Sachsen und Niederschlesien „Handeln Ökologisch“
Akteure der Region suchen nach neuen und innovativen Konzepten
„Was tun, wenn ich meinen Hof abgeben muss?“ und „Bieten Anbau und Handel ökologischer Produkte eine Perspektive für die ländliche Entwicklung in unserer Region?“ –diese und viele andere Fragen bewegen die Teilnehmer im Projekt Ökologisch Handeln.
„Das Interesse an den Veranstaltungen ist ungebrochen groß“ resümieren die Organisatoren EkoConnect e.V., Selbstverwaltungszentrum Pogranicze in Lubań und der sächsische Anbauverband Gäa e.V. in Dresden über das 2 ¾ Jahre andauernde und vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung finanzierte Projekt „Ökologisch Handeln“. Der polnische Projektpartner organisierte Ende Oktober die eintägige Konferenz „Ökologischer Landbau als Zukunftskonzept für den ländlichen Raum“ mit 82 Teilnehmern im mittelalterlichen Schloss Czarne in Jelenia Góra.
Hier trafen ökologische Landwirte, Verbände, Regionalinitiativen und Unternehmer auf Fachexperten des Anbaus und der Verbände, aus Handel und Gastronomie von beiden Seiten der Grenze. In zahlreichen Fachvorträgen, alle simultan auf Deutsch und Polnisch übersetzt, wurde über die Situation des Ökolandbaus in Sachsen und Niederschlesien, Unterstützung durch regionale Akteure, Erfahrungen und Bedürfnisse von Landwirten, Gastronomie und Handel gesprochen und angeregt diskutiert. Die Teilnehmer nutzten intensiv die vielfältigen Angebote zum Netzwerken und Austausch untereinander sowie zur Ausstellung eigener Aktivitäten und Produkte.
Zahlreiche Chancen, aber auch Herausforderungen zeichnen die ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft auf beiden Seiten der Grenze. Während sowohl in Sachsen als auch in Niederschlesien die zunehmende Flächenkonkurrenz durch den Anbau von Energiepflanzen für Biogas als Bedrohung empfunden wird, stellen die strengen bürokratischen Auslegungen von EU-Verordnungen auf der polnischen Seite eine größere Herausforderung dar.
Das Projekt „Ökologisch Handeln“ sieht von 2011-2013 eine Reihe von Veranstaltungen für polnische und sächsische Unternehmen, Multiplikatoren und angegliederte Organisationen der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft im gemeinsamen Grenzgebiet von Sachsen und Niederschlesien vor.
Das Hauptziel des Projektes ist eine grenzüberschreitende Vernetzung der Akteure des Ökolandbaus in der Region. Themen, die den teilnehmenden Akteuren besonders unter den Nägeln brennen, werden im Laufe des Projekts in Arbeitsgruppen weiter behandelt, wie zuletzt am 07. September in Zgorzelec zum Thema „Ökologische Imkerei“ mit 30 Teilnehmern.
Weitere Themen sind u.a. Verarbeitungspraktiken, Züchtungsfragen, Lobbyarbeit gegenüber den Behörden und die Planung von grenzüberschreitenden Marktauftritten. Eine Internetseite in Entwicklung widmet sich Bio Einkaufsmöglichkeiten auf beiden Seiten der Grenze und fördert den Austausch von Praktikern untereinander. Der Link und nächste Termine der Arbeitsgruppen werden demnächst bekanntgegeben.
Der Workshop „Unternehmensnachfolge im landwirtschaftlichen Betrieb“ findet am 25.11.2011 in Görlitz statt und gibt landwirtschaftlichen Betrieben in Umbruchsituationen konkrete Lösungsansätze an die Hand, damit ein Generationswechsel im Sinne aller Parteien verlaufen kann. Dabei kann auf konkrete Fälle der Teilnehmer eingegangen werden.
Am 17. und 18. 01.2012 wird eine zweitätige Exkursion zu verarbeitenden Bio-Betrieben in Niederschlesien angeboten.
Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist kostenfrei.
Anmeldung und weitere Informationen über "Ökologisch Handeln" unter www.ekoconnect.org.







