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Bio-Pizza & Co

Backfertige Bio-Genüsse von klassisch bis ausgefallen

Pizzen sind und bleiben der Renner in den Tiefkühltruhen. Bio-Pizzen haben hierzulande jedoch nur einen Marktanteil von unter 0,5 Prozent. Liegt das am Kampf um den Platz in den Truhen oder am Preisunterschied zur konventionellen Pizza? Der Blick auf die Angebote zeigt, es sind qualitativ hochwertige Produkte vorhanden, die Vielfalt in den Märkten lässt jedoch zu wünschen übrig.

Die Marken- und Sortenvielfalt von Bio-Pizza bis -Flammkuchen in Bio-Qualität ob frisch oder tiefgekühlt ist weit entwickelt. Im Sortiment der Anbieter finden sich die Klassiker à la Pizza Margherita und Salami ebenso wie ungewöhnliche Sorten.

Hierzu zählen zum einen Bio-Pizzen, deren Boden mit Dinkel- oder Vollkornmehl vorgebacken wurde, und zum anderen Sorten mit einem besonderen Belag, beispielsweise mit hochwertigem Fisch. Längst lässt die Optik, sei es beim Boden oder der Wurst, nichts mehr zu wünschen übrig.

Vielmehr lässt sich die hohe Qualität der Bio-Zutaten, sonnengereifte Tomaten, Parmesan oder aromatische Gewürze, sehen und schmecken. Vom Verbraucher kritisch gesehene Enzyme und andere Zusatzstoffe sind dabei für ein positives Urteil nicht nötig. Das hat auch wieder die aktuelle DLG-Bio-Prüfung gezeigt, bei der die eingereichten Bio-Pizzen hervorragend abgeschnitten haben. Die gute geschmackliche Qualität geht einher mit attraktiven Verpackungen, bei denen professionelle Farbfotos zusätzlich zum Kauf anregen.

Günstige Preise dank industrieller Fertigung

Die Herstellung mit ausgefeilter Backtechnik in Durchlaufsteinbacköfen und effizienter, produktschonender Schockfrostung ermöglicht den industriell arbeitenden Anbietern nicht nur vergleichsweise günstige Preise, sondern sorgt außerdem für die gleich bleibende Qualität der Bio-Produkte. Wagner gilt als Marktführer bei Bio-Pizza. Der Betrieb aus dem saarländischen Nonnweiler profitiert zugleich von einem breiten Vertriebsnetz und der reibungslosen, eigenen Logistik.

Bekannt für ihre Pizzen mit einem knusprigen und dünnen Boden, versorgen sie den LEH mit der Bio-Marke Naturlust und den Fachhandel mit Unsere Natur. Während sie sich für den LEH auf die beiden vegetarischen Sorten Pizza Mozzarella und Pizza Vegetaria beschränken, umfasst das Fachhandelssortiment mehrere Sorten Pizza in Naturlandqualität, sogenannte Pizzies mit zwei kleinen Pizzen pro Paket und Piccolinis.

100 Millionen Pizzen in Bio und konventionell kommen auch bei Hasa jährlich vom Band. Gemeinsam mit Unternehmen wie Roncadin gehört Hasa zu den wichtigsten Herstellern von Handelsmarken. Von Anfang an habe man Clean Labelling gelebt, heißt es bei dem mittelständischen und unabhängigen Unternehmen aus Burg.

Gute Mehlqualität, hochwertige Zutaten, lange Teigführung und viel Erfahrung machten es möglich, entsprechend der Öko-Verordnung auf die üblichen Backhilfsmittel zu verzichten. Zum Tragen kommt dies sowohl bei der eigenen Bio-Marke Italissimo als auch bei den Handelsmarken wie Bio Sonne, BioBio und anderen mehr.

Abwechslung bei den Geschmacksrichtungen zu bieten, stellt selbst bei größeren Abnahmemengen kein Problem mehr dar. Diese Erfahrung hat nicht nur Hasa gemacht. Vielmehr profitieren davon auch die Anbieter, die eher für handwerklich gefertigte Bio-Feinschmeckerpizzen stehen.

Handwerkliche Bio-Pizzen – ein Nischenmarkt mit Potenzial

Hier lassen sich zum Beispiel die beiden etablierten TK-Großhändler und -Anbieter demeter Felderzeugnisse und Ökofrost nennen. Das Sortiment von demeter Felderzeugnisse umfasst bereits stolze zehn Sorten, darunter viele Pizzen in demeter-Qualität. Die Auswahl reicht von den vegetarischen Klassikern bis zur pikanten Frutti di Mare-Pizza.

Schon früh hat man auch auf den Trend nach komplett veganen Produkten reagiert und eine schmackhafte Pizza mit Peperoni, Paprika, Zucchini und Tofuwurst auf den Markt gebracht. Dazu kommen verschiedene Minipizzen mit dem schwerer zu verarbeitenden Dinkelteig. Ebenso wie die anderen Sorten werden sie von einer Bio-Familienbäckerei in Baden-Württemberg hergestellt.

Partner für die drei neuen Pizzen der LEH-Marke bio inside ist ein mittelständischer Betrieb in Norditalien, der sich auf eine ori­ginal Holzofen-Pizzaproduktion spezialisiert hat. Dabei stammt das Holz aus einer eigens hierfür angelegten zertifizierten Holzplantage.

Der Teig selber wird 24 Stunden vor der Zubereitung angesetzt, so dass er lange gehen kann und nach dem Backen den typisch italienischen mitteldicken Boden ergibt. Sowohl das Formen als auch das Belegen des vorgebackenen Teiges mit frischen Zutaten erfolgen traditionell von Hand.

Im Handel ist das attraktive Trio aus Pizza Margherita, Pizza 3 Käse und Pizza Verdura mit gegrilltem Gemüse für einen empfohlenen Verkaufspreis von 3,79 bis 4,49 Euro. Bei einer preislichen Spannbreite zwischen drei und fünf Euro für Bio-Pizzen liegt bio inside damit also noch im Mittelfeld.

Ökofrost führt unter ihrer Marke BioCool ebenfalls drei beliebte Pizzasorten für preisbewusste Biokäufer. Trotzdem wird bei der Qualität der Zutaten nicht gespart. So besteht der Belag der Pizza Salami Rucola unter anderem aus echter würziger Calabrese Salami, Grana Padano und erntefrischem Rucola. Einfache Rezepturen, schlichtes Design und eine Optimierung der Logistik tragen zu günstigen Preisen zwischen 2,99 und 3,69 Euro für 340 Gramm bei.

Teurer und aufwändiger in der Rezeptur finden die Fachhandelskunden dagegen die drei Feinschmeckerpizzen mit Naturland-Siegel unter der Marke BioPolar, beispielsweise eine Pizza mit herzhaft marinierten Garnelen und Blattspinat.

Im Zusammenhang mit Fisch und Fischprodukten gibt es jetzt einen weiteren Pizza-Anbieter, und zwar Fish & More mit der Marke Followfish. 2008 mit gerade mal sechs ­Fischerzeugnissen gestartet, hat das Unternehmen sein Sortiment inzwischen stark erweitert.

Auf der BioFach überraschten sie mit original italienischen Holzofen-Pizzen in den Sorten Salmone, Thunfisch und Scampi. Die Pizzen - die erste 100 Prozent nachhaltige Seafood Pizza-Range überhaupt – sind seit April im Handel. Das Vertriebsnetz ist bewusst breit gefächert: Neben Kunden in Naturkost- und Bio-Märkten sollen genauso Kunden in Kaufhäusern, SB-Warenhäusern, Super- und Verbrauchermärkten in den Genuss kommen können.

Italienische Herstellen produzieren für deutsche Anbieter. Sie drängen jedoch auch mit eigenen Hersteller-Marken in den Handel.  Dazu zählen unter anderem Pizza Bibo und La Pizza 1+. Das Bio-Sortiment von Pizza Bibo besteht momentan aus drei vegetarischen und einer Sorte mit Kochschinken. Bevorzugt setzen sie dabei regionale Zutaten ein, etwa für die Gemüsepizza mit Ricottacreme, Aubergine, Zucchini und Broccoli. Typisch für die Produkte ist ihr ausgesprochen rustikaler Charakter.

Gebacken wird wieder im holzbefeuerten Steinbackofen. Während es sich bei der eigenen Marke um Weizenmehlteige handelt, ist Pizza Bibo bei den ebenfalls hergestellten Private Label-Pizzen flexibel und arbeitet zum Beispiel auch mit Dinkel. Zudem kann der Kunde je nach Wunsch Pizzen mit einem Durchmesser zwischen zwölf und dreißig Zentimetern bekommen.

Mit viereckigen Pizzen unter Schutzgas in Klarsichtfolien präsentierte sich auf der BioFach La Pizza + 1. Sie bieten eigene Pizzen und Private Label. Größe und Form seien frei wählbar, heißt es bei dem Unternehmen. Anders als das Gros der Pizzen handelt es sich hier um gekühlte Produkte mit einer Mindesthaltbarkeit im Kühlregal von 30 Tagen.

Bisher gibt es zwar nur eine Pizza Margherita, doch stehen hier Varianten mit Weizen-, Dinkel-Vollkorn- oder Kamutmehl zur Auswahl. Ein backfertiger Bio-Pizzateig mit Tomatensauce ergänzt das Angebot. Der Einzelhandel ist der wichtigste Marktsektor für Pizza + 1, wobei nach eigenen Angaben nahezu alle großen italienischen Einzelhandelsketten zu ihren Kunden zählten.

Noch mehr Abwechslung: von Snacks bis Flammkuchen

Eine Reihe an reizvollen, pikanten Snacks für die Theke und teilweise auch Endverbraucher führen Moin und Schedel. Moin hat nach einem tiefgekühlten Dinkelpizzateig (3 x 100 Gramm), Lachs- und anderen Teigtaschen im letzten Jahr auch zwei Fertigpizzen eingeführt:

Eine Basispizza mit Tomatenpüree und Käse, die der Verbraucher nach Belieben verfeinern kann, und eine edle Ziegenkäse-Pizza. Ihren besonderen Charakter verdanken die Pizzen zusätzlich ihrem langzeitgeführten Roggen-Dinkel-Boden. Zu finden sind die Produkte bisher überwiegend im Bio-Fachhandel, vereinzelt aber auch im selbstständigen Einzelhandel.

Schedel, TK-Vollsortimenter für Bio-Backwaren, kommt dem wachsenden Interesse an herzhaften Snacks mit einer abwechslungsreichen Linie an teilgebackenen Thekenproduk­ten entgegen. Der Schwerpunkt des abwechslungsreichen Sortiments liegt dabei auf vegetarischen Dinkel-Backwaren, zum Beispiel die ungewöhnlichen ovalen 130-Gramm-Pizzen (Vegetarisch und India) und Flammkuchen.

Mit Bio-Flammkuchen kann man seinen Kunden eine ebenso attraktive wie aromatische Länderspezialität bieten. Flammkuchen zählt zu den bekanntesten Produkten aus dem Elsass. Ein äußerst dünner, viereckiger Teig, belegt mit Crème fraîche, Speck und Zwiebeln gilt als sein Erkennungsmerkmal.

Nachdem die Kunden im Fachhandel den Klassiker als SB-Ware nur von Wagner und Elsässer (über demeter Felderzeugnisse) finden konnten, bietet seit ein paar Monaten auch Ökofrost unter der Marke Bio Polar Flammkuchen an und zwar gleich in vier Varianten.

Der TK-Spezialist ergänzt ­den normalen Flammkuchen durch einen Flammkuchen mit Bergkäse und Lauch, einen mit Lachs und Spinat und als süße Variante einen mit Äpfeln Zimt. Auf der BioFach fanden die typisch rechteckigen Flammkuchen, die von Gusto Palatino in der Südpfalz hergestellt werden, bereits reichlich Zuspruch.

Bettina Pabel


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