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Bio-Datenbank nötig

Reimer fordert EU-weite Transparenz

Im Mittelpunkt Amtschefkonferenz der Agrarressorts von Bund und Ländern standen die aktuellen Studien zum Einsatz von Antibiotika in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen in der Tierhaltung. „Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes muss es unser Ziel sein, den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung auf therapeutisch begründete Fälle zu beschränken“, betonte der Vorsitzende der Amtschefkonferenz, Ministerialdirektor Wolfgang Reimer, in Berlin.

Die Amtschefs forderten den Bund auf, gemeinsam mit den Ländern ein nationales Antibiotika-Minimierungskonzept einschließlich wirksamer Kontrollmöglichkeiten zu erarbeiten. Die Amtschefkonferenz der Staatssekretärinnen und Staatssekretäre von Bund und Ländern findet traditionell im Vorfeld der Internationalen Grünen Woche in Berlin statt.
Die Amtschefs beschäftigten sich auf der Konferenz auch mit der Vermarktung von Eiern aus herkömmlicher Käfighaltung.

Dieses Haltungsverfahren ist seit dem 1. Januar 2012 EU-weit verboten. „Die Vermarktung von Eiern aus der Käfighaltung muss unverzüglich unterbunden werden“, fasste Reimer die Auffassung der Chefs der Agrarressorts zusammen. Die Bundesregierung wurde aufgefordert, sich auf europäischer Ebene weiter mit Nachdruck für die Umsetzung des Beschlusses der Agrarministerkonferenz in Suhl vom Oktober 2011 zum „Verbringungsverbot für Eier aus konventioneller Käfighaltung“ einzusetzen.

„Der Betrugsfall mit Bioprodukten in Italien macht erneut die Notwendigkeit einer Datenbank deutlich, die deutschlandweit einheitliche Voraussetzungen für die notwendige Transparenz auf dem Biomarkt schaffen kann. Auch EU-weit muss eine solche Transparenz geschaffen werden. Wir brauchen daher eine EU-weite Öko-Datenbank“, sagte Ministerialdirektor Reimer.

Mit großer Sorge nahmen die Amtschefinnen und Amtschefs der Agrarressorts der Länder zur Kenntnis, dass nach einer Studie der Welternährungsorganisation FAO etwa ein Drittel der weltweit für den Endverbraucher produzierten Lebensmittel im Abfall landet. Diese gigantische Verschwendung von Lebensmitteln sei angesichts des wachsenden Welthungerproblems, der steigenden Nahrungsmittelpreise und der negativen Umweltauswirkungen nicht länger hinnehmbar. Die Amtschefinnen und Amtschefs der Agrarressorts der Länder forderten die Bundesregierung mit Nachdruck auf, bis zur Agrarministerkonferenz im Herbst 2012 eine Strategie zur Reduktion der Lebensmittelverschwendung vorzulegen.

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