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Hessen fördert Öko-Landbau weiter

Ministerin sieht das Bundesland in vorderer Position

Hessen wird auch in der kommenden EU-Förderperiode den ökologischen Landbau weiter fördern. Das kündigte Hessens Landwirtschaftsministerin Lucia Puttrich heute in Wiesbaden an. Über das hessische Integrierte Agrarumweltprogramm (HIAP) hat die Landesregierung den ökologischen Landbau in den vergangenen sechs Jahren mit insgesamt 65 Millionen Euro unterstützt.

„Für die kommende Periode von 2014 bis 2020 bereiten wir eine Ökoflächenförderung vor“, sagte Puttrich. Dabei soll über eine Kombination mit vielfältigen Fruchtarten und Eiweißpflanzenanbau der ökologische Ackerbau stärker gefördert werden und zwar die Umstellungsphase wie auch die langjährige Beibehaltung der ökologischen Bewirtschaftung.

„Der ökologische Landbau hat in Hessen eine hohe Bedeutung und lange Tradition. Neben zahlreichen und über die Landesgrenzen hinaus bekannten Erzeugerbetrieben und engagierten Handelshäusern gibt es zwei Hochschulen und mehrere private Forschungseinrichtungen, Verbände und profilierte Persönlichkeiten, die für den ökologischen Landbau aktiv sind“, sagte die Ministerin. Der ganzheitliche und nachhaltige Ansatz der ökologischen Landwirtschaft finde immer mehr öffentliche Anerkennung und private Nachfrage.

„Mit dem Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche liegt Hessen in Deutschland und Europa in einer vorderen Position“, fuhr Puttrich fort. Über das hessische Integrierte Agrarumweltprogramm (HIAP) seien allein in den vergangenen sechs Jahren 65 Millionen Euro in die Förderung des Ökolandbaus geflossen. Das HIAP bietet einen flächenbezogenen finanziellen Ausgleich für die höheren Aufwendungen, geringeren Erträge und vor allem für das Umstellungsrisiko zum ökologischen Landbau.

Die flächenbezogene Beihilfe wurde für Neuantragsteller seit 2010 auf 210 Euro je Hektar in den ersten beiden Jahren und für alle Folgejahre auf 170 Euro je Hektar im Jahr erhöht. Für Gemüse beträgt der Umstellungszuschuss 480 Euro in den ersten beiden Jahren und danach 360 Euro und für Dauerkulturen 630 Euro, jeweils je Hektar. Hinzu kommt der Kontrollkostenzuschuss von 35 Euro pro Hektar bis maximal 530 Euro pro Betrieb.

Ökobetriebe und konventionell wirtschaftende Betriebe profitieren in Hessen durch weitere Förderprogramme: Im laufenden Entwicklungsplan für den ländlichen Raum wurden bisher etwa 120 Millionen Euro für die Ausgleichszulage ausgegeben. Mit diesem Geld werden von der Natur benachteiligte, ertragsschwache Regionen gefördert. „Etwa 75 Prozent der Ökobetriebe haben ihren Sitz im benachteiligten Gebiet“, führte Puttrich aus.

Gut sind die Aussichten in Hessen auch was die Nachfrage betrifft. „Ich gehe davon aus, dass der Marktanteil für Ökolebensmittel in Hessen über dem Bundesschnitt von vier Prozent liegt und im engeren Rhein-Main-Gebiet, den Universitäts- und Kurstädten sogar zehn Prozent erreichen kann. Wenn sich mehr Betriebe, z.B. mit Gemüse- und Obstanbau oder Schweinehaltung zur Umstellung entschließen, hilft uns das auch, den hohen Importanteil durch ein regionales Angebot zu ersetzen. Um interessierten Betrieben bei der Umstellung zu helfen und das Risiko zu minimieren, wird es bei der Flächenprämie bleiben“, sagte Puttrich.

Ministerin Puttrich rief alle in Hessen ökologisch wirtschaftenden Betriebe auf, am Wettbewerb um den Förderpreis Ökologischer Landbau der Bundesregierung teilzunehmen. Hierbei haben in den vergangenen Jahren immer wieder innovative Betriebe aus Hessen Erfolg gehabt und sind bundesweit einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden. „Auch hierdurch zeigt sich die Leitbildfunktion gut geführter Ökobetriebe aus Hessen“, erklärte Puttrich.

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