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Bioland fordert GVO-Stopp

Regierung hält Zulassungsverfahren für sicher

In einer öffentlichen Beratung behandelte der Petitionsausschuss des Bundestages die Petition des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) zur Agro-Gentechnik. Bioland fordert gemeinsam mit dem BÖLW einen Zulassungsstopp von GVO, da das europäische Zulassungsverfahren lückenhaft ist und Gefahren durch Gentechnikpflanzen ignoriert werden.

In der Anhörung verstrickte sich der Vertreter der Bundesregierung, der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Peter Bleser, in eine Argumentation voller Wiedersprüche. Für Bleser ist die Agro-Gentechnik eine „weltweit gängige Technologie, die nicht mehr aus der Welt zu bringen ist“.

Zudem behauptete der Regierungsvertreter, dass alle Zulassungsverfahren sicher sind: „Es sind der Bundesregierung keine Fälle bekannt, weder weltweit noch national, wo durch die Anwendung von gentechnisch veränderten Organismen Schäden entstanden sind, weder in der Umwelt noch beim Menschen.“

Anschließend musste er jedoch einräumen, dass das deutsche Verbot des Genmaises MON810 ausgesprochen wurde, weil in Labortests Schädigungen des Zwei-Punkt-Marienkäfers nachgewiesen wurden. Auch das Bundesamt für Naturschutz nahm in der Anhörung Stellung und verwies auf Studien, die belegen, dass der Einsatz von Agro-Gentechnik eine „Reduzierung der Artenvielfalt an und auf dem Feld“ mit sich bringt.

Bioland Präsident Jan Plagge sagte nach der Anhörung: „Ich bin entsetzt, mit welchen Argumenten die Bundesregierung das Geschäftsmodell der Agro-Gentechnik in Deutschland gegen den Willen der Bevölkerung durchboxen will. Hier werden die Bedürfnisse der Verbraucher und Bauern mit Füßen getreten sowie einseitig und ideologisch Politik für die Gentech-Industrie gemacht.“

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