Chancen einer klaren ökologischen Ausrichtung von MEKA bleiben ungenutzt!
Öko-Verbände in Baden-Württemberg beziehen Stellung zum Entwurf des Maßnahmen- und Entwicklungsplans
(Demeter Baden-Württemberg/4.7.2006) Nach den bisher vorliegenden Informationen wird es bei der Förderung des Ökolandbaus in Baden-Württemberg, die im Rahmen von MEPL II über die Fortschreibung von MEKA erfolgt, keine substanzielle Verbesserung für die Ökobetriebe geben. Die Mittelkürzungen, die unter anderem durch die Beschlüsse zum EU-Haushalt für die Jahre 2007 bis 2013 mit verursacht wurden, gehen voll zu Lasten der Ökobetriebe im Südwesten. "Die Bio-Bauern in Baden-Württemberg zahlen die Zeche für den EU-Haushalts-Coup der Bundesregierung," ärgert sich Marcus Wewer, Vorstandsvertreter von Ecoland in der Arbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL).
"Grundsätzlich unterstützen wir in diesem Zusammenhang die Bemühungen von Landwirtschaftsminister Peter Hauk, der eine Erhöhung der nationalen Modulationsmittel fordert. Durch eine gezielte Umschichtung von Mitteln der Ersten Säule der Agrarförderung (Direktzahlungen an Betriebe), stünden diese Mittel zusätzlich für die Entwicklung der Ländlichen Räume und zur Finanzierung der Agrarumweltprogramme, wie dem MEKA, zur Verfügung," führt Matthias Strobl, Geschäftsführer der AÖL bei der Anhörung, die das MLR gestern in Weinsberg durchgeführt hat, aus.
Die Ökoverbände erwarten im Gegenzug eine verlässliche Zusage des Ministers für die uneingeschränkte Durchführung des MEKA-Programms in den kommenden Jahren. Damit sowohl für bestehenden Ökobetriebe als auch umstellungsinteressierte Landwirte Planungssicherheit besteht. "Denn dies war in den vergangenen Jahren mitnichten der Fall," so Hans Bartelme, Naturland-Landwirt und Vorstand der AÖL.
Nach Meinung der Ökoverbände wäre in Zeiten knapper werdender Finanzmitteln eine eindeutige ökologische Ausrichtung im MEKA angezeigt gewesen. "Mit dem vorliegenden Maßnahmenkatalog hat die Landesregierung jedoch die Chance verpasst, die Signale für den ökologischen Landbau in Baden-Württemberg auf Vorfahrt zu stellen", so Martin Schäfer, Demeter-Landwirt und Vorstand der AÖL. Dies erscheint umso unverständlicher, als die umwelt- und marktentlastenden Wirkungen, die von einer ökologischen Landbewirtschaftung ausgehen, wissenschaftlich eindeutig zu belegen sind. "Damit verabschiedet sich die Landesregierung immer mehr vom eigenen Anspruch, bei der Förderung des ökologischen Landbaus einen Spitzenplatz einnehmen zu wollen."
Obwohl "Bio boomt" und der Ökolandbau in der öffentlichen Diskussion als die zukunftsträchtigste Form der Landbewirtschaftung angesehen wird, hat die Landesregierung, ähnlich wie bei der Frage der "grünen Gentechnik," die Zeichen der Zeit nicht erkannt. "Ökolandwirtschaft entspricht in seiner Nachhaltigkeit dem überwiegenden Verbraucherwunsch und kann einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des ländlichen Raumes und des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg leisten. Die Chancen, die in einer gezielten Förderung dieser Zukunftsform der Landwirtschaft liegen, erkennt das Ministerium nach wie vor leider nicht," resümiert Uli Natterer, Bioland-Gärtner und Vorstand der ÄÖL.
Eine ausführliche und detaillierte Stellungnahme der Ökoverbände zum MELP II kann in der AÖL-Geschäftsstelle angefordert werden:
Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau Baden-Württemberg (AÖL) e.V.
Matthias Strobl
Schelztorstr. 49, 73728 Esslingen,
Tel: 0711-550939-45 / Fax: 0711-550939-50







