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Vergleichsvorschlag für Biomineralwasser

Neumarkter Lammsbräu legt Landgericht geändertes Etikett vor

Die Neumarkter Lammsbräu hat dem Landgericht Nürnberg einen Vorschlag für die künftige Etikettierung der Biomineralwasser-Flaschen zugestellt, wie Inhaber Franz Ehrnsperger mitteilt. Das neue Etikett unterscheidet sich vom bisherigen dadurch, dass es noch deutlicher darauf hinweist, dass die Bio-Zertifizierung von der Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser e.V. vergeben worden ist, also einem Verein und keiner staatlichen  Einrichtung. Entsprechend setzt sich das überarbeitete Bio-Signet deutlich von den etablierten staatlichen Signets ab.  Die Texte auf dem Etikett wurden  angepasst, so dass keinerlei Verwechslungsgefahr mehr bestehen kann.

Die Neumarkter Lammsbräu folgt mit diesem Entwurf der Aufforderung des Gerichts, bis zum 15. Dezember einen Vergleichsvorschlag zu unterbreiten. Der Vorschlag greift die Anregungen der Richter auf und soll so eine mögliche Verunsicherung der Verbraucher vollständig ausschließen. Das Unternehmen hatte diesen Vorschlag bereits am 19. November 2010 auch der gegen Biomineralwasser klagenden Wettbewerbszentrale zugeleitet. Diese hat  kurz vor Abgabefrist, erklärt, dass sie darauf beharrt, dass es kein Biomineralwasser geben dürfe und den Vergleichsvorschlag abgelehnt. Nun wird das Gericht am 19. Januar 2011 über die Klage der Wettbewerbszentrale eine Entscheidung verkünden.

Die Vorstellungen der Wettbewerbszentrale zielen aus Sicht von Neumarkter Lammsbräu darauf ab, die Unterschiede zwischen normalem Mineralwasser und Biomineralwasser zu nivellieren. „Diesen Forderungen können und wollen wir uns im Interesse der Verbraucher nicht anschließen“, heißt in einer Erklärung des Bio-Unternehmens.

Die Verbraucher müssen täglich aus einem großen Angebot von Trink- und Mineralwässern auswählen; diese Wässer weisen große Unterschiede in der Wasserqualität auf, ohne dass dies für den Verbraucher transparent ist. Die Qualitätsunterschiede rühren u.a. daher, dass Schadstoffbelastung und Umweltverschmutzung leider auch vor den Mineralquellen keinen Halt machen. Viele Stoffe müssen auch nicht auf den Etiketten ausgewiesen werden.
Immer mehr Endkonsumenten wünschen für ihre Kaufentscheidung präzise Informationen über die Produktions- und Distributionsbedingungen der angebotenen Waren. Die Neumarkter Lammsbräu setzt für eine europaweite Bioqualitätsstufe bei Mineralwasser ein. Dabei stehen drei ökologische Qualitätsbereiche im Vordergrund: Zusammensetzung des Wassers, nachhaltiger Umgang mit der Mineralquelle, ressourcenschonender Vertrieb in umweltfreundlichen Verpackungen.

Die Qualitätsgemeinschaft Biomineralwasser hat seit 2009 in diesen drei Bereichen insgesamt 50 präzise Qualitätskriterien definiert, die ein Biomineralwasser erfüllen muss. Der Großteil der Kriterien ist weit strenger gefasst als es die bestehenden Regelwerke für Mineralwasser und auch für Trinkwasser vorsehen. Eine kontinuierliche Überprüfung der Wasserqualität und der Abfüllbedingungen durch unabhängige Institute bildet dabei die Grundbedingung für das Siegel „Biomineralwasser“.

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