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Auszeichnung

Verleihung des 2. Internationalen „One World Awards“

Ehrung der Preisträger aus aller Welt

Legau, 18.09.2010 Im Rahmen einer festlichen Gala mit über 700 geladenen Gästen aus aller Welt wurden in Legau die Preisträger des 2. Internationalen „One World Awards“ (kurz: OWA) geehrt. Die OWA-Statue und der Scheck in Höhe von 25.000 Euro – gestiftet von RAPUNZEL NATURKOST  – gingen an Dr. Hans Rudolf Herren, Gründer der Stiftung Biovision in der Schweiz, und Bio-Bäuerin Rachel Agola aus Kenia. Den „One World Lifetime Achievement Award“ erhielt Bio-Pionier Bhaskar H. Save aus Indien. Prof. Wangari Matu Maathai aus Kenia bekam den erstmals vergebenen „One-World-„VIP“-Award“. Die erste afrikanische Friedensnobelpreisträgerin gilt als außergewöhnliche Persönlichkeit mit globalem Wirkungskreis.

„Globalisierung ist nur dann zukunftsfähig, wenn vorhandene Ressourcen auf allen Gebieten ausgeglichen und geteilt werden: materiell und ökonomisch, geistig und sozial. Unsere fünf ‚OWA’-Finalisten tragen genau dazu mit außergewöhnlichem Engagement bei.“ Mit diesen Worten begrüßte Joseph Wilhelm, Gründer und Vorstand RAPUNZEL Naturkost, die rund 700 geladenen Gäste aus aller Welt. Sie waren zur Verleihung des 2. Internationalen „One World Awards“ nach Legau im bayerischen Allgäu gekommen, um den Preisträgern zu gratulieren.

Für die musikalische Untermalung mit Weltmusik sorgten Anja Seemiller mit dem Musikprojekt „Holy Carma“ – Arrangements von Noichl und Jörg Holik sowie Mohamed Badawi mit Band. Durch den Abend führte SWR-Moderator Malte Arkona, der das Wort sogleich an Festrednerin Dr. Vandana Shiva aus Indien übergab.

Die Umweltaktivistin betonte die Wichtigkeit dieses Preises, denn der „One World Award“ sei nicht nur eine Auszeichnung von Menschen und Projekten, sondern mit ihm werde auch die Vielfalt des Lebens, Frieden, Freiheit und Demokratie gefeiert. „Es ist an der Zeit ‚bye, bye’, zu sagen zu Agrogentechnik und Agrochemie“, so die Trägerin des Alternativen Nobelpreises. „Biodiversität und Öko-Landbau sind die Basis, sind die Strategien für diese ‚Eine Welt’, die wir endlich in ein neues Zeitalter führen müssen.“

Nachdem Malte Arkona das Publikum auf die Preisvergabe eingestimmt hatte, ergriff IFOAM-Geschäftsführer Markus Abrenz das Wort. Die IFOAM als Schirmherrin des „One World Awards“ und gleichzeitig Jury des „One World Lifetime Achievement Awards“ zeichnete Bio-Pionier Bhaskar H. Save für seine wichtige Rolle als Botschafter des Öko-Landbaus in Indien aus. Der überzeugte Bio-Bauer gibt seit 60 Jahren sein Wissen über seine ökologischen Erfolge „von Bauer zu Bauer“ weiter. Er schreibt Artikel und hält Vorträge über die Anbaumethoden des ökologischen Landbaus. „Aus Respekt vor seinen außergewöhnlichen Leistungen verdient es Bhaskar H. Save als der lebende Mahatma Ghandi bezeichnet zu werden“, so Markus Abrenz in seiner Laudatio.

In tiefer Dankbarkeit nahm Bhaskar H. Save den Preis entgegen. Er sei fest davon überzeugt, dass Indien nur mit Hilfe von ökologischem, in Harmonie mit der Natur stattfindenden Landbau nachhaltig und in ausreichender Menge gesunde Lebensmittel erzeugen kann, die den Grundbedürfnissen aller gerecht werden – ein Leben in Gesundheit, Würde und Frieden zu führen. Er hoffe, dass dieser Preis dazu beiträgt, seine Botschaft in die Welt zu tragen.

Dann vergab Joseph Wilhelm im Namen der Jury einen weiteren Preis. „Sie motiviert uns alle, unseren Teil zum gemeinsamen Ziel beizutragen: diese Welt zu einer besseren zu machen“, so die einführenden Worte von Joseph Wilhelm. „Wir sind stolz, dass Sie den in diesem Jahr zum ersten Mal vergebenen „One World ‚VIP’-Award“ angenommen hat.“ VIP steht für „Very Impacting People“ und die Auszeichnung für außergewöhnliche Persönlichkeiten mit globalem Wirkungskreis. Die Friedensnobelpreisträgerin Prof. Wangari Matu Maathai aus Kenia setzt sich erfolgreich für eine friedliche Gesellschaft in einer intakten Umwelt ein.

Den Friedensnobelpreis erhielt sie für ihr Engagement in „Nachhaltiger Entwicklung, Frieden und Demokratie.“ Prof. Wangari Matu Maathai ist ein höchst beeindruckendes Beispiel für die Wechselwirkung zwischen Frieden und gesunder Umwelt. 2002 wurde sie zur Vizeministerin für Umwelt ernannt und war somit die erste Grüne Politikerin Afrikas mit Regierungsverantwortung. Für das nächste Jahrzehnt hat sie sich ein großes Ziel gesetzt: Sie möchte in Afrika eine Milliarde Bäume pflanzen. Sie konnte leider nicht persönlich anwesend sein, wurde aber gleichermaßen vom Publikum gefeiert.

Gespannt warteten alle auf die Bekanntgabe der/des OWA-Gewinnerin/s. Die Vorstellung der Finalisten Beti Minkin, Gründerin der Anatolia Foundation in der Türkei (www.anatoliafoundation.org), EL CEIBO, ein Zusammenschluss von 1.200 Bio-Kakao-Bauern in Bolivien (www.elceibo.com), Helmy Abouleish, Direktor der SEKEM Group in Kairo/Ägypten (www.sekem.com) und Franziska Kaguembèga-Müller, Mitbegründerin der Schweizer Organisation newTree (www.newtree.ch) erfolgte unter stürmischem Applaus.

Dann übernahm Jurymitglied Dr. Vandana Shiva aus Indien nochmals das Wort. Ihre Laudatio widmete sie den Preisträgern. „Die Jury hatte die Qual der Wahl. 29 qualifizierte Bewerbungen von Peru bis Laos haben wir uns angeschaut. Alle geben der Globalisierung eine Chance. Alle setzen sich durch ihr Handeln für eine lebenswerte Zukunft ein. Doch am Ende haben wir uns entschieden: für eine Erfolgsgeschichte, die als Sinnbild dafür steht, wie eine Brücke zwischen dem Norden und dem Süden gebaut werden kann – ganz ohne Steine, dafür mit wissenschaftlicher Innovation, individueller Initiative vor Ort und einem ganzheitlichen Ansatz.“

Gemeinsam überreichten Dr. Vandana Shiva und Joseph Wilhelm die von Künstlerhand geschaffene OWA-Statue und einen Scheck in Höhe von 25.000 Euro – gestiftet von RAPUNZEL – an den Schweizer Insektenforscher Dr. Hans Rudolf Herren und die kenianische Bäuerin Rachel Agola.

Dr. Hans Rudolf Herren gründete 1998 die Stiftung Biovision in der Schweiz (www.biovision.ch) mit dem Ziel, dieLebenssituation der Menschen in Afrika nachhaltig zu verbessern. Zu den Projektschwerpunkten gehören u.a. Malariaprophylaxe, der Aufbau eines Informationsnetzwerkes für Kleinbauern und die Verbreitung der „Push-Pull“-Methode zur Bekämpfung von Mais-Schädlingen. Diese umweltfreundliche Anbaumethode – ohne den Einsatz von chemischen Mitteln – setzte Rachel Agola auf ihren Feldern ein und verbesserte so ihre Maiserträge deutlich.
Die „Push-Pull“-Methode wurde in Kenia vom Forschungsinstitut icipe entwickelt und basiert auf natürlichen Mechanismen: Der Geruch von Desmodium, das zwischen den Mais gepflanzt wird, vertreibt die eierlegenden Stängelbohrer-Motten („Push“). Zusätzlich wird Napiergras um die Felder gepflanzt, welches die Schädlinge aus dem Maisfeld herauslockt („Pull“).

Das ist ein Beispiel, wie Biovision Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort leistet. Heute ist Rachel Agola in ihrem Dorf Yenga für die „Push-Pull“ Bauern-Selbsthilfegruppe verantwortlich, die sich zusammengeschlossen hat, um neue landwirtschaftliche Technologien an andere Bauern weiterzugeben. Gerührt nahm sie die Auszeichnung entgegen und bedankte sich mit den Worten: „Ich stehe hier als Repräsentantin für alle Kleinbauern in Afrika und möchte vor allem Biovision danken, für die Arbeit und die Verbreitung der „Push-Pull“-Methode.

Das hat uns geholfen, unsere Lebensgrundlage zu verbessern – zu sichern. Denn durch die Steigerung der Maiserträge um ein Drei- bis Vierfaches können wir den Hunger im Land endlich bekämpfen.“ Dr. Hans Rudolf Herren fügt hinzu: „Es ehrt uns, diesen Preis für unsere Arbeit zu bekommen, die für uns selbstverständlich ist. Denn wir haben uns zum Ziel gesetzt, eine Welt zu schaffen, die auch für zukünftige Generationen eine lebenswerte ist.“

Die Worte von Finalist Helmy Abouleish, Direktor der SEKEM Group in Kairo/Ägypten, fassen die Stimmung und die Eindrücke des Abends zusammen: „Ohne Sie, unsere Freunde, wären wir nicht das, was wir heute sind. Wir alle haben es selbst in der Hand, diese Welt besser zu machen.“

Die diesjährige Verleihung war Auftakt des internationalen RAPUNZEL „Eine Welt“-Festivals. Joseph Wilhelm bedankte sich zum Abschluss herzlich bei allen Bewerbern, Finalisten, Preisträgern, der IFOAM, den Jury-Mitgliedern Dr. Vandana Shiva (Indien), Tewolde Eghziaber (Äthiopien), Roberto Ugas (Peru) und Bernward Geier (Deutschland) und den RAPUNZEL Mitarbeitern und Kunden. Er verabschiedete sich mit den Worten: „Ich bin stolz, denn das Engagement und die Anteilnahme für eine faire und nachhaltige Globalisierung, die ich heute Abend mit eigenen Augen sehen konnte, die macht mir Mut!“ und wünschte allen Gästen einen spannenden Aufenthalt in Legau und dem RAPUNZEL „Eine Welt“-Festival.

Mehr Informationen erhalten Sie unter: www.one-world-award.de

Über den „One World Award“

Die Herausforderung einen Weg zu finden, die Chancen der Globalisierung zu nutzen, verbunden mit Ziel diese Welt besser und fairer zu machen und als Lebensgrundlage für alle zu erhalten – dieser Gedanke bewegte Bio-Pionier Joseph Wilhelm, Gründer und Vorstand RAPUNZEL Naturkost, 2008 den internationalen „One World Award“ ins Leben zu rufen. Der „One World Award“ ist mit einem Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro dotiert – gestiftet von RAPUNZEL Naturkost. Die International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM) hat die Schirmherrschaft übernommen. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben.

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