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13. Kongress biologische Krebsabwehr

Richtige Ernährung mindert Krebsrisiko und unterstützt medizinische Behandlung

„Patient und Arzt im Dialog“ lautete das Motto des 13. Internationalem Kongresses für Biologische Krebsabwehr  im Mai in Heidelberg. Dazu fanden sich rund 1500 Teilnehmer bei Vorträgen und Einzelveranstaltungen zusammen. 70 Referenten, Patienten und Ärzte informierten in 100 Einzelveranstaltungen und 30 Kursen. Zudem hatten Betroffene die Gelegenheit ihre Erfahrungen auszutauschen. Ergänzend zu den operativen und medikamentösen Therapien der Krebsbehandlung verlangten Teilnehmer des Kongresses nach ganzheitlichen auf das Individuum abgestimmten ergänzenden  Methoden, die geeignet sind, die konventionellen tumorzerstörenden Therapien also Operation, Strahlen- und Chemotherapie, zu erweitern und die Lebensqualität des Patienten zu erhöhen.

Die in Analogien denkende deutende Medizin gehe davon aus, dass körperliches Geschehen Ausdruck dahinter liegender seelischer Inhalte sei, betonte Dr. med. Rüdiger Dahlke, Autor zahlreicher Bücher über psychosomatische Zusammenhänge und ganzheitliche Medizin. Wo wir nur das körperliche Geschehen zudeckten, verstärkten wir folglich die unbewusste Problematik. Eine Ganzheitsmedizin sollte darum die Schulmedizin ebenso umfassen wie Abwehrstärkende Vor- und Nachsorge, die Klärung von Sinnfragen des eigenen Lebens sowie die Akzeptanz der Eigenverantwortlichkeit. 

„Anfang der achtziger Jahre wurden Forschungen auf dem Gebiet der komplementären Methoden weder vom Staat noch von Fördergesellschaften gefördert und neutrale Informationsquellen über die Methoden hatten den Kranken nicht zur Verfügung gestanden“, betonte Dr. med. Dr. rer. nat. E. Dieter Hager, Ärztlicher Direktor der BioMed-Klinik, Bad Bergzabern. Das seien die Beweggründe für die Gründung der GfBK im Jahre 1982 gewesen. Diverse Schriften und Bücher über komplementäre Krebstherapie seien verfasst worden, regionale Beratungsstellen in verschiedenen Städten eingerichtet, Seminare und Kongresse organisiert sowie Forschungsprojekte gefördert worden.


Die Organisation startete mit knapp 200 Mitgliedern, betonte Dr. med. György Irmey,  Ärztlicher Direktor der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V., Heidelberg. Heute zählten mehr als 25.000 Mitglieder und Förderer dazu. Damit sei die GfBK die größte Beratungsorganisation für ganzheitliche Medizin gegen Krebs im deutschsprachigen Raum. Das Ziel der Gesellschaft sei, Ratsuchende unabhängig, undogmatisch und ohne Marketinginteressen zu beraten und sich am einzelnen Menschen, den sachlichen Gegebenheiten und einer empirischen Evidenz zu orientieren. Jährlich verzeichne die Gesellschaft über 30.000 Anfragen. Seit 1982 habe die GfBK über 150 Forschungsprojekte mit rund 1,2 Millionen Euro unterstützt. Die Arbeit der GfBK werde ausschließlich von Spenden und Mitgliedbeiträgen finanziert. 


„Die Entdeckung des prostataspezifischen  Antigens (PSA) habe die Früherkennung des Prostatakarzinoms revolutioniert und dazu geführt, dass die Tumore schon in sehr frühen Stadien aufgespürt werden, sagte Prof. Dr. med. Karl Friedrich Klippel, Präsident der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V.. 

Dr. med. Eberhard Rau, Arzt für Allgemeinmedizin, lebt seit November 1997 mit der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs: „Der besonders aggressive, bereits metastasierte Tumor ist mehrfach chemotherapiert und bestrahlt worden. Dass ich diese Behandlung überstand und immer noch lebe - und dies nicht in Verzweiflung und Todesangst, sondern voller innerer Kraft und Zuversicht -, führe ich auf intensive Begegnungen mit ganzheitlichen Heilweisen zurück.
Ausgewählt habe ich die ohne bleibenden Nebenwirkungen und ohne übertriebene Versprechungen."

Das amerikanische Office of Cancer Complementary and Alternative Medicine (OCCAM) verfügt über einen jährlichen Forschungsetat von 68 Millionen Dollar, wie Direktor Dr. Dr. Jeffrey White, USA darlegte. Im traditionellen Forschungsbetrieb erhielten Wissenschaftler mit diesen Themen wenig Unterstützung. Darum gehe es Jeffrey White bei seinen Untersuchungen zunächst darum, eine Forschungsinfrastruktur aufzubauen. Der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln weist die genauesten Forschungs- und Behandlungsergebnisse der integrativen Medizin in den USA auf.

Unter dem Thema „Nahrungsergänzung, Immunmodulation und Immunstimulation“ wandten sich  Experten an Betroffene und Fachkräfte. Das Vitamin C als Antioxidans zähle zu den effektivsten natürlichen Radikalfängern, das zur Supportivtherapie eingesetzt wird, um tumor- oder therapiebedingte Beschwerden zu lindern. Höher dosiertes Vitamin C stärke die Immunabwehr, so Dr.Dr. Hager, BioMed Klinik, Bad Bergzabern. 

Zusätzlich zur aktiven Ernährungsumstellung als wichtigen Teil der Behandlungen, erfolge die Einnahme des Nahrungsergänzungsmittels Selen, einem Spurenelement, komplementär zur Chemo- oder Strahlentherapie. Es fange freie Radikale und mache sie unschädlich. Dadurch bewirke Selen eine Stabilisierung und Aktivierung des Immunsystems, führte Dr. Müller-Stahl, Veramed Klinik am Wendelstein aus.  

Die systemische Enzymtherapie sei unersetzlich in der komplementären Behandlung während und nach der Chemo- und Strahlentherapie. Es gelänge hiermit das Immunsystem zu stabilisieren, meinte  Dr. Dr. Miller; Kempten.

Ungeprüfte Phytopharmaka und Nahrungsergänzungsstoffe sind nach Auffassung von Prof. Dr. Dr. Pfeifer, Aeskulap-Klinik (Schweiz) oft schwierig einzuschätzen in der komplementären Behandlung der Krebskrankheit wie z.B. ein Enzym aus Shiitake Pilzen oder chinesische Heilkräuterkombinationen, sowie Curcumin (Gelbwurz) oder ein hochkonzentriertes Ginsengpräparat oder ein Extrakt aus Kohlarten. Placebo-kontrollierte Studien würden für solche Substanzen nicht zur Verfügung stehen. Im Einzelfall könne der Einsatz dieser Mittel jedoch sinnvoll sein für die Verbesserung der Lebensqualität. 

Mykotherapie, die ganzheitliche Behandlung mit medizinisch wirksamen Pilzen wirke individuell und sei nebenwirkungsfrei, machte Franz Schmaus deutlich, Institut für Ernährungs- u. Pilzheilkunde, Limeshain. Sie habe ihren Ursprung in der traditionellen chinesischen Medizin. Pilze enthielten eine Vielzahl an ernährungsphysiologischen Substanzen und regulierten die Nährstoffzufuhr. Sie würden komplementär zu der Chemo-, Strahlen- und Hormontherapie eingesetzt, um zu entgiften und die Nebenwirkungen zu reduzieren. 

Der ganze Pilzkörper aus kontrolliert biologischem Anbau sollte roh oder getrocknet verzehrt werden, keinesfalls erhitzt. Besonders wirksam sei Agaricus blazei murrill (Mandelpilz) aus den brasilianischen Regenwäldern, weil er die höchste Konzentration an wirkungsvollsten Immunsystemmodulatoren enthielte.  

Diese seien bewährte Therapeutika in der komplementären Onkologie. Die Thymus- oder Milzpeptide verbesserten die Lebensqualität und vermindern die Nebenwirkungen laut einer Reihe von wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Pflanzliches zellogenes Peptid sei die Mistel und tierisches sei u.a. Extrakte aus der Thymusdrüse des Schweins, trug Dr. Niecke, Hamburg, vor.

„Ganzheitliche Ansätze in der Krebsbehandlung berücksichtigen die Gesamtregulation des Organismus. Da alle Zellen im Austausch von wachstumshemmenden Signalen miteinander verbunden sind, wirken sich Schwächen des Kommunikationssystems vor allem auch in der Krebsanfälligkeit aus“, stellte Prof. Dr. Popp, Int. Institute of Biophysics, Neuss, seinen Ansatz vor. Popp entwickelte in den letzten dreißig Jahren eine Regulations-Diagnostik, die in der Häufigkeitsverteilung von Leitfähigkeitswerten der Haut auch eine Art ganzheitlicher Früherkennung von Krebs und die fundierte Vor- und Nachsorge ermöglicht.

Notwendig ist die Messung von zirka 1000 Leitfähigkeitswerten der Hände, die heute technisch in zehn Minuten mit hinreichender Genauigkeit aufgenommen werden können. Die mathematische Analyse der Häufigkeitsverteilung der Leitfähigkeitswerte erlaubt es, fünf wesentliche Eigenschaften der Kommunikation über die Anpassung an vorgegebene Testfunktionen zu prüfen, nämlich zunächst einmal eine Art Persönlichkeitsprofil. Hier wird die Tendenz zur Überanpassung des „typischen“ Krebspatienten erkenntlich.

Der zweitwichtigste Faktor beschreibt mögliche Disharmonien in der Abstimmung der Organe, die beispielsweise durch eine Akupunkturbehandlung günstig zu beeinflussen sind. Der dritte Faktor erlaubt Einblicke in die Lateralität, die Balance zwischen der rechten und linken Seite eines Menschen. Die ganzheitliche Behandlung stärkt die Ausgeglichenheit und führt eventuell zu Beseitigung von Störherden.

Aus dem vierten Faktor erkennt man die Regenerationsfähigkeit des Bindegewebes, die für Selbstheilungsprozesse erhebliche Bedeutung spielen können. Eine Akupunkturbehandlung wäre in solchen Fällen nicht angezeigt, dagegen kann die sportliche Betätigung in die richtige Richtung wirken. Und schließlich gibt der fünfte Faktor Einblick in die Energie, die dem System zur Regulation zur Verfügung steht. Die richtige Ernährung könnte hier die Methode der Wahl sein. Die Kenntnis dieser Faktoren, ihrer Stärken und Schwächen, ist gezielt für eine Therapie nutzbar zu machen. Deren Wirksamkeit lässt sich wiederum mit Hilfe dieser Diagnostik objektiv überprüfen.

Auf diese Weise kann es gelingen, in einem Vorgang ähnlich einer sich verengenden Spirale durch das Wechselspiel aus Prüfung und Behandlung einen Prozess in Gang zu setzen, der systematisch zur Überwindung von Krankheiten oder auch zu einer länger anhaltenden Heilung führt. Ein Abschluss dieser Selbstorganisation ist am besten im Gefühl des Patienten auszumachen, sich ganzheitlich und durch und durch gesund wahrzunehmen (mehr www.biophotonik.de).

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