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Grüne gegen verfehlte Forschungsförderung

Agrarwissenschaften in Deutschland auf höhere Anforderungen ausrichten

Noch nie standen die Agrarwissenschaften vor so großen Herausforderungen wie heute. Klimawandel, Raubbau an Wäldern und Meeren, Rückgang der Artenvielfalt, Bienensterben, Verseuchung von Böden und Wasser durch Pestizide und Bodenerosion gefährden die elementaren Lebensgrundlagen und ihre Nutzung, wie die Grünen-Abgeordnete Ulrike Höfken im Bundestag erklärte. Weltweit beträgt hungert eine Milliarde Menschen.

„Gleichzeitig leiden bei uns immer mehr Menschen unter ernährungsbedingten Krankheiten wie Diabetes, Adipositas, Allergien oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht in diesem Kontext öffentlich von einer Epidemie“, betonte Höfken. Für diese Herausforderungen müsse die Agrarforschung Antworten entwickeln, wie  innovative Fruchtfolgekonzepte im Rahmen einer Eiweißstrategie oder Erhöhung der Wasserspeicherungs- und -rückhaltekapazität der Böden durch nachhaltigen Humusaufbau und intelligente Beweidungssysteme.

Die Bundesregierung setzt dagegen nach Auffassung der Grünen-Abgeordnete ihre Forschungsschwerpunkte einseitig auf Konzepte des vorigen Jahrhunderts, wie Produktionssteigerungen im Fleisch-Sektor oder den Ausbau der Agrogentechnik. Allein für die nationale Bioökonomie-Strategie sind 2,4 Milliarden Euro vorgesehen, der Großteil für die Gentechnik-Forschung.

Statt weiter Milliarden in der riskanten und nutzlosen Gentechnikforschung zu verpulvern, fordern die Grünen den Stopp der Entwicklungsforschung für die Agrogentechnik. Die dadurch eingesparten Mittel müssen für die Unterstützung der Agrar-Ressortforschung in den Zukunftsbereichen Ökolandbau, Ernährungs- und Verbraucherforschung und für den Ausbau der unterfinanzierten Bereiche wie der Gartenbauforschung eingesetzt werden.

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