"Wilde Weiden" mit Galloways und wilden Pferden
Bioland im Naturschutzgebiet
Salzwiesen, stillgelegte Kiesgruben, verlassene Standortübungsplätze und Uferzonen, das sind die Weideflächen der Galloways, Koniks (polnische Pferderasse) und Heidschnucken des Bioland-Betriebes Bunde Wischen in Schleswig. Bunde Wischen betreibt seit zwanzig Jahren Landschaftspflege auf Naturschutzflächen. Das Besondere: Der Betrieb finanziert sich durch die Vermarktung der Rinder.
Bunde Wischen ist Bioland-Mitglied. "Der Biolandbau ist extensive und damit schonende Bewirtschaftung. Er bewahrt die Artenvielfalt in der Kulturlandschaft", sagt Carola Ketelhodt, Geschäftsführerin des Bioland-Landesverbandes. Für Gerd Kämmer, Leiter von Bunde Wischen, ist Bioland ein Qualitätssiegel in der Direktvermarktung der Galloway-Fleisch- und Wurstprodukte.
Bunde Wischen bewirtschaftet über 20 Standorte und eine Gesamtfläche von 1000 Hektar in ganz Schleswig-Holstein mit 550 Tieren. Der gemeinsame Grundgedanke ist die Erhaltung von schützenswerten Flächen durch extensive Beweidung.
Galloways werden seit Jahren in der Landschaftspflege eingesetzt. Der Bioland-Hof Bunde Wischen finanziert seine Arbeit in Naturschutzgebieten durch die Vermarktung der Rinder. Foto: Gerd Kämmer
Gerd Kämmer, Leiter von Bunde Wischen, ist überzeugt: "Die Landschaft in Schleswig-Holstein war einst eine abwechslungsreiche halboffene Weidelandschaft." Wildtiere hielten das Buschwerk kurz. Erst als Nashorn und Rentier, Wiesent, Auerochse und Rothirsch verdrängt wurden, bildete sich ein flächendeckender Wald aus.
Heute erlauben verlassene Kiesgruben einen Blick zurück in die Nacheiszeit. Überließe man diese Kiesgruben sich selbst, würden sie verbuschen, weil heute die Wildtiere fehlen, die diese Fläche kurz halten würden. Ohne den Eingriff des Menschen entwickelt sich aus der Kiesgrube erst Buschland, dann Wald. Die typische Vegetation der offenen Trockenstandorte mit ihrer Vielfalt an Pflanzen und Tieren wäre verdrängt.
Karge Flächen beweiden, das können genügsame Weidetiere wie Galloways, Highländer, Koniks und Schafe heute am besten. Bunde Wischen hat gute Erfahrungen mit der Beweidung durch mehrere Tierarten nebeneinander gemacht. 
Galloways und Koniks (polnische Pferderasse) ergänzen sich in ihren Fressgewohnheiten. Damit schaffen sie eine abwechslungsreiche offene Weidelandschaft, wie sie einst typisch war für Schleswig-Holstein. Foto: Gerd Kämmer
Die Galloways fressen fast alles, aber nicht so kurz. Kurz und selektiv, das ist das typische Fressverhalten von Pferden und Schafen. Beide ergänzen sich gut und schaffen diese halboffenen, abwechslungsreichen Weidelandschaften, wie sie einst für Schleswig-Holstein typisch waren.
Gerd Kämmer hat -- gemeinsam mit neun Fachautoren -- ein 220-seitiges Buch geschrieben, das im Mai 2008 erscheinen wird. "Wilde Weiden" -- Ein Leitfaden für die Ganzjahresbewirtschaftung in Naturschutz und Landschaftsentwicklung. Es ist über Bunde Wischen, gk@bundewischen.de, zu beziehen. Der Preis steht noch nicht fest.







