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Gelebter Austausch statt Messerabatt

Jahrestreffen des Handelskontor Willmann und pax an

Dieses Jahr lag der Schwerpunkt des  Jahrestreffens der Naturkostgroßhändler Handelskontor Willmann und pax an auf Obst-, Gemüse- und Eiern. Nachdem letztes Jahr der erste Regionalkatalog mit allen regionalen Verarbeitern vorgestellt worden war, sollte dieses Jahr die Brücke zu den regionalen Erzeugern geschlagen werden.

Ein weiterer Grund für die Auswahl des Mottos „Regionalität erleben…treffen Sie unsere gemeinsamen Erzeuger!“ war die Verlagerung und strikte Trennung des Frisch- und Trockenbereiches. In Engstingen liegt die Konzentration seit dem Sommer auf dem Trockensortiment und in Vaihingen/Enz auf den Frischwaren. Die Erzeuger und Hersteller, welche ihre Ware bisher an pax an lieferten, arbeiten seit dem direkt mit dem Handelskontor Willmann zusammen. Durch die Frischeverlagerung nach Vaihingen/Enz hat das Handelskontor seinen Kühlbereich erweitert und in neue Regalsysteme investiert, welche einen reibungsloseren Kommissioniervorgang und eine bessere Chargenverwaltung gewährleisten.

Bei dem Jahrestreffen der beiden Großhändler Handelskontor Willmann und pax an, die seit 2008 eng kooperieren, liegt das Hauptaugenmerk weniger auf Neuprodukten und Messerabatten. „Uns ist es wichtig, dass unsere Einzelhandels -partner sich untereinander und vor allem mit den Anbauern austauschen und Beziehungen knüpfen. Attraktive Sonderpreise und die Vorstellung der Neuprodukte bekommen Sie das ganze Jahr,  erklärt Friedhelm Schmid,  Vertriebsleiter des Handelskontor Willmann.

Über den Tag verteilt gab es ausreichend Gelegenheit für die Ladnerinnen und Ladner beim Markt der Begegnungen, Ihre Anbauer persönlich kennen zu lernen. Diese präsentierten sich, ihren Betrieb und ausgewählte Produkte zum Beispiel Krautsalat aus dem frisch geernteten Kohl oder direkt gepressten Möhrensaft.

Ein wichtiger Bestandteil des Jahrestreffens, waren wie in den letzten Jahren die Arbeitsgruppen. Thematisch waren die Workshops sehr breit gefächert: von der Hofübergabe, EDV – Technik im Ladenalltag über Regionalgeld bis hin zu Demeter – jetzt auch im konventionellen LEH. Christian Vieth von der Universität Kassel/Witzenhausen redete beispielsweise mit den Ladnern und Erzeugern über das schwierige Thema der Hof- bzw. Ladenübergabe, welches für viele Anwesende aktuell ist.

Bei dem Workshop über die Vertriebswege von Demeter wurden alle Anwesenden trotz fortgeschrittener Uhrzeit hellhörig. Es kam zu regen Diskussionen zwischen Erzeugern, Ladnern und Gunther Weiss vom Demeter. „Um genau diesen Austausch geht es uns. Denn im Ladenalltag hat man nicht immer im Bewusstsein, was der Anbauer gerade durchlebt. Man hat nur den Kunden mit dem Edeka-Handzettel vor sich stehen und muss argumentieren können, warum der Salat dort auch Demeter ist, aber nur die Hälfte kostet“,  betont Gottfried Willmann, der immer bestrebt ist, beide Seiten der Wertschöpfungskette zu beachten.  

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