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Schleswig-Holstein setzt die falschen Prioritäten

Bioland, Rendsburg (20.2.2012). Der Bio-Markt wächst, aber die Bio-Flächen in Schleswig-Holstein schrumpfen. Die großen Lebensmittel-Verarbeiter und Großhändler von Bio-Rohstoffen bekommen nicht genug Nachschub aus Schleswig-Holstein. Deshalb müssen sie ihre Rohstoffe aus anderen Bundesländern importieren. Bioland schätzt, dass nur noch 50 Prozent des Bedarfs mit Rohware aus Schleswig-Holstein gedeckt werden kann.

Auf der BioFach in Nürnberg sagte Staatssekretär Ernst-Wilhelm Rabius, Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, in einem Gespräch am Schleswig-Holstein-Stand: „Ziel muss die bessere Vermarktung von heimischen Bio-Produkten sein.“ „Das Land setzt falsche Prioritäten“, widerspricht Carola Ketelhodt. Nicht die Vermarktung muss verbessert werden, sondern der Anbau von Bio-Rohstoffen. „Es gibt zu wenig Bio-Bauern in Schleswig-Holstein.“

Schleswig-Holstein ist das einzige Bundesland, das die Ökoförderung gestrichen hat. Die Folgen sind seit 2010 sowohl ein Rückgang der Bio-Betriebe, als auch ein Rückgang der ökologisch bewirtschafteten Fläche und damit der Bio-Rohstoffe.

Wenn alle Bundesländer und EU-Staaten den Ökolandbau fördern, nur Schleswig-Holstein nicht, sind die heimischen Landwirte nicht wettbewerbsfähig. Die Landesregierung verspielt damit die Chancen der Bio-Bauern und Bio-Lebensmittelverarbeiter in Schleswig-Holstein, vom Wachstumsmarkt Bio zu profitieren. „Die politische Entscheidung, die Förderung zu streichen, ist fatal und muss umgehend zurückgenommen werden“, fordert Carola Ketelhodt.

Aktuelle Zahlen 2010 aus Schleswig-Holstein zum Ökolandbau unter

http://www.schleswig-holstein.de/UmweltLandwirtschaft/DE/LandFischRaum/04_AgrarberichtStatistik/ 10_OekologLandbau/01_BetriebeFlaechen/ein_node.html

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