Bio-Landbau als Leitbild
Politik verschläft Trend für nachhaltige Landwirtschaft
Naturland fordert Bund und Länder auf, den Anschluss für eine zukunftsfähige Landwirtschaft nicht zu verpassen und den Öko-Landbau als Leitbild der Agrarpolitik zu verankern. Weltweit werden Flächen auf Öko-Landbau umgestellt, während in Deutschland seit Jahren, auch unabhängig von Lebensmittelskandalen, die Nachfrage für Öko-Produkte stärker steigt als die Umstellungsrate.
„Wir freuen uns über jede Öko-Fläche mehr, da sie ein Gewinn für Boden-, Klima-, Wasser- und Artenschutz ist“, erklärte, Öko-Bauer und Naturland Präsidiumsvorsitzender Hans Hohenester. Der Ausstieg von Schleswig-Holstein aus der Öko-Förderung und die Öffnung des Bundesprogrammes Ökologischer Landbau für „sonstige nachhaltige Landwirtschaftsformen“ sei ein Tiefpunkt für Zukunftsinvestitionen in der Landwirtschaft.
Die Struktur des europäischen Modells der Agrarförderung steht vor einer grundlegenden Neuordnung. Im November letzten Jahres veröffentlichte Agrarkommissar Ciolos die Vorschläge der Europäischen Kommission zur Gestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für die Haushaltsperiode 2014 bis 2020. Die Reformvorschläge orientieren sich erstmals an den Eckpfeilern Umweltschutz, Gerechtigkeit, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig bleiben viele Fragen offen und den hehren Zielen fehlt häufig noch jeglicher konkrete Unterbau.
Besonders viele Unsicherheiten gibt es bezüglich der Finanzierung der zukünftigen GAP. Es ist weder klar, ob das EU-Budget der Vorjahre erhalten bleibt, noch wird der kritische Aspekt der Kofinanzierung durch die Länder angesprochen. Dieser Punkt ist jedoch entscheidend, wenn es darum geht, ob theoretisch verfügbare EU-Gelder in Zeiten knapper Länderhaushalte wirklich bei den Bio-Bauern ankommen. Das Beispiel Schleswig-Holstein mit dem Stopp der Umstellungsförderung auf Bio-Landbau zeigt, wie Länder-Prioritäten zum Nachteil der regionalen und ökologischen Landwirtschaft gesetzt werden.
Die Verbindung von Tierhaltung und Pflanzenbau ist eines der Herzstücke des ökologischen Landbaus. Durch die Flächenbindung des Tierbestandes werden Überproduktion und Nährstoffüberschüsse effektiv vermieden. Als Gesamtsystem erbringt der Öko-Landbau zudem besonders viele ökologische und soziale Leistungen, die sich in den neuen Zielen der GAP wiederfinden.







