Hausarrest für Geflügel
von Walter Höhn, Legehennengemeinschaft Die Biohennen
Nun steht es fest: das bayerische Geflügel bekommt von Umweltminister Werner Schnappauf Hausarrest. Ab Mittwoch, 19. Oktober bis 15. Dezember 2005, muss Haus- und Zuchtgeflügel in Bayern unter Dach bzw. im Stall bleiben.
Im Kampf gegen die Vogelgrippe hat Bayern als erstes Bundesland eine flächendeckende Stallpflicht für Geflügel angeordnet. Bereits seit Montag sind bayernweit alle Geflügelmärkte und Vogelschauen untersagt. Diese Maßnahme soll der Verbreitung der Vogelgrippe durch Zugvögel entgegenwirken. Um der Einschleppung des Virus über illegal importierte Geflügelprodukte zu begegnen, werden an deutschen Grenzen und Flughäfen strengere Kontrollen durchgeführt.
Alle diese Maßnahmen dienen der Vorbeugung und sollten nicht als Panikmache interpretiert werden. Walter Höhne, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft CW Öko Ei, einem Zusammenschluss von 22 Landwirten mit ökologischer Legehennenhaltung, hat in einem Rundbrief die meist gestellten Fragen beantwortet:
► Die Vogelgrippe ist eine Viruskrankheit, die alle Vogelarten infizieren kann. Menschen stecken sich nur selten an, denn dazu braucht es den direkten Kontakt zu erkranktem Geflügel. Allerdings kann der Vogelgrippevirus in Kombination mit einem menschlichen Grippevirus gefährlich werden. Ein bisher in Deutschland noch nicht aufgetretener Fall und auch in Asien in nur verschwindend geringen Zahlen gegenüber „normalen“ Grippeerkrankungen mit tödlichem Ausgang.
► Der Virus ist nicht hitzresistent. Die Zerstörung erfolgt bereits bei 70 Grad Celsius. Daher ist es empfehlenswert nur erhitzte Geflügelprodukte zu verzehren. Wenn man diese Empfehlung zur Zeit vorsichtshalber ausspricht, so ist es doch eine Tatsache, dass regional erzeugte Geflügelprodukte und Eier im Moment noch nicht davon betroffen sind.
► Bei dem nun behördlich angeordneten Auslaufverbot können Bio-Eier auch weiterhin als Eier aus ökologischer Erzeugung verkauft werden. Im Falle unserer Erzeugergemeinschaft steht den Hühnern ein Tageslichtstall mit Stroheinstreu und ein überdachter, vergitterter Wintergarten zum Scharren und Sandbaden zur Verfügung. Außerdem lässt das Platzangebot ein natürliches Herdenverhalten nach wie vor zu.
► Versuche den Käfig für Legehennen nun wieder als einzig hygienische Alternative hinzustellen können weder von Tierschützern, ökologischen Landwirten noch verantwortungsbewussten Verbrauchern akzeptiert werden. Gerade die Massentierhaltung in welcher Form auch immer beschert uns Epidemien und gesundheitliche Probleme dieses Ausmaßes.







