Wachsende Märkte und stabile Fläche
FiBL und IFOAM präsentierten Daten zum Bio-Landbau
Weltweit werden 37 Millionen Hektar Landwirtschaftsfläche biologisch bewirtschaftet. Der globale Markt für Bioprodukte wird auf 44,5 Milliarden Euro beziffert; er dürfte im Jahr 2010 um zirka acht Prozent gewachsen sein. Diese Angaben stammen aus der neusten Ausgabe von The World of Organic Agriculture, dem umfassenden Standardwerk mit Statistiken und weiteren Informationen zum Biolandbau aus 160 Ländern. Das biologischen Landbau (FiBL) und die Internationale Vereinigung biologischer Landbaubewegungen (IFOAM) präsentierten die neusten Zahlen für das Jahr 2010 auf der BioFach Nürnberg.
Das größte Flächenwachstum fand in Europa statt hier legte die Biofläche um 0,8 Millionen Hektar auf zehn Millionen Hektar zu (plus neun Prozent im Vergleich zu 2009). In Asien hat die Biofläche hingegen abgenommen. Im Ganzen ist die globale Biofläche im Vergleich zum Vorjahr 2009 konstant geblieben.
Acker- und Dauerkulturen haben weltweit um sechs Prozent zugenommen. Diese Kulturen sind für den Biomarkt besonders relevant. Bei den Ackerkulturen ist das Getreide die wichtigste Gruppe (2,5 Millionen Hektar). Ölsaaten werden auf 0,5 Millionen Hektar angebaut, Gemüse und Leguminosen auf je 0,3 Millionen Hektar. Die flächenmäßig bedeutendsten Dauerkulturen sind Kaffee (0,7 Millionen Hektar), Oliven (0,5 Millionen Hektar) und Kakao (0,3 Millionen Hektar).
Ein Drittel der weltweiten Biofläche liegt in Ozeanien (33 Prozent), gefolgt von Europa (27 Prozent) und Lateinamerika (23 Prozent). Australien ist das Land mit der größten Biofläche (12 zwölf Millionen Hektar), gefolgt von Argentinien (4,2 Millionen Hektar) und den USA (1,9 Millionen Hektar). Den höchsten Bioanteil an der gesamten Landwirtschaftsfläche haben die Falklandinseln mit 36 Prozent , gefolgt von Liechtenstein (27 Prozent) und Österreich (20 Prozent). Weltweit gibt es rund 1,6 Millionen zertifizierte Biobetriebe. Rund 80 Prozent liegen in Entwicklungsländern. Indien, Uganda, Mexiko und Äthiopien sind die Länder mit den meisten Betrieben.
Das Marktforschungsunternehmen Organic Monitor beziffert den weltweiten Umsatz mit Bioprodukten für das Jahr 2010 auf 44,5 Milliarden Euro (59,1 Milliarden US Dollar). Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz in Europa und in den USA um jeweils zirka acht Prozent gestiegen. In den USA wurden 20,2 Milliarden Euro Umsatz erzielt.
In Europa wurden für 19,6 Milliarden Euro Biolebensmittel eingekauft. Hier steht Deutschland mit sechs Milliarden Euro an der Spitze, gefolgt von Frankreich (3,4 Milliarden Euro) und Groß-Britannien (zwei Milliarden Euro). Die Schweiz und Dänemark wiesen mit über 140 Euro im Jahr 2010 den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch auf.
Generell lässt sich sagen, dass mit einer guten institutionellen Verankerung des Biolandbaus ein stetes und auf hohem Niveau konsolidiertes Wachstum erreicht wird. Dies lässt sich eindrücklich am Beispiel Europa belegen, wo es in vielen Ländern Fördermung, Beratungsangebote, Forschung und Marketingmaßnahmen gibt. In Ländern, wo der Biolandbau noch wenig in der nationalen Agrarpolitik verankert ist und die Bauern weniger Unterstützung von der Forschung und Beratung erhalten, können hingegen die Schwankungen bei den Flächen und Betrieben von Jahr zu Jahr bedeutend sein.
Im Buch „The World of Organic Agriculture“ berichten langjährige Kenner der Bioszene über die aktuellen Entwicklungen in den Kontinenten. Die neusten Markt- und Flächenzahlen sind in Tabellen und Grafiken übersichtlich dargestellt. Hintergrundinformationen zu Richtlinien und Gesetzgebungen runden das Buch ab. Die Studie wird vom Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) im Rahmen seiner Aktivitäten zur Förderung der Bioproduktion in Entwicklungsländern und vom International Trade Centre (ITC) sowie von der NürnbergMesse unterstützt.







