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Aktionsplan Bio aus Baden-Württemberg

Bio und Regional bietet Chancen für heimische Erzeuger

„Die Erzeuger in der Obstregion Bodensee haben in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um den wachsenden Markt für ökologisch und regional erzeugtes Kernobst für sich zu erschließen - und das mit großem Erfolg. Hier liegt eine große Marktchance für die baden-württembergischen Erzeuger“, sagte der Minister für Ländlichen Raum, Alexander Bonde, bei seinem Besuch auf dem Obstbaubetrieb Waldegghof in Stockach-Wahlwies (Landkreis Konstanz). Die Familie Mayer, die den Waldegghof betreibt, hat vor zwei Jahren mit der Umstellung auf ökologische Wirtschaftsweise begonnen. Der Minister stellte erste Maßnahmen eines Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“ vor.

Bereits heute kaufen 67 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg regelmäßig Produkte aus biologischem Anbau, 80 Prozent würden gerne mehr Bioprodukte aus der Region kaufen. „Wir wollen, dass unsere Landwirte diese Chance auch nutzen können“, betonte der Minister. Gerade in der schwierigen Phase der Umstellung bräuchten Ökobetriebe Verlässlichkeit und Kontinuität in der Förderung. Die grün-rote Landesregierung habe daher den von der Vorgängerregierung veranlassten Förderstopp aufgehoben.

„Um den ökologischen Landbau in Baden-Württemberg zu stärken, wollen wir als Land gemeinsam mit Partnern eine Reihe von Projekten und Maßnahmen anstoßen, die wir Schritt für Schritt umsetzen“, betonte der Minister. Dazu gehöre beispielsweise die Einrichtung eines Schul- und Versuchsstandorts mit Schwerpunkt ökologischer Landbau an einer bestehenden Einrichtung oder die Stärkung der Kontrollbehörde für ökologischen Landbau am Regierungspräsidium Karlsruhe. Geplant sei zudem, an einem der Schulstandorte im Land die Ausbildung durch Einbeziehung von Ökomodulen auszubauen sowie die Ausbildung im Ökolandbau landesweit zu verstärken, so der Minister weiter.

„Der Bio-Obstbau ist ein wachsender Markt. Bereits 2011 wurden in Baden-Württemberg bei Kernobst fast zehn Prozent des erzeugten Tafelobstes nach den Regelungen der EU-Öko-Verordnung produziert“, sagte Bonde. Speziell für den Obstbau-Bereich werde daher ein ökologischer Modell- und Versuchsbetrieb am Kompetenzzentrum für Obstbau in Bavendorf aufgebaut. In einer vierjährigen Aufbauphase sollten dort zusätzliche Versuchsflächen von 18 Hektar geschaffen werden. Dieser Betriebsteil werde sich zum Beispiel der Prüfung von „intensiven“ und „extensiven“ Produktionsweisen im Ökoobstbau widmen, erläuterte der Minister.

„Wichtig ist, die Initiativen zu bündeln“, so Bonde. Er begrüße daher, dass die Fördergemeinschaft ökologischer Obstbau. angeboten habe, ein regionales Arbeitsnetz zu schaffen. Arbeitsgruppen aus Pilotbetrieben, Beratung und Versuch würden hier Themen der Weiterentwicklung bearbeiten. „Damit kann der wichtige Wissenstransfer in die Praxis weiter ausgebaut werden“, betonte Bonde. Diesem Zweck diene auch eine für Frühsommer 2012 geplante Wissenschaftstagung.

„Mit diesen ersten Maßnahmen wollen wir die Betriebe unterstützen, die auf Bio-Landbau umsteigen wollen. Gerade die Verbindung von Produkten aus regionaler und ökologischer Erzeugung stärkt das Verbrauchervertrauen und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirtschaft“, unterstrich Bonde abschließend.

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