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BioSüd überzeugte

Viele Aussteller und hoher Besucherandrang sorgt für zufriedene Gesichter

Die BioSüd in Augsburg war geprägt von den Auftritten der Bio-Marken. Aber auch Lebensmittelhandwerk und regionale Hersteller erreichen hier den Einzelhandel. Die BioSüd hat ihren eigenen Charakter. Die Ballungsräume in Baden-Württemberg und Bayern zählen zu den deutschen Bio-Hochburgen. Entsprechend hoch ist die Laden- und Herstellerdichte. So ist die etwas höhere Zahl an Ausstellern, 458 auf der Süd gegenüber 424 auf der Nord, zu erklären. Die Messe war mit 4.200 Fachbesuchern besser besucht als die BioNord mit 3.800.

Schon eine Stunde nach Messebeginn war auf der BioSüd in Augsburg der Andrang an den Ständen groß. Besucher und Aussteller tauschten sich intensiv aus. Am Nachmittag lichteten sich die Gänge, denn draußen lockte die Sonne. „Die BioSüd ist nicht nur ein effektiver Marktplatz, sondern hat auch eine besondere Funktion als Kommunikationsforum der Kernbranche, wo wir unsere Werte klar darstellen können“, kommentiert Harald Wurm, Vorstand des Bundesverbands Naturkost Naturwaren (BNN) Einzelhandel.

Die Messe im Süden lockte auch Aussteller aus den Nachbarländern Frankreich, Österreich, Schweiz und Niederlande. Selbst aus Italien kamen Aussteller über die Alpen, um sich auf den lukrativen deutschen Bio-Markt zu präsentieren. Mediterran zählt zu den aktuellen Esstrends. Mediterraneo Foods aus Kalabrien vertreibt seit 2000 unter der Marke Medy Bio Zitrusfrüchte. Für ihr weiteres Bio-Sortiment wie Olivenöl und Olivenprodukte und seit neuestem Fisch im Glas such­te die Firma auf der BioSüd neue Kunden.

Fromi glänzt mit Bio-Feinkost

Fromi aus Kehl-Auenheim in Baden-Württemberg, bekannt als Importeur französischen Bio-Käses, vertreibt auch 300 biologische Feinkost-Produkte aus den Breichen Trockensortiment, Frische und Getränke. Ein biologisches gelbes Hähnchen aus Maisfütterung, Tees und Kräuter in der Dose, Olivenöl in einer schlanken eleganten Blechflasche und vieles mehr bietet Fromi dem Handel. Wer Spezialitäten sucht, findet sie hier.

Ecolive bietet seit 2009 in Frankreich und Deutschland ein biologisches Sortiment an, darunter das glutenfreie Blumenbrot, die Quinoa-Mischungen von Primeal und ein Shampoo als Seifenstück. Eine Reihe deutscher Großhändler haben Produkte von Ecolive bereits gelistet. 

Die Verbände Naturland, Bioland, Demeter und Biokreis scharten ihre Hersteller um sich. Der Großhandel zeigte ebenfalls Gesicht. Bodan beeindruckte mit einem zentralen Auftritt, der von jedem Punkt der Halle aus zu sehen war. Willmann und Rinklin gingen die Messe mit weniger auffälligen Ständen an.

Bei Großhändler Claus aus Ba­den-Baden gab es eine Oliven­öl-Verkostung der Masseria di Sant’Eramo aus Italien. Unter der Marke Pural wurden die neuen Doppelkekse Bis Paulette Schoko und Milch als Neuheit vorgestellt.

Von den Weingroßhändlern waren Riegel und Naturian auf der Messe. Feinkostgroßhändler Gerald Bartke, il nuraghe, Käsespezialist Jürgen Würth und Ecoplus bieten dem Handel Bio-Produkte zur Profilierung und zum Abrunden der Sortimente.

Bio-Marken zeigen Profil

Die Bio-Markenhersteller zeigten Profil, um sich von Handelsmarken abzusetzen. Die bekannten Getränkehersteller von Voelkel im Norden, Beutelsbacher im Süden, die Brauereien wie Neumarkter Lammsbräu und Riedenburger Brauhaus setzten Akzente mit modernen Erfrischungsgetränken. Neumarkter mit now, Riedenburger mit Pure und Beutelsbacher mit Isis. Lebensbaum, die Marke für biologischen Tee, Kaffee und Gewürze stellte einen indischen Espresso aus der Region Kerala vor. 

Spezialitäten-Lieferanten wie Lotao, der Reis-Vielfalt zelebriert, oder Spaintrade aus München waren zugegen. naturARTen aus Hessen geht mit biologischen Kräuterölen, Salzen und Naturkosmetik aus Wildkräutern auf den Naturkostmarkt. Die Basis ist Olivenöl und ein spezielles Stein-Salz.

Bisher sind die beiden Macher Stephan Engelhardt und Frank Friedrich hauptsächlich auf Verkaufsmessen aufgetreten. Der Versand erfolgte direkt. Die Akzeptanz beim Publikum war da. Jetzt sind sie mit ihren Produkten beim Biokorb vertreten. „Der Andrang hier ist groß. Wir sind zufrieden“, kommentierte Engelhardt den Messeverlauf.

Kokos zählt nach wie vor zu den Trendprodukten. Mit Kulau und Dr. Goerg waren zwei Anbieter dieses Segments auf der Bio-Süd. Neben der bekannten Kokosmilch drängen Erfrischungsgetränke und Kokosblütenzucker nach vorn. 

Bio-Mopro mit starker Präsenz

Bio-Mopro war ein großes Thema in Augsburg. Die Hersteller von Bio-Käse buchten viel Ausstellungsfläche. Schaf und Ziege haben bei Bio einen hohen Anteil. Entsprechend viele Käsereien waren vertreten.

Hekking Kaas aus Niederland liefert seit 1996 Schafs- und Ziegenkäse an den Naturkostfachhandel. Die Bio-Käserei Bastiaansen ebenfalls aus Niederland präsentierte auf der regionalen Bio-Messe Schafs- und Ziegenkäse. Henri Willig aus den Niederlanden käst Kuh-, Ziegen- und Schafmilch. Auch die Feinkäserei Zimmermann aus Falkenhain/ Sachsen und der Martinshof bieten Ziegenkäse.

Natürlich gab es auch biologischen Kuhmilch-Käse, etwa bei der Bio-Molkerei Söbbeke oder der Gläsernen Meierei. Schilcher-Käse und die ÖMA liefern dem NFH ein Vollsortiment der gelben Linie. Die handwerkliche Käsereien wie Backensholzer, die Dorfkäserei Geifertshofen oder die Landkäserei Herzog produzieren authentische Spezialitäten und vermitteln Regionalität und Qualität glaubhaft.

Bei der weißen Linie zeigte die Weißenhorner Milchmanufaktur ihre pfiffigen Produkte vom Aufstrich bis zum Dessert. Ein Mousse au Chocolat, Frischkäse und Ziegenfrischkäse sind neu im Sortiment.

Die Milchwerke Berchtesgadener Land (BGL) als innovativer Produzent der Basis-Produkte nach Demeter- und Naturland-Richtlinien zählen zu den bedeutendsten Akteuren auf dem Markt. Bei der Fair-Zertifizierung von Naturland waren die Milchwerke BGL Vorreiter. Die Molkerei Biedermann aus der Schweiz steht für Premium-Milchprodukte. Spezialitäten wie Dickmilch, Kefir und Molke zählen zum Sortiment.

Valpiform zufrieden mit der Messe

Valpiform mit glutenfreien Bio-Produkten aus Frankreich war mit der BioSüd zufrieden. „BioSüd und Nord waren für uns sehr gut. Süd war noch etwas besser, weil das Besucher-Aufkommen höher war“, erklärt Werner Zillich, verantwortlich für den Vertrieb in Deutschland. Das Unternehmen traf mit Reformhaus-Inhabern, Bio-Ladnern und Großhändlern die anvisierte Zielgruppe.

Zillich lobte die Organisation der Messe und die Qualität der Besucher.  Listungen der Produkte bestehen bei Rhein-Main Reformwaren Kraushaar & Perner, bei Claus Reformwaren Service und bei dem GV-Spezialisten EDNA International.

Bio-Convenience ist Normalität

Convenience ist auf dem Bio-Markt ein großes Thema. Mit frischen Teigwaren, die nur noch erhitzt werden müssen, waren unter anderem d’Angelo Pasta, Pasta Nuova und Hierl aus Bayern vertreten.

Die vegetarische Alternative zu Wurst und Fleisch bietet Heirler aus Radolfzell mit seinen Gipfelstürmern, die zweistellige Umsatzzuwächse schaffen. Das Unternehmen  hat in Augsburg eine vegetarische Leberwurst vorgestellt.

Hübner war Pionier bei den vegetarischen trockenen Fertiggerichten. Inzwischen gibt es mehrere Anbieter. Ein Zeichen, dass die Produkte auf Nachfrage treffen. Echtzeit, das Bistro-Konzept des Steinofenbäcker in Ibbenbüren/ Nordrhein-Westfalen stellte Convenience-Produkte für  die Gastronomie vor. Frische Bio-Suppen und Salatsoßen werden in Gastro-Gebinden angeboten.

Öl ist eine wichtige Zutat in einer biologischen Küche. Mit Bio Planète, der Ölmühle Sölling, der Teutoburger Ölmühle, Rapunzel und Byodo stellten wichtige Akteure auf dem deutschen Bio-Markt aus.

2010 ist Seitenbacher mit der Grünsfelder Bio-Ölmühle dazu gekommen. Hempro ein großer kanadischer Hersteller von Bio-Hanföl hat einen neuen Markenauftritt entworfen und sich dem Messe-Publikum vorgestellt. Mit Crudolio gab eine Bio-Öl Marke aus Italien ihr Debüt. Oliven-, Sonnenblumen-, Raps-, Sesam- und Leinsamenöl gehören zum Sortiment.

Neue Impulse

Die brandneue Kindermarke Mogli für vier- bis neunjährige war ein Magnet. Die Dschungelbuch-Motive und die Spiel-Anleitungen auf den Packungen führen die Kinder mit Spaß an Bio heran. Für die Eltern gibt es eine eigene Ansprache mit Argumenten für Bio, die Kinder nicht hören wollen. Bisher wurden zwölf Produkte für Frühstück und Zwischenmahlzeit entwickelt. Die Produkte tragen Namen wie Panther-Müsli, Tigerkekse und Junior-Drink.

Baobab will die Welt fairändern. Die afrikanische Frucht wird in Deutschland zu Erfrischungsgetränken und sü­ßen Brotaufstrichen verarbeitet. Andreas Triebel vom Baobab Social Business aus München kann in Deutschland bereits Erfolge im Vertrieb nachweisen.

Die TK-Marke bio inside hat Edamame, ein Geheimtipp der asiatischen Küche, vorgestellt. Die jungen, grünen Sojabohnen sind mineralstoffreich und der leicht süße, nussige, buttrige Geschmack ist ein Erlebnis. Das Gemüse wird als Knabberei, Fingerfood oder für die asiatische Küche verwendet.

Bei den Bio-Süßwaren hat die Schokoladensaison begonnen. Liebhart’s hat in seiner Amore Bio Linie eine Zartbitter gefüllt mit Ingwer-Trüffel aufgenommen. Vivani hat gleich drei neue Schokoladen vorgestellt.

Mit neuen Formen von Bio-Fruchtgummis machte Mindsweets auf sich aufmerksam. Das 2010 in Berlin gegründete Unternehmen hat als Motto Süße Ideen zum Nachdenken gewählt. Die Bärchen werden ohne Gelatine hergestellt.

Rösner Vertrieb packt Frucht statt nur Fruchtgeschmack in die Süßwaren und schafft eine natürliche Alternative zur konventionellen Kunstwelt. Rabenhorst wartete mit dem pur Gebäck in Bohnenform auf. Eine Innovation im Bereich Süß-Gebäck.

„Auf der BioSüd hat sich überzeugend die Vitalität und Leistungsfähigkeit der deutschen Bio-Branche präsentiert. Hier wurde erlebbar, wie erfolgreiches und zugleich nachhaltiges Wirtschaften konkret aussieht“, erklärte Veranstalter Wolfram Müller mit zufriedener Miene.

Anton Großkinsky

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