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Es ist an der Zeit, einen Gang höher zu schalten

Der Bioanbau in Tunesien

(AHK Tunesien) Bereits in den 80er Jahren gab es in Tunesien private Initiativen für eine Bio Landwirtschaftsbewegung. Bis 1997/1998 blieb die Entwicklung verhalten. Dann wurde eine nationale Strategie eingeführt, die auf mehreren Teilfaktoren basiert: gesetzliche Bestimmungen, Forschung, Ausbildung, Vermarktung, Organisation, Struktur und Förderung. Alle diese Faktoren zusammen trugen zu einer positiven Entwicklung der ökologischen Landwirtschaft in Tunesien bei.

Tunesien ist das einzige Land in Afrika und in der arabischen Welt, das gesetzliche Bestimmungen in ihrer Gesamtheit befolgt. Der Staat hat fünf international anerkannte Kontroll- und Zertifzierungsorganisationen damit beauftragt, die lokale Bio-Produktion in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für biologischen Landbau (centre technique de l’agriculture biologique) und dem regionalen Forschungszentrum für Gartenbau und Biologischen Landbau (centre régional de recherche en Horticulture et en Agriculture Biologique) zu zertifizieren.

Aufgrund dieser soliden Basis hat Tunesiens Bio-Anbau einen enormen Aufschwung erlebt. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche betrug 2002 noch 18.600 Hektar. Bis zum Jahr 2008 stieg die Fläche auf 285.400 Hektar. Danach belegt Tunesien im Ranking den zweiten Platz in Afrika und den 24. Platz weltweit im Vergleich mit 141 Ländern (IFOAM Statistik).

Die pflanzliche Bio-Produktion ist von 9.000 Tonnen im Jahr 2002 gestiegen auf 170.000 Tonnen im Jahr 2008. Die Zahl der Unternehmen hat im gleichen Zeitraum von 481 auf 1.911 zugenommen. Tunesien steigerte den Export mithilfe einer Kampagne im Jahr 2008/2009 auf 12.000 Tonnen mit einem Wert von 55 Millionen Dinar ( 29,5 Mio €). Im Zeitraum 2003/2004 waren das noch 3.018 Tonnen für rund 12 Millionen Dinar (6,43 Mio €).

Das staatliche Programm für die Amtzeit 2009 bis 2014 sieht eine Steigerung auf 320.000 Hektar im Jahr 2010 vor. Dem Gemüseanbau werden davon 200.000 Hektar gewidmet. Auf eine Fläche von 500.000 Hektar soll der ökologische Landbau bis zum Jahr 2014 weiter wachsen.

Der Tunesische Ministerrat überlässt diese Entwicklung nicht dem Zufall. In die Marktlücke werden zahlreiche Maßnahmen zur Förderung des Bioanbaus investiert.

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