Fair zum Boden
AoeL nimmt vergessene Ressource in den Fokus
Bad Brückenau | Die ökologischen Lebensmittel-Hersteller übernehmen Verantwortung für die tragende Grundlage des Lebens – indem sie Projekte zum Bodenschutz fördern und Bio-Bauern weltweit eine gesicherte Existenzgrundlage ermöglichen. Das macht die Assoziation ökologischer Lebensmittel-Hersteller (AoeL) in ihrem neuen Themenheft deutlich, das sie jetzt in Frankfurt am Main vorgestellt hat. „Fair zum Boden“ heißt das Heft, das diese vergessene Ressource in den Fokus nimmt.
„Während wir Öl und Gas als strategische, überlebensnotwendige Ressourcen begreifen, halten wir den Boden unter unseren Füßen für selbstverständlich und unerschöpflich“, sagt Ulrich Walter, Gründer und Geschäftsführer von Lebensbaum/Ulrich Walter GmbH. Das sei ein gewaltiger Irrtum: „Weltweit betrachtet schrumpft unser Vorrat an Boden und bedroht damit die Grundfeste unserer Zivilisation. Der ökologische Landbau stellt den gesunden, fruchtbaren Boden ins Zentrum seines Schaffens und zeigt damit Wege auf, wie wir auch in Zukunft eine wachsende Weltbevölkerung ernähren können.“
Eine Patentlösung gebe es nicht, betonte Dr. Ulrich Mautner vom SALUS Haus bei der Präsentation des Heftes. „Als wir nach der Tschernobyl-Katastrophe nach alternativen, unbelasteten Anbauflächen in Chile suchten, wurde uns klar, dass man den Boden nicht einfach aufreißen und Wind und Wasser aussetzen kann. Bei so einem komplexen System muss man sehr sensibel vorgehen.“ Auch den Verbrauchern müsse der Wert des Bodens bewusster werden, sagte Dr. Gernot Peppler, Geschäftsführer von Rack & Rüther Wurstwaren: „Es kann nicht sein, dass wir Soja von wertvollen Flächen aus Lateinamerika zur Massentierfütterung nach Europa bringen“, sagt er. Auf der anderen Seite könnte eine artgerechte Weidehaltung zur Artenvielfalt und zum Bodenschutz beitragen, betont er.
Wie der Bio-Landbau sich um lebendigen, fruchtbaren und stabilen Boden sorgt, zeigt das Themenheft anhand von Beispielen auf. Dieser pflegliche Umgang macht den Boden nicht nur zur Schatzkammer biologischer Vielfalt, sondern – kraft seiner Fähigkeit, Wasser und Kohlenstoff zu speichern – auch zum Verbündeten gegen den Klimawandel. Schließlich bringen AoeL Unternehmer zur Sprache, wo sie ihre eigene Verantwortung und mögliche Konsequenzen in Recht und Gesellschaft sehen. Denn eins ist klar, so Heinrich Tiemann, Geschäftsführer von Wiesengold Landei: „Wir sollten mit unserem Boden sorgsam umgehen, damit unsere Kinder und Enkelkinder eine faire Zukunft haben.“
Themenheft herunter laden:
www.aoel.org/aktuell/documents/AoeL_Themenheft_2011.pdf







