Start / Business / Themen / Events / Gerecht und gesund Ernähren

Gerecht und gesund Ernähren

Podiumsrunde auf der Slow Food-Messe und Fair Handeln

„Wir können uns genussvoll, gesund und gerecht ernähren“, ist Dr. Hanns-Ernst Kniepkamp, Vorstand von Slow Food Deutschland überzeugt. In einer gemeinsamen Veranstaltung der Slow Food-Messe und  der parallel stattfindenden Fair Handeln Messe wurde diskutiert, ob Lebensmittel Genuss oder Risiko sind. Die beiden Messen ergänzen sich inhaltlich und kooperieren inhaltlich im Rahmenprogramm.

Die Produktions- und Hygienestandards in der Europäischen Union sind sehr hoch, sie orientieren sich an den großen Lebensmittelherstellern und „schießen manchmal mit Sicherheit übers Ziel hinaus“, wie Dr. Silvia Roser vom Max-Rubner-Institut fest stellt. Das Max-Rubner-Institut ist ein Bundesforschungsinstitut und befasst sich mit der Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln. Solche überzogenen Vorschriften gefährden die Herstellung traditioneller Erzeugnisse wie beispielsweise der „Ahle Wurscht“, die auch ein Slow Food-Produkt und Bio-Produkt ist. 

Genuss und Qualität von Lebensmitteln hängen eng zusammen. Die inneren Werte wie Vitamine, Mikronährstoffe oder sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe sind dabei ebenso wichtig wie nachhaltige Produktion oder der Erhalt der heimischen Landwirtschaft und der gewachsenen Kulturlandschaft.

„Lammfleisch aus Neuseeland hält unsere Trockenrasen nicht offen“, bringt es Dr. Brigitta Hüttche von der Marketinggesellschaft Baden-Württemberg auf den Punkt. Regionale und saisonale Produkte sind frischer und haben dadurch auch mehr Vitamine als vergleichbare, weit gereiste Produkte, nicht immer aber eine bessere Ökobilanz, wie Hüttche erklärt. Diese falle für heimische Äpfel, die den ganzen Winter über gelagert werden, schlechter aus als für erntefrische Äpfel aus Neuseeland.

Vor allem im Winter kommt ein Teil des Obstes und Gemüses aus Ländern der  Dritten Welt, beispielsweise Bohnen aus Kenia oder dem Senegal sowie Spargel aus Peru. „In so manchen Plantagen, in denen dieses Obst und Gemüse wächst, sind die Arbeitsbedingungen für die Arbeiter sehr schlecht. Fair gehandelte Erzeugnisse sind hier eine Alternative“, sagt Carolin Callenius vom evangelischen Hilfswerk Brot für die Welt.

[ Artikel drucken ]

Ticker