Maca – Eine Pflanze aus dem Reich der Inka
Die Maca (lat. Lepidium meyenii) ist eine Pflanze aus den Anden Südamerikas und gilt in ihrer Heimat als traditionelles Nahrungsmittel. Als Kreuzblütengewächs ist sie artverwandt mit den vertrauten Pflanzen Raps, Rettich und Gartenkresse.
Damals wie heute, wird die Maca in Peru kultiviert und als kraftspendendes Gemüse gekocht und gegessen. In der homöopathischen Medizin Perus findet die Knolle ihren Einsatz zur Anregung der Leistungsfähigkeit und des Stoffwechsels. Wissenschaftliche Untersuchungen ermittelten einen hohen Gehalt an Proteinen und Ballaststoffen bei der getrockneten Maca-Wurzel. Die Zusammensetzung der Mineralstoffe verweist ebenfalls auf große Anteile an Eisen, Kupfer und Zink im Vergleich zu anderen Knollen wie Kartoffeln oder Karotten.
Basierend auf der Analyse bereits existierender Studien durch das Bundesministerium für Risikoforschung (BfR) konnte eine gesundheitliche Unbedenklichkeit für den täglichen Maca-Verzehr nicht abgeleitet werden. Unerwünschte Wirkungen wurden jedoch auch nicht belegt.
Heute wird die Knolle auf den Wochenmärkten Perus an die Endverbraucher verkauft, die sie unter anderem für Eintöpfe nutzen. Die Industrie verarbeitet die Wurzel weiter und produziert diverse Produkte. Die peruanische Firma Koken stellt zum Beispiel zertifiziertes, ökologisches Maca-Pulver und Kapseln zur Nahrungsergänzung her. Maca-Marmelade sowie Maca-Nektar oder ein Maca-Likör werden auch von Koken erzeugt. Die zu Mehl gemahlene Knolle wird außerdem zum Backen von Brot, Kuchen und Gebäck oder zur Herstellung von Puddings, eines Maca-Bieres und Maca-Kaffees verwendet.
In Deutschland ist die Maca bereits als Nahrungsergänzungsmittel vertreten. Unter dem Namen „Mucho“ wird die Maca seit kurzem aber auch als Zutat für Konfekt der Firma Klett Schokolade vermarktet. Aufgrund der besonderen Nährwertzusammensetzung kann das Pulver auch zur Herstellung von funktionellen Lebensmitteln, wie Mixgetränke mit Milch oder Saft benutzt werden. Weitere mögliche Produktanwendungen sind mit Maca verfeinerte Brotaufstriche, Müslis und Snacks. Die sensorischen Eigenschaften der Maca verleihen dem Produkt letztlich eine nussige Geschmacksnote.
Schätzungen zufolge wurde die Knolle erstmals in der Zeit des Inkaimperiums vor ca. 1.300 bis 2.000 Jahren in Junín, Peru angepflanzt. Als die Spanier im 16. Jahrhundert Peru entdeckten und eroberten, lernten sie diese Wurzel kennen und bemerkten die regenerativen Effekte auf Mensch und Tier. Daraufhin mussten die damaligen Bewohner Perus einen Teil ihrer Maca-Ernte an die Spanier als Steuerzahlungen abtreten. 1780 wurden die peruanischen Einwohner dann per Gesetz gezwungen ihre indigene Kultur, ihre Sprache „Quechua“ und ihre traditionelle Kleidung abzulegen. Der Anbau von Lebensmitteln aus der Inkazeit wurde ebenfalls verboten – wozu die Maca gehört. Trotz dieses Verbotes konnten die früheren Andenbewohner die Pflanzen und das Saatgut sowie das Wissen über ihre Kultivierung bis in die heutigen Tage bewahren.
Noch immer wird die Maca in den geographischen Teilen Junín und Cerro de Pasco, in einer Höhe zwischen 3.500 und 4.450 Meter, angebaut. Geprägt ist diese Gegend unter anderem von niedrigen Temperaturen zwischen minus 10 und plus 18 Grad Celsius, starken Winden sowie intensivem Sonnenlicht. Regelmäßiger Frost, eine hohe relative Luftfeuchtigkeit von durchschnittlich 70 Prozent und ein saurer Boden beeinflussen die ökologischen Bedingungen. Außerdem entwickeln sich neben der Maca nicht viele Pflanzen auf den öden und steinigen Landflächen der Anden. Beim Heranwachsen entzieht die Maca-Pflanze dem Boden so gut wie alle Nährstoffe und speichert diese in ihrer Knolle. Eine Zeit von bis zu zehn Jahren zur Regenerierung der Anbaufläche ist deshalb nicht ungewöhnlich.
Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (gtz) in Peru unterstützt peruanische Unternehmen bei der Kontaktherstellung zu deutschen Lebensmittelfirmen, wie beispielsweise auf der Biofach in Nürnberg. Um die peruanische Maca als Lebensmittel in Deutschland weiter zu etablieren, interessiert sich die gtz für wirtschaftliche Entwicklungspartnerschaften mit deutschen Unternehmen. Die individuellen Kompetenzen der Partner werden dabei kombiniert, um langfristige sowie nachhaltige Verbesserungen der Lebens- und Wirtschaftsverhältnisse der peruanischen Kleinbauern durch die Handelsbeziehungen zu sichern.
In Zukunft könnte die Maca eine ähnliche Bedeutung erlangen wie bereits andere alte südamerikanische Kulturprodukte – zum Beispiel Quinoa oder Amaranth – vor ihr.
Ansprechpartner der gtz Peru ist Herr Manuel Rojas (rojas@gtz-rural.org.pe)







