9. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau setzt Zeichen für die Zukunft
Bad Dürkheim, 26.03.2007 Rund 600 Wissenschaftler, Berater, Landwirte und Studierende kamen im März 2007 an der Universität Hohenheim in Stuttgart zusammen, um auf der 9. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau aktuelle Forschungsergebnisse und Entwicklungen zu diskutieren.
Von der Tiergesundheit über den Pflanzenbau bis hin zur Betriebswirtschaft wurden in mehr als 270 Vorträgen, Postern, Symposien und Arbeitsgruppen die neuesten Erkenntnisse ausgetauscht. So standen Globalisierungsthemen, wie z.B. die neue Rolle Chinas im Öko-Markt oder die internationale Armutsbekämpfung durch Öko-Landbau, aber auch Bioenergie, Pflanzenbau, Tierhaltung und allgemeine Agrarpolitik auf der Tagesordnung.
In seiner Eröffnungsrede ging der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauck unter anderem auf das Thema Agro-Gentechnik ein: Er forderte die Schaffung der Möglichkeit zu einer Koexistenz und sieht derzeit keine realistische Chance für den Anbau von gentechnisch verändertem Raps in Baden-Württemberg.
Dr. Alexander Gerber, Geschäftsführer des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, regte in seinem Plenumsbeitrag an, "Bio neu zu denken". Angesichts des rasanten Wachstums sei es dringend geboten, die Debatte um die Bewahrung der Identität weiter zu führen, um den Sektor nicht ausschließlich den Kräften des Marktes zu überlassen. Die Ursprünge des Bio-Anbaus waren in erster Linie von ethischen Motiven getragen. Daher müsse gerade jetzt eine Auseinandersetzung mit diesen Werten stattfinden und der Umgang der Handelspartner untereinander überprüft und gegebenenfalls neu gestaltet werden.
Bei der Abschlussveranstaltung nahm Wolfgang Reimer, Unterabteilungsleiter im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, noch einmal auf das Tagungsmotto "Zwischen Tradition und Globalisierung" Bezug: er betonte, dass die Tradition ein ganz entscheidendes Merkmal des Bio-Anbaus sei und sich der wachsende Markt zukünftig noch stärker differenzieren werde. Dem Bio-Siegel käme dabei die Funktion eines "TÜV-Stempels" zu, das den Produkten eine hohe Qualität garantieren würde. Es werde aber zukünftig vermehrt Premium-Bio-Produkte geben, die sich durch zahlreiche zusätzliche Qualitätsmerkmale auszeichnen. Entscheidend sei, diese Premiumqualität dem Verbraucher gegenüber zu kommunizieren.
Aus den vielen zufriedenen Äußerungen der Teilnehmer zog Dr. Uli Zerger, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Ökologie & Landbau (SÖL) das Fazit: "Die Tagung ist ein voller Erfolg geworden, denn es ist uns gelungen, die Rahmenbedingungen der Forschung enger mit den Anforderungen der Praxis sowie den gesellschaftlichen Erwartungen zu verknüpfen".
Seit Anfang der neunziger Jahre koordiniert die SÖL alle zwei Jahre die Wissenschaftstagung zum ökologischen Landbau, jeweils in Zusammenarbeit mit Hochschulen oder Versuchsanstalten, die in diesem Bereich forschen. Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stellen auf den Kongressen ihre Forschungsaktivitäten und -ergebnisse vor. Damit wird ein Dialogforum geschaffen, welches einen lebendigen und nachhaltigen Austausch von Forschungsergebnissen ermöglicht. Die nächste Wissenschaftstagung wird vom 11. - 13. Februar 2009 in Zürich stattfinden.
Stiftung Ökologie & Landbau, Weinstraße Süd 51, D-67089 Bad Dürkheim, Tel.:
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