Scheitz-Klage erfolgreich
Buttertest der Stiftung Warentest war Mannheimer Richtern zu weich
Die Andechser Molkerei Scheitz hat vor dem Landgericht Mannheim einen juristischen Sieg gegen die Stiftung Warentest errungen. Die Tester dürfen nicht mehr behaupten, Andechser Natur Sauerrahmbutter enthalte zu wenig Milchsäurebakterien. Die Bewertung „mangelhaft" im Oktober-Heft darf damit nicht mehr begründet werden. Das Bio-Produkt war wegen zu wenig Nutzflora (Milchsäurebakterien) abgewertet worden.
Der Buttertest der Stiftung Warentest hat sich vor dem Landgericht Mannheim als zu weich erwiesen. Milchexperten von Behörden und Universitäten hatten der Andechser Molkerei Scheitz bestätigt, dass die Kriterien des Tests fachlich falsch gewählt worden waren. Die Anzahl der Milchsäurebakterien ist nach Angaben des Milchwissenschaftlers Herbert Seiler von der TU Weihenstephan kein Qualitätskriterium für industriell hergestellte Sauerrahmbutter.
Geschäftsführerin Barbara Scheitz reichte am 30. September 2008 gegen den Test Klage ein. Die Molkerei legte die Gutachten vor und bekam nun per einstweiliger Verfügung Recht. „Das freut alle, die den Geschmack und die Qualität unserer Produkte lieben“, kommentierte Barbara Scheitz das Urteil.
Die Geschäftsführerin wird die Handelskunden informieren: „Um verunsicherten Verbrauchern wieder Vertrauen zu geben, sind wir auf die Presse angewiesen“. Der Test hatte zu Fragen von Handel und Verbrauchern an Scheitz geführt. Rückläufige Verkaufszahlen konnten aktuell nicht festgestellt werden. „Nicht erklärbar“ ist für Scheitz die unterschiedliche Bewertung der Bio-Butter. Zwei Bio-Handelsmarken, die Andechser für Supermärkte herstellt, wurden mit „gut“ bewertet, obwohl das Herstellungsverfahren identisch ist mit Andechser Natur.







