Start / Regional denken –

Regional denken –

Bio-Lebensmittel bieten neue Chancen für Berlin und Brandenburg

Für den selbständigen Lebensmitteleinzelhandel – hierzu zählen u. a. inhabergeführte Edeka- und Rewe-Märkte – sind Bio-Lebensmittel ein wichtiges Zukunftsthema. Laut einer Befragung, die das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) bei Lebensmittelhändlern in Berlin und Brandenburg durchführte, wollen drei Viertel der befragten Händler ihr Bio-Angebot in Zukunft ausbauen. Im Unterschied zu Lebensmittel-Discountern wollen sie die Ware allerdings verstärkt aus der Region beziehen.

Die Handelsbefragung ist Teil des Forschungsprojektes „Nachhaltige Metropolenregion“, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Zusammenarbeit zwischen Handel und regionalen Bio-Anbietern in Berlin-Brandenburg zu erleichtern und so zu einer wirtschaftlichen Stärkung der Region beizutragen. „Allein im Jahr 2005 stieg der Umsatz der Bio-Branche um 15 Prozent auf insgesamt 4 Milliarden Euro bundesweit. Der Biomarkt boomt. Nun gilt es, diesen Schwung auch für Berlin-Brandenburg nutzbar zu machen“, so Gerd Scholl, Projektleiter am IÖW.

Mit fast 10 Prozent ökologischer Anbaufläche nimmt Brandenburg den Spitzenplatz in der Bioerzeugung in Deutschland ein. Ein Großteil dieser Rohstoffe wird derzeit jedoch nicht in der Region weiterverarbeitet und verkauft, sondern exportiert. „Dabei erfreuen sich Bioprodukte allgemein immer größerer Beliebtheit. Wichtig ist jetzt, den Lebensmitteleinzelhandel beim Ausbau seines regionalen Bio-Angebotes zu unterstützen. Hier gibt es noch ein großes ungenutztes Potenzial“, so Scholl weiter.

Die Handelsbefragung zeigt, warum der Handel mit regionalen Bio-Produkten in Brandenburg derzeit noch in den Kinderschuhen steckt: Zwar werden Bio-Lebensmittel von Seiten der Händler als wichtig, jedoch auch als vergleichsweise teuer wahrgenommen. Außerdem fühlen sie sich zu wenig über das regionale Angebot informiert. Der Mehraufwand wirkt besonders auf kleinere Einzelhändler abschreckend. Unterstützung wünschen sich die Händler vor allem bei Werbemaßnahmen. Ferner sollten die Bio-Anbieter besser über die regional verfügbaren Bio-Produkte informieren.

Mit Bio-Produkten aus der Region könne sich der selbständige Lebensmitteleinzelhandel von den eher preisorientierten Discountern abheben, so eine These des Projektes „Nachhaltige Metropolenregion“. So wurde in mehreren Befragungen gezeigt, dass die regionale Herkunft für Verbraucher ein wichtiges Einkaufsargument sei. Das Angebot regionaler Bio-Produkte könne zudem die Kundenbindung verbessern. Außerdem werde die regionale Bio-Erzeugung unterstützt, was positive Impulse für einen Ausbau der Weiterverarbeitung in der Region geben könne. Ein großer Teil der Wertschöpfung könne so in der Region gehalten werden.

Das Projekt „Nachhaltige Metropolenregion – Entwicklung einer nachhaltigen Land- und Ernährungswirtschaft am Beispiel des Großraums Berlin-Brandenburg“ wird durchgeführt vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW). Kooperationspartner ist die Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL) e.V. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau.

Die Ergebnisse der Handelsbefragung sind unter www.ioew.de/home/download_aktuell.html kostenlos verfügbar.

Kontakt:

Gerd Scholl
IÖW-Geschäftsstelle Berlin
Telefon: 030-884 59 4-0 Gerd.Scholl@ioew.de

[ Artikel drucken ]

Ticker