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Deutsches Biosiegel um Herkunftkennzeichnung erweitern

Deutscher Bauernverband fordert Änderung der Öko-Kennzeichenverordnung

(DBV, 26.6.2006) Das freiwillige deutsche Biosiegel muss um eine verbindliche Herkunftskennzeichnung erweitert werden. Darauf hat der Deutsche Bauernverband (DBV) anlässlich der anstehenden Beschlussfassung des Deutschen Bundestages zur geplanten Totalrevision der EG-Ökoverordnung hingewiesen. Der Deutsche Bauernverband begrüßt das einhellige Votum der Parteien für eine Weiterentwicklung des Ökologischen Landbaus und weist auf die hohen Qualitätsstandards der deutschen Erzeugung hin. Der Deutsche Bauernverband unterstützt die Abgeordneten, die sich für den Abbau von Wettbewerbsverzerrungen insbesondere durch ein EU-weites Verbot der Teilbetriebsumstellung und des Einsatzes konventioneller Wirtschaftsdünger einsetzen.

Der Deutsche Bauernverband und sein Fachausschuss Ökologischer Landbau fordern insbesondere den Erhalt und die Weiterentwicklung des erfolgreich am Markt etablierten nationalen Biosiegels.

Dabei müsse vor allem der Tatsache Rechnung getragen werden, dass Regionalität und Herkunft bei biologisch erzeugten Produkten von besonderer Bedeutung sind und deshalb für den Verbraucher diesbezüglich ein hohes Maß an Transparenz und Information erforderlich sei. Das deutsche Biosiegel stehe für kontrollierte Ökoqualität nach den Mindeststandards der EG-Öko-Verordnung. Es werde jedoch für Bioprodukte aus der ganzen Welt einheitlich verwendet und der Verbraucher könne bei vielen Erzeugnissen deren tatsächliche Herkunft überhaupt nicht erkennen. Der Deutsche Bauernverband fordert daher die Bundesregierung auf, eine entsprechende Änderung der Öko-Kennzeichnungsverordnung vorzunehmen.

Der Deutsche Bauernverband weist darauf hin, dass einzelne Bundesländer und Regionen bereits eine fakultative regionale Biokennzeichnung geschaffen haben, die grafisch auf dem bekannten Biosiegel aufbaut. Diese Kennzeichnung sei zu begrüßen, da sie den Verbrauchern eine bewusste Kaufentscheidung für heimische Lebensmittel erleichterte, ohne zugleich eine neue Siegelflut zu kreieren. Es sei jedoch die Region eines Bundeslandes ein oft begrenzender Faktor, da Bioprodukte zunehmend im Lebensmitteleinzelhandel und Discounter vermarktet würden und hierfür entsprechend große Partien erforderlich seien. Hier könne eine Kennzeichnung der deutschen Herkunft helfen, den heimischen Bioerzeugern langfristig Marktanteile auf dem eigenen Markt zu sichern, stellte Deutsche Bauernverband fest.

Durch eine entsprechende Änderung der Öko-Kennzeichenverordnung müsste ein Produkt, das mit dem freiwilligen Biosiegel ausgelobt werden soll, dann zusätzlich je nach Herkunft bzw. Zusammenzetzung noch mit der regionalen Flagge bzw. der Deutschland- oder der Europaflagge gekennzeichnet werden. Dabei müsse in jedem Fall durch verbindlich festzulegende Kriterien eine Verbrauchertäuschung ausgeschlossen werden.

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