Start / Ausgaben / BioPress 46 - Februar 2006 / NatureWorks mit GMO-frei Option

NatureWorks mit GMO-frei Option

GMO-freie Verpackungs-Rohstoffe für Bioprodukte

Ökologische Verpackungen sind seit Jahren ein Thema, gerade bei biologisch erzeugten Lebensmitteln bietet sich diese Variante an. Die Hersteller der kompostierbaren Materialien haben ihre Produkte bekannt gemacht. Der Handel hat sich informiert, interessiert und sondiert. Einige Ketten haben mit dem Einsatz des umweltfreundlichen Materials begonnen. Die Phase der Umsetzung ist eingeläutet.

Im vergangenen Jahr führten der französische Filialist Auchan, die englische Wassermarke Belu und die belgische Einzelhandelsgruppe Delhaize Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen ein. Die Belgier haben zum Beispiel ihr Schalen für Fleisch und Obst auf das kompostierbares Material umgestellt, wie Bio-Berater Carol Haest erläuterte. Haest warnt aber davor, nur auf die Abfallvermeidung zu schauen: „Auch die Umweltbedingungen bei der Erzeugung müssen in die Überlegungen einbezogen werden“. NatureWorks, eine Tochtergesellschaft des US-Konzerns Cargill und Produzent des Polymers PLA auf Maisbasis,  will demnächst eine Öko-Bilanz vorlegen, wie das Unternehmen mitteilte.
Die  Hersteller haben ihre Produkte den Bedürfnissen des Handels angepasst. NatureWorks hat mit einem Quellen-Optionsprogramm auf Kundenbedürfnisse nach Gentechnik-Freiheit reagiert. Der amerikanische Hersteller bietet künftig ein dreigliedriges Angebot bei der Rohstoff-Auswahl. In der Anfangsphase konnte Gentechnikfreiheit nicht garantiert werden, weil in den USA nicht getrennt erfasst wurde. Das hatte sich in Europa als ein Verkaufshindernis erwiesen.

Als Option werden angeboten:

  • eine amerikanische Zertifizierung, dass das Polymer frei von genmanipulierten Pflanzen ist. Eine Variante, die nur auf dem US-Markt eine Rolle spielt. Dort hat Nature Works den Lebensmittelriesen Walmart als Kunden.

  • Ene Kompensation,  die garantiert, dass pro Kilo GVO-Mais die 2,7-fache Menge an nicht genmanipuliertem Rohstoff geliefert wird

  • einen identischen Herkunftsnachweis vom Samen bis zum Endprodukt.

Die englische Lebensmittelkette Sainsbury war mit NatureWorks in Verhandlungen gewesen, hatte aber Abstand genommen, weil Gentechnik-Freiheit nicht garantiert werden konnte. Hier haben die Amerikaner nachgelegt und ihre Marktchancen verbessert.

„Der europäische Markt spielt seit dem Jahr 2000, als NatureWorks® PLA eingeführt wurde, eine Vorreiterrolle bei der Herstellung und Nutzung von Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen,” sagt Kathleen M. Bader, Präsident von NatureWorks. Das amerikanische Unternehmen produziert ein Polymer, das aus Maiszucker gewonnen wird.
Der niederländische Bio-Frucht-Großhändler Eosta ist ebenfalls ein Vorreiter bei kompostierbaren Verpackungen. Die Holländer haben die Variante von Natura aus Rheine gewählt. Die Materialien der Deutschen werden aus Zuckerrohr hergestellt.

Der Anstieg des Ölpreises hat die Preisunterschiede erheblich verringert und die Konkurrenzfähigkeit des alternativen Materials gestärkt. Auf Grund steigender Mengen werden die neuen Materialien durchaus mit PET wettbewerbsfähig, meint Matthias Rolle, Vertriebsbeauftragter von Nature Works in Deutschland. „Besonders unsere Kunden in Europa begrüßen den positiven Effekt einer Umstellung weg von Erdöl”, so NatureWorks-Präsidentin Bader.


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