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Indien im Blickpunkt

65 Prozent der Fairtrade-Produkte sind Bio

Fairtrade und Bio passen zusammen. Das zeigt der hohe Bio-Anteil im Fairtrade-Sortiment: Nach ersten Hochrechnungen trugen 2011 rund 65 Prozent der Fairtrade-Produkte auch ein Bio-Siegel, eine Steigerung von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Armut ist der größte Feind der Umwelt. Eine nachhaltige Entwicklung ist nur innerhalb eines funktionierenden Ökosystems möglich. Deshalb gibt es bei Fairtrade neben sozialen und ökonomischen Richtlinien auch strenge Umweltkriterien“, erklärte TransFair-Geschäftsführer Dieter Overath auf der BioFach in Nürnberg.

Ziel von Fairtrade ist es, die Produzenten dort abzuholen, wo sie in ihrer Entwicklung gerade stehen. Der Faire Handel fördert die Umstellung auf biologischen Anbau durch höhere Mindestpreise und eine höhere Prämie für Bio-Produkte. Einmal im Fairtrade-System aufgenommen, machen sich viele Produzentenorganisationen auf den Weg zum Bio-Zertifikat. Je nach Produktgruppe sind die Bio-Anteile unterschiedlich hoch. 76 Prozent des fair gehandelten Kaffees tragen beispielsweise ein Bio-Siegel, bei Fairtrade-Bananen sind es 100 Prozent. Auch bei Tee ist mit 79 Prozent ein Großteil biologisch angebaut.

Indien, das Schwerpunktland der BioFach Messe, ist ein wichtiger Partner für den Fairen Handel. Ein Großteil des Fairtrade-Tees stammt aus indischen Tee-Anbaugebieten, wie beispielsweise Assam oder den Nilgiri Hills in Südindien. Als Produzentenberater für Fairtrade International ist Raju Ganapathy erster Ansprechpartner für indische Produzentenorganisationen. Er begleitet sie auf dem Weg zur Fairtrade-Zertifizierung, unterstützt und berät bei Problemen. „Für die Produzenten sind die Absätze über den Fairen Handel enorm wichtig. Nur so erhalten sie die Fairtrade-Prämien, um Projekte zu realisieren und dadurch ihren Lebensstandard zu verbessern“, sagte Raju Ganapathy auf der BioFach. 

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