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Stadt macht satt

Ideen für eine zukunftsfähige Ernährung in der Stadt

Berlin, 05.06.12. Anja Fiedler, Künstlerin und Expertin für Bildung für nachhaltige Entwicklung, sammelt und entwickelt mit ihrem Konzept Stadt macht satt Ideen für eine zukunftsfähige Ernährung von Menschen in der Stadt.

Die Weltbevölkerung wächst und immer mehr Menschen leben in Städten. Umweltschäden und soziale Ungerechtigkeiten - die Schattenseiten der industrialisierten und globalisierten Lebensmittel-Produktion werden immer offensichtlicher.

Die Trennung zwischen der Herstellung von Lebensmitteln auf der einen, und deren ausschließlichem Konsum auf der anderen Seite, führt zu großen Verlusten. Zum Verlust von Wissen über den Anbau und die Verarbeitung von Lebensmitteln und zu Verlusten wertvoller Lebensmitteln, die täglich massenhaft im Müll landen. Stadt macht satt will diese Kluft schließen und zeigen, wie wir auch in der Stadt gärtnern, ernten und einzigartige Lebensmittel selbst herstellen können.

Stadt macht satt zeigt, auch in der Stadt gibt es viel zu Ernten:
1. Die Stadtnatur - Obstbäume, Wildpflanzen etc.
2. Brauchbare Lebensmittel, die täglich massenhaft im Müll landen
3. Selbst kleinste Flächen, die mit urbanem Gärtnern zu produktiven Mini-Äckern werden

Daraus lassen sich hochwertige Lebensmittel selbst herstellen. Damit erlangen wir ein Stück eigene Handlungsmacht zurück und erleben nachhaltiges Handeln – sozial, ökologisch und ökonomisch.

Anja Fiedler setzt das Konzept von Stadt macht satt aktuell in mehreren Projekten ("Gipscafé", "Urbane Gärtner", "Herausforderung – Auf den Spuren der Nahrung") um. Die Projekte schaffen kleine erlebbare Kreisläufe, die unterschiedlichste Akteure einbeziehen.

Stadt macht satt ist von der UNESCO als offizielles Projekt der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ausgezeichnet. Am 6. Juni erhält Stadt macht satt den Umweltpreis Berlin Mitte 2012 zum Sonderthema "Schulgärten – Gärten für die Kleinen der Stadt."

Die aktuellen Projekte von Stadt macht satt zeigen, wie der Ansatz funktioniert.

Projekt Gipscafé

Im aktuellen Schuljahr machte Anja Fiedler die Schüler-Cateringfirma Gipscafé an der Kastanienbaum Grundschule in Berlin Mitte mit dem Stadt macht satt-Konzept zu einem sozialen Unternehmen.

Anja Fiedler erkundete mit den SchülerInnen, welchen gewaltigen Überfluss an noch guten, täglich ausgemusterten, Lebensmitteln sie beim Bioladen und bei der Bäckerei um die Ecke "ernten" können.

Einmal wöchentlich verkaufen die Kinder Pausenbrote mit selbst hergestellten, einzigartigen Brotaufstrichen an ihre Mitschüler. Mit den Zutaten aus der Stadternte können sie die Pausenverpflegung zu einem Preis anbieten, den sich alle leisten können. Trotzdem erzielen sie einen fairen Gewinn, der zum Teil in die nachhaltige Weiterentwicklung der Firma reinvestiert wird.

Projekt Urbane Gärtner

Ein Teil der im Gipscafé verarbeiteten Lebensmittel stammt aus dem eigenen Anbau an Salatbäumen, in Pflanztaschen und in vertikalen Gärten an der Schule.

Projekt Herausforderung – Auf den Spuren der Nahrung

Im August 2012 erleben, erforschen und dokumentieren zwölf SchülerInnen die Hintergründe und Produktionsweisen unseres Essens. Sie wollen drei Wochen lang davon leben, was andere wegwerfen.

Selbstversuch Stadt macht satt

Seit der Initiierung von Stadt macht satt im Jahr 2010 lebt Anja Fiedler mit ihrer Familie im Selbstversuch größtenteils von Stadternte und kann sich annähernd autark davon ernähren.

Anja Fiedler entwickelte die Initiative Stadt macht satt im Rahmen des Bildungsprogramms ÜBER LEBENSKUNST.Schule, das erstmals künstlerische Strategien mit dem Konzept "Bildung für nachhaltige Entwicklung" zusammenbringt.

Bei den Thementagen ÜBER LEBENSKUNST.Schule am 14. und 15. Juni 2012 im Haus der Kulturen der Welt in Berlin präsentiert Anja Fiedler das von ihr entwickelte Stadternte-Konzept Stadt macht satt.

kontakt@anja-fiedler.de

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