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Fruit mit Organic Route

Weltgrößte Fruchtmesse in Berlin führt Bio-Leitsystem ein

Auf der Fruit Logistica 2013 vom 6. bis 8. Februar in Berlin wird es erstmals eine Organic Route geben. Die Anbieter von zertifizierten Bio-Produkten werden durch ein Logo auf dem Virtual Market Place (virtueller Marktplatz) auf der Internet-Seite und in verschiedenen Druckmedien hervorgehoben. Die Messe verstärkt damit die Bio-Kommunikation. Bisher waren die Bio-Aussteller im Katalog und auf der Internetseite in den Suchkriterien auffindbar.

Die Fruit Logistica ist das führende internationale Branchentreffen der Fruchthandelswelt. Hier sind 2.400 Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette des grünen Sortiments vertreten von Weltunternehmen bis zu kleinen- und mittelständischen Anbietern. Rund 500 Aussteller mit Bio werden erwartet.

Ziel des Leitsystems Organic Route ist ein einfacheres Auffinden der Produkte. Mit diesem Planungswerkzeug sparen die Einkäufer Zeit und Aufwand. Das breite Bio-Angebot, das seit Jahren in Berlin zu finden ist, wird damit besser sichtbar gemacht. Das soll mehr Besucher an die Stände bringen.

Die Teilnahme an der Organic Route ist einfach: Die Aussteller besuchen auf fruitlogistica.de den Virtual Market Place, laden ihr Bio-Zertifikat hoch und schicken per E-Mail ein druckfähiges Firmenlogo vor dem 30. November an die Messe.

Die Teilnehmer werden im Virtual Market Place ein Jahr lang veröffentlicht. Wer sich bis 30. November 2012 angemeldet hat, wird zusätzlich in den gedruckten Routen Guide mit Firmenlogo aufgenommen. Der Führer wird an mehr als 1.000 ausgewählte Einkäufer verschickt. Zusätzlich sollen Pressemitteilungen und Mailings mehr Aufmerksamkeit für Bio Obst und Gemüse wecken.

Plattform für den Bio-Fruchthandel

Für den Bio-Fruchthandel ist die Fruit Logistica die wichtigste Messe-Plattform. Die Bio-Lieferanten bedienen in der Regel alle Vertriebsschienen von Naturkostfachhandel über den LEH bis zum Discount. Die Unternehmen stammen meist aus dem konventionellen Bereich und haben später eine Bio-Linie eingeführt. Alle wichtigen Bio-Lieferanten nutzen die Messe als Plattform. ­Einige der Naturkost-O+G-Großhändler sind seit Jahren auch vertreten.

Eosta, europäischer Marktführer bei Bio-Obst und -Gemüse, ist regelmäßig in Berlin. Die Holländer liefern ein umfangreiches Sortiment aus Übersee und Europa. Zuletzt hat der Bio-Fruchthändler sein Sortiment in die Tiefe entwickelt. In den vergangenen zwei Jahren wurde von Eosta Spezialitäten mit 40 Artikeln entwickelt. Die Exoten werden ausgebaut, kündigte das Unternehmen an. Weiter sind neue Verpackungen in Arbeit. „Die Supermärkte fragen nach umweltfreundlicheren Lösungen“, erklärt Michael Wilde von Eosta.

Mit der FAO (Ernährungsorganisation der UN) startet der Bio-Händler 2013 die Kampagne Save our Soils (Rettet unseren Boden). Ein Viertel des fruchtbaren Landes ist bereits durch Erosion zerstört. 2015 ist das Jahr des Bodens. „Bis dahin wollen wir informieren, dass die biologische Landwirtschaft der beste Weg ist, um den Boden zu schützen“, erklärt Wilde.

Lehmann Natur aus Mönchengladbach wird als bedeutender Lieferant für den deutschen LEH mit einem repräsentativen Stand auftreten. „Die Fruit Logistica ist für Lehmann Natur mit weltweitem Einkauf ein internationaler Kom­munikations- und Marktplatz“, erklärt Marketingleiterin Heike Bellinghausen. Lehmann gibt Bio mit dem Messe- Auftritt ein Gesicht: Erzeuger werden auf dem Stand sein und dem Handel die Möglichkeit geben, Produzenten persönlich kennenzulernen.

Bio Vinschgau führt g.g.A. Äpfel ein

Bio Vinschgau aus Südtirol, dem größten Apfelanbaugebiet Europas, präsentiert dem Handel auf der Fruit Logistica eine Neuheit: Seit der Ernte 2012 tragen 13 Bio-Apfelsorten die EU- Herkunftsbezeichnung g.g.A. (geschützte geographische Angabe) Südtirol, wie Vertriebsleiter Gerhard Eberhöfer mitteilt. Auf den neu gestalteten Verpackungen wird darauf hingewiesen. Das Thema Regionalität spielt eine immer größere Rolle im Bewusstsein der Verbraucher. Der Südtiroler Apfelvermarkter hat mit der g.g.A.-Auslobung darauf reagiert.

Beim Kanzi Bio wird die Erntemenge in den nächsten Jahren ansteigen. „Die beliebte Clubsorte wird dann von Januar bis Mai verfügbar sein“, kündigt Eberhöfer an. Die Ernte 2012 ist im Vinschgau mit einem Rückgang um 15 Prozent kleiner ausgefallen als im Vorjahr. Die Qualität ist dafür sehr gut. „Die Verfügbarkeit für den Bio-Markt in Europa ist ganzjährig bis in den Sommer 2013 hinein gesichert“,  erklärt Eberhöfer.

Die europäischen Mittelmeerländer sind die Obst- und Gemüsegärten von Mittel- und Nordeuropa. Die afrikanischen Anrainer Marokko und Tunesien stehen im Schatten von Italien und Spanien, sind aber regelmäßig in Berlin vertreten. Tunesien ist wieder mit einem Gemeinschaftsstand dabei.

Horchani und Boujbel exportieren Bio-Datteln, ein Hauptprodukt der tunesischen Öko-Landwirtschaft. Horchani verfügt über 150 Hektar Bio-Anbaufläche und beliefert auch den LEH und den Discount.

Nopal, ein reines Bio-Unternehmen, das Kaktusfeigen anbaut und verarbeitet, stellt sich auf der Fruchtmesse vor. Das tunesische Bio-Produkt gibt es in verarbeiteter Form und als Frischfrucht. Im Januar 2012 boten die Tunesier auch die beliebten Malteser-Orangen an. Es bleibt abzuwarten, ob sie auch 2013 wieder dabei sind.

Peru ist Land des Jahres

Das Land des Jahres der Fruit Logistica 2013 heißt Peru. Der südamerikanische Staat ist ein großer Bio- und Fairtrade Bananen-Erzeuger. Nach Kaffee ist die Banane das wichtigste Bio-Export-Produkt des Landes. Mehr als die Hälfte der Bio-Bananen wird nach Europa verschifft. Port International in Hamburg ist einer der Hauptimporteure für fairgehandelte peruanische Bio-Bananen. Port steht bei der Fruit auf dem Stand des Hamburger Großmarkts.

„Für Bio und Fairtrade Bananen ist Peru das größte Herkunftsland. Wir sind recht erfolgreich in diesem Bereich. Unsere Aufbauarbeit der letzen zehn bis 15 Jahren ist mit dem Fairtrade-Preis gewürdigt worden“, erklärt  Marketingleiter Tobias Siesmayer. Port ist Fairtrade-Pionier bei Bananen. Später kam die Kombination Bio plus Fairtrade.

„Eine Zeitlang war nur die Kombination Bio und fair gefragt. Jetzt ist nur Fairtrade wieder zu einem Thema geworden im Handel“, berichtet Siesmayer.

„And the winner is…“ wird es am 8. Februar 2013 heißen, wenn im Rahmen einer Preisverleihung der Gewinner des Fruit Logistica Innovation Award (FLIA) verkündet wird. Alle Aussteller, die zwischen dem 1. November 2011 und dem 31. Oktober 2012 eine Innovation auf den Markt gebracht haben, sind aufgerufen, sich für den Innovationspreis zu bewerben. Bereits zum achten Mal wird er von der Messe Berlin und dem Fruchthandel Magazin in Düsseldorf vergeben.

Anton Großkinsky

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