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USA: Bio-Wachstum trotz schwieriger Wirtschaftslage

(ZMP) - Gut 20% mehr Geld gaben die US-Amerikaner 2007 für Bio-Produkte aus. Mit einem Umsatz von 20 Mrd. USD (14,6 Mrd. EUR) erwirtschaftet die Lebensmittelbranche inzwischen 2,8% ihres Umsatzes mit Bio-Lebensmitteln. Damit haben die USA Europa nicht überholt - erste Schätzungen für Europa liegen bei mehr als 15 Mrd. EUR Umsatz- wobei der schwache Dollar nicht unwesentlich dazu beigetragen hat. Trotzdem bleiben die USA weltweit größter nationaler Bio-Markt. Immerhin wuchs der amerikanische Bio-Markt in den vergangenen Jahren jährlich um 3,5 Mrd. USD. Für 2008 schätzt die Organic Trade Association den Bio-Umsatz auf 23,6 Mrd. USD.

Die Non-Food Umsätze sind 2007 um 26% gestiegen und betrugen 1,2 Mrd. USD.
Quelle: Organic Trade Association
Lebensmittel und Non-Food zusammen betrugen damit 21,2 Mrd. USD,2008 wird hier möglicherweise die 25 Mrd. USD. Linie überschritten, da Kosmetik, Kleidung und Tiernahrung noch stärker wachsen als Lebensmittel.

Im LEH stieg der Umsatz mit barkodierter Ware nach einer Studie von O Research Week im Zeitraum von 52 Wochen bis zum 19.04.08 um 25%. Die Konsumenten gaben 28% mehr Geld für Bio-Trockenprodukte aus, für konventionelle Trockenprodukte waren es nur 2,8% mehr. Der Bio-Anteil in dieser Produktgruppe betrug 1,2%. Bio-Milchprodukte verzeichneten einen Zuwachs von 19,7% und erreichten einen Marktanteil von 3,4%, verglichen mit 11% Wachstum bei konventioneller Milch. Der Frischbereich - Obst,Gemüse, Kartoffeln- weist mit 6,1% den höchsten Bio-Anteil aus und erreichte Zuwächse von 26,6% bei Bio-Produkten und 6,9% bei konventionellen Produkten.

"The Greening of America" nennen Experten den Trend, der inzwischen auch in den Vereinigten Staaten angekommen ist: Die Kunden legen immer größeren Wert auf nachhaltigen Konsum von Lebensmitteln, aber auch Kosmetik und Kleidung. Inzwischen werden 23% der Bevölkerung zu den Lohas (Lifestyle of Health and Sustainability) gezählt. US-Kunden scheinen wenig preissensibel als europäische Kunden, Qualität wird honoriert und zwar nicht nur von den gut Verdienenden sondern auch von anderen Käuferschichten. Das kurbelt den Bio-Konsum weiter an.

Inzwischen haben die Konsumenten überall die Chance, Bio-Lebensmittel zu kaufen. Große Lebendmittelketten wie Walmarkt, Target, Safeway oder Supervalu sind in den Markt eingestiegen. Dabei könnten die meisten noch eine größere Vielfalt an Produkten anbieten, darin liegt das größte Potenzial zur Weiterentwicklung.

Der Fachhandel, die ca. 9.000 Natural Product Stores, bieten nur teilweise Bio-Produkte an. 2006 erzielten sie knapp die Hälfte des gesamten Bio-Umsatzes (17,7 Mrd.USD, 14,1 Mrd.EUR). Insgesamt wurden dort aber Waren im Wert von 28 Mrd. USD (22,3 Mrd.EUR). verkauft.

Um die wachsende Nachfrage nach Bio-Produkten zu erfüllen, steigt der Importbedarf. Genauso wie in Europa fragen Verarbeiter und Händler verschiedenste Rohstoffe, aber auch verarbeitete Produkte nach - und treten somit in Konkurrenz mit ihren europäischen Kollegen. Auf der anderen Seite bleiben die USA für europäische Verarbeiter ein interessanter Absatzmarkt.

 

 

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