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Signal für Systemwechsel

Ökolandbau sichert Ernährung der Weltbevölkerung

„Vom heute beginnenden Agrarministergipfel mit dem Schwerpunkt Ernäh-rungssicherung muss ein dringendes Signal für einen Systemwechsel in der Landwirtschaft ausgehen“, erklärte Hans Hohenester, Öko-Bauer und Präsidiumsvorsitzender von Naturland, die internationalen Agrarminister in Berlin auf. Das Hintergrundpapier des Landwirtschaftsministeriums (BMELV) zum Gipfel verwendet wachsweiche Formulierungen ohne konkrete Lösungsansätze, die den Herausforderungen für die Ernährungssicherung in keiner Weise gerecht werden.

Im UN-Jahr für Ernährung ignoriert Aigner die Empfehlungen des Weltagrarrates und des Rates für nachhaltige Entwicklung, die dem nachhaltigen und ökologisch orientierten Landbau eine Schlüsselrolle in der Ernährungsfrage zuweisen. „Wir brauchen jetzt den Systemwechsel zum Öko-Landbau, sonst verlieren wir auch 2012 wieder weltweit wertvollen Boden von fast 17 Millionen Hektar“, betont Hohenester.

Der neue Generaldirektor der UN Welternährungsorganisation (FAO) Graziano da Silva forderte diese Woche in einem Spiegel-Interview die Abkehr von der industriellen Landwirtschaft. „Wir brauchen eine nachhaltige, regional angepasste Landwirtschaft“, antwortete da Silva in einem Interview mit dem Spiegel.

Die FAO-Tochter UNCTAD, die UN-Organisation für Handel und Entwicklung, plädiert schon seit Jahren für einen Wechsel. „Jedes Jahr verschwindet weltweit in etwa das Äquivalent der landwirtschaftlich genutzten Fläche von Deutschland allein durch Boden- und Wassererosion und steht damit nicht mehr für die Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung“, warnte Ulrich Hoffmann von der UNCTAD bereits 2010 auf der gemeinsamen Tagung vom Weltladen-Dachverband und Naturland zum Thema Welternährung.

Nur die kleinbäuerliche  auf lokale Arten und lokales Wissen basierende ökologische Landwirtschaft hat das Potenzial für die Ernährungssicherung. Diese Lösungsansätze scheinen langsam auf die FAO-Ebene durchzusickern, nur bei Aigner sind sie noch nicht angekommen, so der internationale Öko-Verband Naturland, dem mittlerweile über 53.000 Öko-Bauern weltweit angeschlossen sind.

Naturland fordert unter anderem den Ausstieg aus der Agro-Gentechnik und den Einstieg in den Öko-Landbau. Die Forschungsgelder für die Agro-Gentechnik müssen umgewidmet werden für den Ökologischen Landbau.

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