Fachhandel muss Bündnisse eingehen
Zukunftskonferenz „Bio in Bewegung“ der Naturkostbranche in Berlin
Zukunftsfähige Konzepte und neue Wege suchte der Naturkostfachhandel auf der Zukunftskonferenz „Bio in Bewegung“ in Berlin. Rund 100 Fachbesucher aller Handelsstufen trafen sich, um über die aktuelle Lage der Naturkostbranche zu diskutieren. Ziel war eine Neu-Positionierung des Facheinzelhandels, um ihn nicht zum Auslaufmodell werden zu lassen.
Unter dem Titel „Der Biomarkt muss wachsen, ohne die Integrität in Frage zu stellen“ hielt Renate Künast einen mit viel Applaus bedachten Vortrag. Dabei nahm sie Bezug auf die Finanzkrise und sprach vom sogenannten „Sparkasseneffekt“. Die Sparkassen setzten primär auf die einheimische Wirtschaft und beteiligten sich kaum an risikobehafteten weltweit gestreuten Spekulationen. Dies verschaffe ihnen in Krisenzeiten, einen klaren Wettbewerbs-Vorteil. Parallelen dazu sieht sie im Naturkostfachhandel, der für hohe Glaubwürdigkeit stehe. Die Kunden erwarteten eine ethisch korrekte Branche. Künast wünschte sich einen selbstbewusst auftretenden Fachhandel, der Bündnisse eingeht, auch mit den Anbauverbänden. Sie forderte den Fachhandel auf, durch Zusammenarbeit mit dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) seiner Stimme bei den politischen Entscheidungsträgern in Berlin und Brüssel noch mehr Gewicht zu geben.
Durch die Mitgliedschaft des BNN Einzelhandel im BÖLW seit Juli diesen Jahres wurde ein Schritt in diese Richtung getan. Wenn es nun noch gelingt, durch die Gründung eines Verbundes wirtschaftlichem Erfolg zu erzielen, ist die Fachhandelsbranche nach Auffassung des BNN Einzelhandel ein Zukunftsmodell. Die Konferenz hat gezeigt, wie wichtig es ist, sich nicht als Einzelkämpfer zu verstehen, sondern sich zu organisieren, um den Anforderungen des erweiterten Marktes gerecht werden zu können. „Wir sind Kaufleute. Die Bildung von Verbundgruppen gehört zu unserem Handwerk. Diese Hausaufgabe müssen wir schnell erledigen“, so BNN-Vorstandsmitglied Jürgen Blaas.







