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Aigner verleiht Förderpreis Öko-Landbau

Drei Bio-Betriebe auf der Grünen Woche in Berlin ausgezeichnet

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin den Förderpreis Ökologischer Landbau 2012 an drei innovative, biologisch wirtschaftende Betriebe verliehen. „Mit dieser Auszeichnung möchten wir den Ideenreichtum honorieren, mit dem die Betriebe im Einklang mit den natürlichen Ressourcen tragfähige unternehmerische Konzepte entwickelt und umgesetzt haben“, erklärte die Ministerin bei der Preisverleihung.

Einer der Preisträger widmet sich der pflanzlichen Vielfalt im Gartenbau, die beiden anderen der Hühnerhaltung und Fischzucht. Der Preis wird seit 2001 an Betriebe vergeben, die erfolgreich ökologisch wirtschaften und mit innovativen Konzepten überzeugen. Er ist mit insgesamt 22.500 Euro dotiert.

Die Demeter-Gärtnerei Obergrashof in Bayern erhält den Förderpreis Ökologischer Landbau 2012 für ihre innovative gesamtbetriebliches Konzept. Der Betrieb baut auf 55 Hektar Gemüse an. Die Betriebsleiter legen dabei größten Wert auf Vielfalt, Nachhaltigkeit und geschlossene Kreisläufe. Das spiegelt sich nicht zuletzt darin wider, dass sie über 100 Sorten Feld- und Feingemüse anbauen. Um diese Vielfalt dauerhaft zu sichern, setzt die Gärtnerei seit Jahren auf eigene Saatgutvermehrung und eigene Züchtungsarbeit. Um die Fruchtbarkeit des Bodens zu erhalten, hat der Obergrashof eine Rinder- und Schafherde mit über 100 Tieren aufgebaut.

Der Biokreis-Betrieb Gut Herrmannsdorf in Bayern wird für die erfolgreiche Vermarktung eines ungewöhnlichen Projekts in der ökologischen Hühnerhaltung ausgezeichnet: Der Hof setzt ganz bewusst auf eine Kreuzung der Rassen Les Bleues und der Sulmtaler, die als Zwei-Nutzungshühner weniger Eier produzieren.

Dafür verzichtet er auf wirtschaftlichere, hochspezialisierte Hybridrassen mit hohen Lege- oder Mastleistungen. Um dieses Projekt finanzieren zu können, entwickelten die Betriebsleiter die Idee eines Landhuhn-Darlehens: Verbraucher gewähren dem Betrieb ein Darlehen in Höhe von 300 Euro und erhalten dafür zehn Jahre lang Warengutscheine im Gesamtwert von 400 Euro. Diese Gutscheine können sie im Hofladen des Guts oder Geschäften in der Umgebung einlösen. Der Betrieb finanzierte so den Aufbau seines nachhaltig tierfreundlichen Haltungssystems unter finanzieller Beteiligung und Integration eines festen Kundenstammes.

Der Bioland-Betrieb De Fischer ut Grambek in Schleswig Holstein erhält die Auszeichnung für seine besonders artgerechte Haltung, Zucht und Fütterung von Fischen. In 44 naturnah gestalteten Teichen wachsen vorwiegend Karpfen, aber auch Schleien, Hechte und Welse heran. Dabei werden nur so viele Tiere in den Teichen gehalten, dass rund 80 Prozent des Nahrungsbedarfs aus dem natürlichen Angebot der Teiche gedeckt werden kann. In den Teichen leben auch Enten wie die bedrohte Rasse der Orpington-Ente. Als Ergänzung zum natürlichen Nahrungsangebot verfüttert der Betrieb im Rahmen einer wissenschaftlichen Versuchsreihe mit Erfolg Reinigungsreste von Getreide eines benachbarten Bio-Hofes. Diese Reste enthalten auch wertvolle Wildkräuterbestandteile und Insekten.
Die Siegerbetriebe erhalten ein Preisgeld in gleicher Höhe von jeweils 7.500 Euro.

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