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Mehr Bio für Berlin-Brandenburg

Tipps für eine bessere Zusammenarbeit von Einzelhandel und Öko-Anbietern in der Region

Mit einer praxisnahen Broschüre will das Institut für ökologische Wirtschaftforschung (IÖW) die Zusammenarbeit zwischen Handel und Bio-Erzeugern in Berlin-Brandenburg verbessern und so zu einer wirtschaftlichen Stärkung der Region beitragen. Bislang behindern mangelnde Informationen auf beiden Seiten sowie Engpässe in der Logistik gemeinsame Aktivitäten. Die Broschüre soll hier Abhilfe schaffen. Sie richtet sich an Bio-Erzeuger und –Verarbeiter sowie an selbstständige Kaufleute aus dem Lebensmittel-Einzelhandel, beispielsweise an Inhaber von Edeka- und Rewe-Märkten.

Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist der Ökolandbau in Brandenburg von überdurchschnittlicher Bedeutung. Ein Großteil der Rohstoffe wird derzeit jedoch nicht in der Region weiterverarbeitet und verkauft, sondern exportiert. So kann nach Branchenangaben derzeit nur etwa ein Fünftel der regional erzeugten Biomilch in brandenburgischen Bio-Molkereien verarbeitet werden. „Hier liegen noch große Potenziale für die Region Berlin-Brandenburg“, sagt Gerd Scholl, Projektleiter am IÖW. Eine besondere Bedeutung komme dabei dem Selbstständigen Lebensmittel-Einzelhandel (SEH) zu. Laut einer Handelsbefragung des IÖW wollen drei Viertel der befragten selbstständigen Kaufleute ihr Biosortiment in Zukunft ausbauen – und zwar verstärkt mit Produkten aus der Region.

„Die Einzelhändler wissen allerdings kaum etwas über das regionale Angebot. Sie befürchten außerdem einen organisatorischen Mehraufwand, der besonders die Inhaber kleinerer Filialen abschreckt“, so Scholl weiter. In der Broschüre informiert er deshalb über regionale Produkte und Produzenten und nennt Erfolgsbeispiele für regionale Biovermarktung. Das Heft geht gezielt auf die Schnittstelle zwischen Anbieter und Handel ein und erläutert die Anforderungen der Kaufleute an Lieferanten. Daneben gibt die Broschüre einen Einblick in die Bio-Aktivitäten des konventionellen Einzelhandels. Sie bietet damit nicht zuletzt auch für den interessierten Verbraucher einen informativen Einblick in die Strukturen des regionalen Bio-Marktes.

Die Broschüre ist Ergebnis des Forschungsvorhabens „Nachhaltige Metropolenregion – Entwicklung einer nachhaltigen Land- und Ernährungswirtschaft am Beispiel des Großraums Berlin-Brandenburg“, das das IÖW in Kooperation mit der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL) e.V. durchgeführt hat. Gefördert wurde das Vorhaben vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau.

Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) (Hrsg.): Regionale Bio-Vermarktung in Berlin-Brandenburg. Potenziale und Perspektiven im selbständigen Lebensmitteleinzelhandel (SEH). Broschüre. 18 Seiten. Berlin 2007.

Die Broschüre ist gegen eine Versandkostenpauschale von 2,70 Euro als Printversion erhältlich über:
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) Margarete Fischer
Potsdamer Str. 105
10785 Berlin
E-Mail: vertrieb@ioew.de

Broschüre als PDF zum Herunterladen: bio_vermarktung_bb[1].pdf bio_vermarktung_bb[1].pdf (582.56 KB)

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