Start / Ausgaben / BioPress 47 - Mai 2006 / Der Film zum Essen

Der Film zum Essen

Täglich wird in Wien so viel Brot entsorgt, wie in Graz gegessen wird. In Deutschland gibt es ähnliche Verhältnisse. In Südamerika werden auf riesigen Flächen Sojabohnen für die europäische Futtermittelindustrie angebaut. Ein Viertel der dortigen Bevölkerung leidet Hunger. Im spanischen Almeria ist Wasser knapp. Grund: Jeder Europäer isst jährlich zehn Kilogramm künstlich bewässertes Treibhausgemüse aus dieser Region.

Der Regisseur Erwin Wagenhofer verfolgt in "We Feed The World" diese Spuren der Lebensmittel und legte damit den erfolgreichsten österreichischen Dokumentarfilm aller Zeiten vor. "Erwin Wagenhofer wirft in seinem Film zentrale Fragen zum alltäglichen Konsumverhalten auf. Die Biolandbauern, Bio-Lebensmittelverarbeiter und Biohandel geben mit ihrer ökologischen Wirtschaftsweise Antworten," erklärt Thomas Dosch, Vorsitzender des Bioland-Bundesverbandes.

Bioland als größter deutscher Anbauverband begrüßt die kritische Auseinandersetzung über die heute anscheinend so normale Erzeugung von Nahrungsmitteln, wie sie Erwin Wagenhofer mit seiner unsentimentalen Dokumentation unweigerlich provoziert. Die kritische Auseinandersetzung mit dem "ganz normalen Wahnsinn", so Dosch, biete eine Chance ein Bewusstsein für notwendige Veränderungen und die Offenheit für geschmackvolle "Lebens-Mittel" zu schaffen.


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