Petition für Gentechnik-Moratorium
Bio-Branche kritisiert mangelhaftes Zulassungsverfahren
Die Biobranche warnt vor der Risikotechnologie Gentechnik und setzt sich ein für natürliche Vielfalt auf dem Feld und auf dem Teller. Daher unterstützen der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel und seine Mitgliedsunternehmen die aktuelle Petition für ein Gentechnik-Moratorium in der EU.
Jeder kann diese Petition ab heute mitzeichnen, online unter:
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=16941
Wenn sich bis zum 19. April 2011 mindestens 50.000 Unterstützer finden, wird die Petition im Petitionsausschuss des Bundestages öffentlich begründet, so dass für maximale Aufmerksamkeit gesorgt wäre. 87 Prozent der Deutschen befürworten das Verbot von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in der Landwirtschaft. Das ist das Ergebnis einer im Oktober 2010 vom Bundesumweltministerium veröffentlichten Studie.
Damit möglichst viele Menschen von der Petition erfahren und sich engagieren können, stellt der Bundesverband Naturkost Naturwaren Herstellung und Handel gemeinsam mit anderen Verbänden wie Bioland, Demeter, Gäa und Naturland den Naturkost-Fachgeschäften bundesweit Plakate und Postkarten zur Verfügung und verlinkt auf seiner Website zur Petition. Stellvertretend für alle Unterstützer hat der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), der Dachverband der deutschen Bio-Lebensmittelwirtschaft, die Petition beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages eingereicht.
Neben einem neuen Gentechnik-Moratorium wird gefordert, in Deutschland die rechtlichen Voraussetzungen für regionale GVO-Anbauverbote zu schaffen. Sollte die Petition erfolgreich sein, wird Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des BÖLW, als Petent vor dem Ausschuss auftreten.
Das bisherige Zulassungsverfahren für GVO steckt voller Mängel und es ist zu befürchten, dass die EU in Kürze Gentechnik-Pflanzen neu zulässt, ohne dass diese Mängel behoben sind. So führt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) keine eigenen Untersuchungen durch, sondern prüft lediglich von der Agro-Industrie durchgeführte Studien. Aussagekräftige Langzeituntersuchungen zu den Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit fehlen ganz. Zudem ist die Neutralität der EFSA umstritten, denn viele Mitarbeiter haben zuvor für die Agro-Industrie gearbeitet.
Die Nutznießer der Risikotechnologie sind die Konzerne selbst, die ihre Marktmacht ausbauen. Sie bringen alle Landwirte in Bedrängnis, die gentechnikfreie Lebensmittel produzieren wollen, denn ein Nebeneinander ist so gut wie unmöglich. Das zeigen Studien und die Erfahrungen in Ländern wie Kanada. Solche ökonomischen und sozialen Folgen der Agrogentechnik werden aber bisher in den Zulassungsverfahren nicht einmal ansatzweise berücksichtigt. Nur ein Moratorium würde den notwendigen Spielraum eröffnen, die Zulassungswege zu überprüfen und transparent zu machen.







