Lindemann Provoziert Bio-Bauern
Agrarpolitik perspektivlos im Dioxin-Skandal
Mit Unverständnis reagierten die niedersächsischen Naturland Mitglieder auf die Einführungsrede des neuen Landwirtschaftsministers Gert Lindemann (CDU) im Landtag zu Hannover. „Wenn nicht die industrielle Tierhaltung der Skandal ist, was dann?“ fragt sich Rennig Söffker, Vorsitzender von Naturland Niedersachsen
Der frisch gebackene Minister Lindemann hatte behauptet, Öko-Betriebe seien nur durch Zufall nicht vom Dioxinskandal betroffen und im Übrigen läge kein Systemfehler der landwirtschaftlichen Strukturen vor. „Von den Dioxinen in den Futterfetten hätten wir aber nicht betroffen werden können, weil derlei Zusatzstoffe in Öko-Futter nicht erlaubt sind. Selbstverständlich können auch Öko-Betriebe Opfer von kriminellem Handeln werden. Das ist ja in der Vergangenheit schon geschehen“ erläutert der Naturland Vorsitzende von Niedersachsen.
Die industrielle Tierhaltung sei aber sehr wohl der Ausdruck eines völlig falschen Systems. Mangelnder Tierschutz, die Verschmutzung des Grundwassers und der Atemluft, umweltschädliche Nährstofffrachten in den Flüssen sei untrennbar mit dem System der Massentierhaltung verbunden, durch das Niedersachsen bundesweit in Verruf gekommen sei. Söffker fordert den Minister auf, seinen Beitrag zu einer selbstkritischen und auf eine zukunftsfähige Landwirtschaft ausgerichteten Diskussion zu leisten. Er unterstreicht: „Es ist höchste Zeit, dass wir in Niedersachsen über einen Kurswechsel in der Agrarpolitik sprechen.“







