TO GO - Ein neues Bio-Supermarkt-Format
Bio-Supermarkt mit Schwerpunkt Convenience in der Fußgängerzone
Bonn. Der ehemelige Bio-Supermarkt Supernatural in der Bonner Sternstraße öffnete am Freitag, 7. April 2006, seine Pforten. Nachdem sich die Supernatural AG vor Monaten von dem glücklosen Vorstand Andrey Murphy getrennt hatte, wurden vor vier Wochen drei defizitäre Bio-Supermärkte an die Super-Biomarkt AG abgegeben. Nur der vierte Bio-Supermarkt in einer 1A-Lage der Bonner Innenstadt blieb erhalten. Der wurde jetzt vollkommen umgekrempelt und neu ausgerichtet. Der neue Vorstand Ruben Wend hat entschlossen ein modernes und wohl durchdachtes Konzept vorgelegt, das dem Standort entspricht und die hohen Mietkosten einspielen soll: BIO TO GO.
Bereits nach wenigen Schritten in den Laden begegnen dem Kunden bisher unbekannte Bio-Snacks.
Nachdem bei der Supernatural AG jahrelang ein unschlüssiges Bio-Discount-Konzept glücklos geblieben war und bereits die zweite Rettungsaktion der Bio-Aktiengesellschaft vor einigen Monaten auch keinen umwälzenden Neuanfang bieten konnte - neues Geld allein schafft es nicht -, kam jetzt der Entschluss zu einem Schnitt in der Firmengeschichte.
Die Verlustbringer mussten ein durchgängiges Konzept erhalten. Bio-Discounts mit Preisen, die nicht einer Discount-Philosophie entsprechen, können auf Dauer nicht existieren. Die Struktur müsste auch noch stimmen. Abgesehen davon, dass ein Bio-Vollsortiment und Discount nicht leicht zusammen zu bringen sind, haben die Analysen gezeigt, dass eine falsche Standortpolitik nächträglich nicht einfach korrigiert werden kann. Drei der vier Märkte liegen in Randlagen und können nicht als Zugpferde für eine Filialkette bezeichnet werden. Nochmalige Investitionen ohne Netz und doppelten Boden wollte der Vorstand nicht verantworten. Schließlich hat Wend Erfahrungen im Lebensmitteleinzelhandel und weiß, dass nur ein schlüssiges Konzept zu einem Umschwung führen kann. Diese Grundlage hat Wend nun mit BIO TO BIO TO GO5> Die drei alten Bioläden hat die Super-Biomarkt AG in Münster übernommen. Sie kann die Läden in ihr Filialsystem integrieren und schafft sich dadurch ein Umsatzplus. Schwache Standorte sind leichter zum Erfolg zu führen, wenn sie an eine starke Basis angegliedert arbeiten. Michael Radau dehnt mit seinen Neuerwerbungen sein Aktionsgebiet jetzt bis an die rheinland-pfälzische Ländergrenze aus. In Fußgängerzonen sind die Einkaufsgewohnheiten andere, als sie der klassische Bioladen kennt. Laufkundschaft auf Shopping-Tour, arbeitende Bevölkerung mit Bedarf an Fertiggerichten und Snackartikeln werden einerseits mit viel Convenience und doch mit gesunden Frischeprodukten wie Obst und Gemüse oder Biobroten angesprochen. Außerdem stehen Genuss und Geschmack im Mittelpunkt, weniger Müslis oder Amaranthmehl. Wend orientiert sich am aktuellen ConWend orientiert sich am aktuellen Convenience-Trend und überträgt das auf die Biowelt Biokost für unterwegs und für´s Büro. Danaben sollen die Lauftaschenkunden natürlich ihre täglichen kleinen Bioeinkäufe erledigen können. Alles, was schwer zu schleppen ist und ein Vehikel zum Transportieren benötigt, nimmt bei Biotogo nur unnötig den Paltz weg. Das zeigt auch die Einrichtung. Hier stehen keine globigen Kassen mit Laufband. Die Bezahlstationen sehen eher aus wie Terminals. Es fehlen auch die Einkaufswagen, dafür gibt es Einkaufskörbe mit fahrbarem Untersatz, die nur wenig Platz einnehmen und die einfach vom Fahrgestell runtergenommen auf die Kassentheke gestellt werden können. Gleich am Eingang warten in einer Kühltheke vielerlei Snacks, wie sie der Standard-(Noch-)Nicht-Bio-Kunde auch woanders angeboten sieht - nur hier natürlich in Bioqualität! Wend musste viel herumreisen und nach Bio-Convenience-Produkten suchen, die den BIO TO GO Erlebniseinkauf erst möglich machen. Und bei der Inneneinrichtung hat Wend für die Bioszene neue minimalistische Ideen verwirklicht. Helles Licht, graue Decke und graue Wände richten den Blick unwillkürlich auf die bunte Warenwelt! Die Regale sind Schulter hoch, was den Blick bis die hinterste Ladenecke ermöglicht. Eine Convenience-Küche aus Edelstahl strahlt klare Frische-Kompetenz aus. Erich MargranderWas hat Wend anders gemacht?


Hier werden verzehrfertige Portionen von vielerlei Rohstoffen, die auch in den Regalen zu kaufen sind, zubereitet. Es herrscht nicht die Philosophie, zerschnipseln, was mit Verfallsdatum droht. Frisch und saftig geht es zu, so dass der Single oder die genervte Mutter mit ihrem(n) Kind(ern) den Vergleich mit der heimischen Küche nur im absolut Positiven zieht. Ältere Herren sollen im BIO TO GO ihren fertig geschnipselten Salat und im Laufe der Zeit auch viele neue weitere Einfälle einkaufen können. Das Angebot wird mit den Erfahrungen wachsen. Mehr über die Hintergründe und die Richtung, wo es mit BIO TO GO hingeht, lesen Sie in der nächsten bioPress-Ausgabe im Mai, die den Abonnenten "klassisch" auf Papier zugeschickt wird.







