OTC-Richtilinien

So will es der Gesetzgeber

Dem § 1 der Verordnung über Nahrungsergänzung, NemV, zufolge ist Nahrungsergänzung ein Lebensmittel, das dazu bestimmt ist, die allgemeine Ernährung zu ergänzen, das ein Konzentrat von Nährstoffen oder sonstigen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung allein oder in Zusammensetzung ist und in dosierter Form (v. a. in Kapseln, Pastillen, Tabletten, Pillen und anderen ähnlichen Darreichungsformen, Pulverbeuteln, Flüssigampullen, Flaschen mit Tropfeinsätzen u. Ä.) zur Aufnahme in abgemessenen kleinen Mengen in den Verkehr gebracht wird.

Nährstoffe im Sinne der Verordnung sind Vitamine und Mineralstoffe, einschließlich Spurenelemente. Gewerbsmäßig darf ein Nahrungsergänzungsmittel nur in einer Fertigpackung an den Verbraucher abgegeben werden. § 3 regelt, welche Nährstoffe und welche Zusatzstoffe verwendet werden dürfen.

Wesentlich ist die Kennzeichnung. Verkehrsbezeichnung ist „Nahrungsergänzungsmittel“. Zusätzlich zu den Vorgaben der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung muss Folgendes angegeben sein (§ 4):

  • Die Namen der Kategorien von Nährstoffen oder sonstigen Stoffen, die für das Erzeugnis kennzeichnend sind, oder eine Angabe zur Charakterisierung dieser Nährstoffe oder sonstiger Stoffe

  • die empfohlene tägliche Verzehrsmenge in Portionen des Erzeugnisses

  • der Warnhinweis „Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrsmenge darf nicht überschritten werden“ (oder ein anderer Wortlaut mit gleichem Sinn)

  • ein Hinweis darauf, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden sollten

  • ein Hinweis darauf, dass die Produkte außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern zu lagern sind

Für die empfohlene Verzehrsmenge der Nährstoffe müssen auch die realen Mengen in Gewichtseinheiten angegeben werden. Bei Vitaminen und Mineralstoffen müssen die Prozentsätze der Referenzwerte (Anlage 1 der Nährwert-Kennzeichnungsverordnung) genannt werden, wenn es welche gibt. Auch darf auf der Packung und in der Werbung kein Hinweis erhalten sein, dass bei einer ausgewogenen abwechslungsreichen Ernährung im Allgemeinen die Zufuhr angemessener Nährstoffmengen nicht möglich sei.

Weiterhin gilt, dass Aussagen über die Verhütung oder Behandlung von Krankheiten bei Nahrungsergänzungsmitteln verboten sind. Dies regelt – wie für alle Lebensmittel – § 18 des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes (LMBG).


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