Bio setzt Süßwaren-Trends
Hohe ausländische Bio-Beteiligung bei ISM in Köln
Die 43. ISM (Internationale Süßwarenmesse) in Köln vom 27. bis 30. Januar 2013 ist Treffpunkt für die weltweite Süßwarenbranche. Bio hat sich in den vergangenen fünf Jahren fest etabliert auf der Messe. Der Großteil der Bio-Aussteller sind Mischunternehmen mit konventionellen Wurzeln und einer Bio-Range. Die Trends heißen Natürlichkeit und Nachhaltigkeit.
Der Anmeldestand ist etwa auf Vorjahresniveau. Rund 200 Aussteller mit Bio-Produkten werden erwartet. 2013 wird eine stärkere ausländische Bio-Beteilung geben als 2012, wie die Koelnmesse mitteilte. 60 Aussteller hatten sich bis Redaktionsschluss angemeldet. Belgien ist hier traditionell stark vertreten. Der Marketing-Verbund Bio aus Dänemark, der vergangenes Jahr bei der ISM auftrat, wird wieder dabei sein. Bio-Pralinen-Hersteller Woodshade Organics zählt zu den dänischen Ausstellern, die seit Jahren auf deutschen Messen vertreten sind.
35.000 Besucher werden in Köln erwartet. „Einkäufer aus allen Bereichen von Bio-Supermärkten, Drogeriemärkten bis zu Tankstellenbetreibern kommen“, teilt Christine Hackmann von der Koelnmesse mit. Für die Bio-Aussteller aus Deutschland ist der Auftritt wegen des Exportmarkts von Bedeutung.
Im LEH sind Bio-Süßwaren noch eine Nische, bieten aber dem qualitätsorientierten Handel Möglichkeiten zur Profilierung. Die Bio-Hersteller sind kreativ, gehen neue Wege und setzen Trends. Der Kaufmann, der weg will vom Einheitssortiment, wird auf der ISM passende Bio-Produkte finden. Er wird auf Bio-Produkte in Premium-Qualität stoßen.
Qualität und Authentizität gewinnen immer mehr an Bedeutung bei Süßwaren und damit rückt Bio stärker ins Blickfeld. Bunt und süß in attraktiver Verpackung sind nicht mehr die alleinigen Kriterien. Nachhaltig und gesund soll das Naschen sein. Die Hersteller gehen weg von Farb- und Aromastoffen aus der Retorte.
Stattdessen werden natürliche Zutaten, die aus Früchten und anderen Pflanzen gewonnen werden, in den Rezepturen verwendet, hat Fruchtgummi-Hersteller Georg Rösner aus Straubing festgestellt.
Nachhaltigkeit in Form von Fairtrade breitet sich immer mehr aus in der Süßwaren-Branche. Es begann mit fairer Schokolade und greift auf andere Rohstoffe wie Zucker und Saft-Konzentrate über. Herkömmliche Fairtrade-Produkte gibt es mehr und mehr. Auch hier hat Bio die Entwicklung bestimmt.
Die ISM deckt das Spektrum von Zuckerwaren, Schokolade, Feine Backwaren, Knabberartikel, Eis bis Rohmassen ab. Spezialsortimente wie glutenfreies Dauergebäck haben ihren Platz.
Valpiform ist mit der Marke France Aglut Bio in dieser Warengruppe vertreten. „Wir haben ein großes Sortiment an Kuchen und Keksen für Allergiker. Die ISM ist der wichtigste Marktplatz gerade für dieses Sortiment. Der Fokus liegt bei dem Auftritt auf dem deutschen Markt“, erklärt Werner Zillich, verantwortlich für den Deutschland-Vertrieb.
Auf der ISM werden jährlich Neuheiten präsentiert. So entwickelt Bio-Hersteller Rösner-Vertrieb aus Straubing aktuell drei neue Sorten an Fruchtgummis. Mit Ingwer, Ingwer-Chili und Ingwer-Frucht erweitert das Unternehmen sein Sortiment. „Wir freuen uns über ständig steigende Nachfrage“, erklärt Geschäftsführer Rösner.
Die ISM ist für Rösner wegen des Auslandsgeschäftes interessant. 2012 bahnte das Unternehmen ein Geschäft mit dem US-Filialisten Whole Foods an. „Unsere Importmenge ist zu gering, um direkt an Whole Foods zu liefern. Wir brauchen einen Distributeur zum Andocken. Das ist in Arbeit“, gibt Rösner Auskunft.
Der Bio-Export in die USA hat sich seit Inkrafttretens des Gleichwertigkeitsabkommens mit der EU im Juni 2012 für den Bio-Hersteller nicht entscheidend vereinfacht: „Wir brauchen ein NOP-Importzertifikat, das von der EU auszustellen ist“.
AG







