Erster Spatenstich für Hackschnitzelheizwerk
Zukunftsorientierte Lebensmittelproduktion bei Alb-Gold
Teigwarenhersteller Alb-Gold aus Trochtelfingen inBaden-Württemberg setzt modernste Technologie bei der Umstellung auf erneuerbare Energie ein. Jetzt ist der Spatenstich für ein Hackschnitzelheizwerk erfolgt, mit dem ab Ende Oktober rund 85 Prozent der jährlich für die Teigwarenherstellung benötigten Prozesswärme und der Raumwärme im Produktions- und Verwaltungsgebäude aus alternativen Energien gedeckt werden können. Irmgard Freidler, die mit den beiden Söhnen Oliver und André das Unternehmen führt, gab den Startschuss für das Projekt.
Das Familienunternehmen von der Alb hat eine durchweg nachhaltige Firmenphilosophie und setzt schon seit Jahren auf Transparenz, Information und Aufklärung. Jetzt leistet der Betrieb einmal mehr Pionierarbeit in der Teigwarenbranche. Die Anlage verfügt in der ersten Stufe über eine Kesselleistung von 980 kW. Ein Ausbau auf 1.500 kW ist für die nahe Zukunft geplant.
Im Zuge der Umweltzertifizierung wurden bereits vor zwei Jahren unter anderem die Wärmeprozesse des Unternehmens analysiert. Vor allem die hohen Vorlauftemperaturen von bis zu 130°C mussten bei der Lösungssuche berücksichtigt werden. „Schließlich fiel die Wahl auf das Hackschnitzelwerk. Hier haben wir die Möglichkeit regionale, erneuerbare Rohstoffe zur Energiegewinnung zu nutzen. Dies entspricht zu 100 Prozent unserer Philosophie“, erklärt die Inhaberin. In der Anlage werden Landschaftspflegeholz, Straßenbegleitgrün und Grüngutschnitt vom Baum- und Heckenschnitt in Wärme umgewandelt. Das Unternehmen spricht sich klar gegen die Nutzung von Lebens- oder Futtermitteln zur Energiegewinnung aus.
Der tägliche Verbrauch im Hackschnitzelwerk wird nach der Inbetriebnahme rund 40 SM³ (Schüttraummeter) betragen. Dies entspricht etwa 2.800 Liter Heizöl, die derzeit noch für die Nudelherstellung benötigt werden. . Etwa 700.000 Liter Heizöl können so pro Jahr eingespart werden.
„Als Wirtschaftsunternehmen stehen wir unseren Mitarbeitern gegenüber in der Pflicht, die sicheren Arbeitsplätze in der Region zu erhalten. Als nachhaltig wirtschaftendes Unternehmen spielen für uns auch die Belange der Umwelt eine große Rolle. Die Investition von rund zwei Millionen Euro soll sich nicht nur ökologisch, sondern muss sich auch ökonomisch auswirken“, führt Geschäftsführerin Irmgard Freidler aus. Sie sieht im Zuge der weiter steigenden Energiekosten auch eine deutliche Entlastung auf Seiten der Betriebskosten und somit eine Steigerung der Wirtschaftlichkeit in der Lebensmittelproduktion.
Die Umwelt profitiert doppelt von der neuen Anlage. Zum einen durch die starke Reduzierung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe und zum anderen durch die Absenkung des CO2 Ausstoß. Die Abgase werden mittels Elektrofilter gereinigt und der ausgestoßene Rauch hat einen Feinstaubgehalt von kleiner als 20 µg/m3, was deutlich unter dem gesetzlich geforderten Wert von 50 µg/m3 liegt. Die CO2 Bilanz lässt sich ebenfalls sehen. So wurden im vergangenen Jahr mit Heizöl noch 2.807 Tonnen ausgestoßen. Mit dem neuen Hackschnitzelwerk wird sich dies auf rund 20 Prozent des ursprünglichen Wertes reduzieren.







