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Französische Leinsaat profitiert vom Mangel

Verunreinigte Leinsaat aus Kanada

Gestern hat sich der Verdacht bestätigt, dass durch gentechnisch veränderte Organismen verunreinigte Leinsaat aus Kanada auf den deutschen Markt gelangt ist. Für die Händler und Bäcker eine mittlere Katastrophe, denn das Thema "GVO in Lebensmitteln" ist in Deutschland erfahrungsgemäß ein rotes Tuch. Braune Leinsaat aus Kanada wurde somit von heute auf morgen zu "gebrandmarkter" Ware -- was wiederum die Händler vor eine große Herausforderung stellt.

Neukirchen-Vluyn.   Ware, die im Verdacht steht, gentechnisch veränderte Organismen (GVO) zu enthalten, ist für Handel und Handwerk eine tickende Zeitbombe. Deshalb nehmen aktuell die meisten Saaten-Händler braune Leinsaat, die sie aus Kanada bezogen haben, von sich aus vom Markt, bis die Reinheit der Ware durch eindeutige Analyseergebnisse bestätigt wurde.

Problematisch daran ist nur, dass sich Kanada in den vergangenen Jahren wegen seiner kostengünstigen Produktionsmöglichkeiten zu einem der Hauptlieferanten von Leinsamen für den europäischen Markt entwickelt hat. Leinsaat, die nicht aus Kanada stammt und als unbedenklich eingestuft werden kann, ist somit in Deutschland innerhalb kürzester Zeit zu Mangelware geworden.

Ein Unternehmen, welches von der aktuellen Entwicklung profitieren könnte, ist die agaSAAT GmbH aus Neukirchen-Vluyn. Denn der Händler von Back-, Gewürz- und Keimsaaten hat vor vielen Jahren begonnen, den Leinsaat-Anbau in europäischen Ländern zu forcieren. "Wir beziehen seit langem einen großen Teil unserer Leinsaat-Bestände aus Frankreich, obwohl die Produktionskosten für Leinsaat hier fast doppelt so hoch sind wie in Kanada. Doch die sehr guten Qualitäten, die wir hier erreichen, sind unserer Meinung nach den zusätzlichen Aufwand wert", so Werner Arts, Geschäftsführer der agaSAAT GmbH. Bisher habe allerdings bei so manchem Abnehmer ein gewisser Unwille geherrscht, die höhere Qualität auch preislich zu honorieren. Der Absatz habe sich dadurch schwierig gestaltet. "Das hat sich jetzt aber schlagartig geändert", berichtet Arts.

Durch einen kontrollierten Anbau weltweit und strenge Laborkontrollen verfolgt die agaSAAT GmbH konsequent das Ziel, die Qualität und Lebensmittelsicherheit ihrer Saaten zu maximieren. Das spiegelt sich auch in den diversen Zusatzleistungen des Unternehmens wider. Mit der professionellen Nachreinigung oder der innovativen Entkeimung haben Abnehmer die Möglichkeit, ein Plus an Sicherheit an die eigenen Kunden weiterzugeben.

"Es ist traurig, dass es immer wieder öffentlicher Skandale bedarf, um ein neues Qualitätsbewusstsein zu schaffen. Gerade bei so sensiblen Gütern wie Lebensmittel sollte man bereit sein, für Qualität und Sicherheit etwas tiefer in die Tasche zu greifen", meint Manfred Gnann, Geschäftsführer der agaSAAT GmbH. "Am Ende des Tages werden sich solche Investitionen immer auszahlen."

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