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Warum stellen kaum Landwirte auf Ökolandbau um?

Bio-Lebensmittel liegen im Trend. Die jährlichen Zuwachsraten liegen bei zehn bis fünfzehn Prozent. Aber die Bio-Lebensmittel, die bei Lidl, Aldi und Tengelmann in die Regale kommen, stammen immer seltener aus deutschen Landen. Sie werden zunehmend aus Polen, Ungarn, Frankreich oder Italien, ja sogar aus China und Übersee importiert. Der Grund: Die deutschen Landwirte stellen kaum von konventionellem auf Ökolandbau um. Somit können sie die rasant wachsende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln nicht decken. Unter anderem fürchten sie höhere Arbeitsbelastung und Kosten, Absatzprobleme und zu niedrige Preise für ihre Produkte. Nicht zuletzt sind sie unsicher, ob der derzeitige Boom anhält.

"Das Wachstum im Bio-Markt geht bereits im dritten Boomjahr in Folge an der heimischen Landwirtschaft vorbei", sagt Gerald Wehde von Bioland. "Heimische Bio-Produkte werden immer mehr zur Mangelware. Auch in diesem Jahr erwarten wir keine ausreichende Umstellungsquote. Hauptgrund ist die nicht leistungsgerechte Honorierung dieser umweltverträglichen Wirtschaftsweise. Fast alle Bundesländer haben im Jahr 2007 die Prämiensätze für Bio-Landbau gekürzt und damit den Umstellungsanreiz für konventionell wirtschaftende Landwirte drastisch reduziert. Die deutschen Bio-Landwirte verlieren daher im Wettbewerb mit den anderen europäischen Bio-Bauern immer mehr an Boden. Oder anders gesagt: Deutschland verschläft den Bio-Boom."
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