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Ohne Gentechnik keine Hexerei

Bioland-Tofurei setzt auf regionale Ware statt Import

Die Tofurei Hexerküche aus Lörrach hält weiter an dem Anspruch fest, ausschließlich gentechnikfreies Soja zu verarbeiten. Die Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg hatte 2007 in 39 Prozent aller Soja-Proben Spuren von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) entdeckt. Der Tofu-Hersteller Life Food aus Freiburg zieht daraus nach einem Bericht von Schrot & Korn die Konsequenz, nicht mehr „ohne Gentechnik“ auszuloben. Bio-Produkte müssen laut EU-Ökoverordnung gentechnikfrei sein. Verunreinigungen bis 0,9 Prozent, die bei Transport und Verarbeitung entstehen können, werden aber gesetzlich geduldet.

In den Proben des Hexerküchen-Tofu waren bei amtlichen Analysen keine Bestandteile aus gentechnisch verändertem Soja gefunden worden. „Auch in der Zukunft werden wir unsere Sojabohnen ausschließlich aus Deutschland beziehen und zwar direkt vom Bioland-Bauern. Denn diese Sojabohnen sind wirklich gentech-frei, da auch keine Vermischung mit gentechnisch verändertem Soja oder Stäuben bei Steinauslese, Transport und Produktion entstehen kann“, teilt die Hexerküche in Lörrach mit.

In den USA, Argentinien und Brasilien wird gentechnisch verändertes Soja angebaut, mit der Gefahr auch biologisch erzeugtes Soja zu verunreinigen. In Deutschland ist aktuell kein Gentech-Soja zugelassen. In Baden-Württemberg wiesen im vergangenen Jahr 39 Prozent aller amtlich untersuchten Sojaproben geringe Spuren von gentechnisch veränderten Organismen auf. Die Firma Life Food sieht damit Ergebnisse eigener Untersuchungen bestätigt. Sie will nun in die Offensive gehen, indem sie bei ihren Produkten den Aufdruck „ohne Gentechnik“ nicht mehr verwendet.

Die Hexerküche als einzige von Bioland zertifizierte Tofurei sieht das anders. „Es ist an der Zeit, den Anspruch der Bio-Kunden gentech-freie und regionale Produkte angeboten zu bekommen, zu fördern, ansonsten ist auch der Bio-Verkäufer unglaubwürdig“, erklären Dörte und Freddy Ulrich. Für die Hexerküche gibt es Grenzen des Wachstums: „Rohstoffknappheit darf nicht dazu führen, dass eine Vermischung mit gentechnisch veränderten Organismen geduldet wird.“

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