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Fokus liegt auf dem Handel

Matthias Deppe im Gespräch mit bioPress über das Konzept der Bio-Messen

Die BioSüd in Augsburg ist ausgerichtet auf die Kommunikation vom Hersteller Richtung Fachhandel, so Mitveranstalter Matthias Deppe. Die Veranstaltung in Augsburg strahlt auf andere Vertriebswege wie Reformhaus, Großverbraucher und qualitätsorientierten Handel (qoH/SEH) aus. Die Messe spiegelt die Vielfalt der Sortimente, und ermöglicht es dem Handel, sich zu profilieren.

Geschäftsführer Matthias De­p­pe von Naturkost Nord in Seevetal hat mit der BioNord vor acht Jahren ein neues Messe-Format erfunden, das sich national ausgedehnt hat und wirtschaftlich erfolgreich ist. Dennoch plant Deppe für sich nicht, komplett ins Messegeschäft zu wechseln: „Die Kompetenz, eine Messe zu machen, kommt daher, dass ich den Nerv treffen kann“. Diese Fähigkeit geht auf die Markt-Kenntnis zurück, die er sich als Großhändler erarbeitet hat.

Es entstehen neue Liefer­beziehungen

Waren es ursprünglich nur Großhändler, die den Naturkosteinzelhandel beliefert ha­ben, kommen jetzt immer mehr Streckenlieferanten hin­zu. „Der Großhandel lässt eine Lücke für Direktlieferanten, die keine Listung bekommen oder wollen.

Früher war ein Großhandel mit 3.000 Produkten gut aufgestellt. Heute hat er 5.000, und es werden immer mehr“, berichtet der Veranstalter. So hält Messemacher Deppe ein weiteres Wachstum der Regionalmessen BioNord/Süd für möglich. „In den Hallen ist noch Luft“, sagt er am Rande der BioSüd in Augsburg.

„Unser Fokus liegt auf dem Einzelhandel. Der Hersteller muss eine Distribution  in den Handel haben, ob Direktvertrieb oder Großhandel. Wir wollen keine Fläche verkaufen. Ein Aussteller, der nicht hierher passt, sieht man einmal und dann nie wieder“, nennt Deppe das Auswahlkriterium für Aussteller.

Internationales Business ist nicht gefragt

Reine Exporteure und Importeure sind auf BioNord/Süd/ OstWest nicht gefragt. „Mein Schlüsselerlebnis war auf der BioFach die kuriose Unterhaltung eines Ladners mit einem Afrikaner über die Lieferung von Mangos.

In welchen Hafen soll der Container, wollte der afrikanische Händler vom Ladner wissen“, berichtet Deppe.
Bei der Anmeldung achtet das Team darauf, dass die Aussteller zur Messe passen. Eine Fluktuation gibt es dennoch. Die Veranstalter führen nicht Buch darüber. „Gefühlt sind es 20 Prozent, die von einem Jahr auf  das andere nicht mehr dabei sind“, meint Deppe. Ein gewisser Austausch gibt neue Impulse.

Die Messe strahlt längst über den Naturkostfachhandel hinaus. Eine gekennzeichnete Reformwelt gibt es innerhalb der BioSüd/Nord. Die Gastronomie findet passende Bio-Sortimente. Demeter hat den qualitätsorientierten Handel ein­geladen, der mit  dem Verband einen Vertrag abgeschlossen hat.

Handel sucht fein abgestimmt Sortimente

„Der Fachhändler kann sich profilieren, indem er ein Super-Sortiment zusammenstellt. Feinheiten kann man zur Zeit im Sü- den allerdings besser verwirk­lichen als im Norden“, weiß Deppe. Dafür sind seine Messen konzipiert. Kleine, regionale und neue Hersteller bringen Farbe ins Geschehen in den Hallen.

2013 kommen BioWest und -Ost dazu und machen aus dem einstigen Messe-Duo ein Quartett. Zur BioWest erwartet Dep­pe starke holländische Beteiligung, neue Aussteller und Hersteller, die an allen vier Standorten präsent sind.

Die BioWest feiert ihre Premiere am 14. April 2013 in Düsseldorf, nicht in Köln wie vermutet worden war. In Köln passte der Termin nicht. „Wir können nicht parallel zur Pro Wein unsere Messe machen. Da gibt es eine Schnittmenge unter den Besuchern“, erläuterte Deppe. Die BioOst in Berlin debütiert am 28. April. 

Mit jetzt vier Terminen über das Land verteilt, fragt sich mancher Hersteller, welche Messe er wahrnehmen soll: Die Hausmessen der Großhändler oder die regionalen Bio-Messen? „Die Strömung geht zu unabhängigen Plattformen“, antwortet Deppe.

Anton Großkinsky

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